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Rücktrittsforderung an Queerbeauftragten.

Diese Mail habe ich heute bekommen. Nein ich werde auf keinen Fall zurücktreten. Aber zum Zwecke der Transparenz veröffentliche ich diese Mail, denn Mails von den JuPis an den Beauftragten, zumal so eine, sind nicht Privat.

Bildet euch eure eigene Meinung. Übrigens: Diese Menschen wettern Homophob gegen mich und wollen Queerpolitik für sich beanspruchen? Jemand der Twittert: „Männertränen sind mein Gummibärensaft“ will mir etwas über Diskriminierung sagen? Ich Arbeite seit meinen 19 Geburtstag für die Queer Community, ich werde bald 46, da braucht niemand von der Seite mir erzählen was Sexismus ist und was nicht, ich kann ihnen aber sehr gerne sagen was Humorbefreitheit o. weltfremdes Gehabe ist. Diese Menschen waren noch nie bei einer Queeratensitzung dabei, habe sie noch nie beim CSD gesehen oder sonst in der Queerpolitik beobachtet. Bleibt bei eurem Thema, mischt euch nicht in Themen ein, die ich euch abspreche. Ihr könnt doch keine Reaktion erzwingen wenn für mich alles in Ordnung ist. Eure Empörung ist eure Sache, nicht meine. Und nun: Weitermachen. Der politische Gegner sollte nicht in- sondern außerhalb der Partei gesucht werden.

Es gibt Männer mit Bärten und alles andere sind Frauen (für mich weil ich nicht auf Frauen stehe). Wo ist der Punkt mit Trans*frauen?

Ich vertrete Menschen, keine Ideologien.  

—–

Hallo Ali,

 

ich (und einige Unterstützer*innen) schreibe dir wegen deiner Themenbeauftragung Queerpolitik.

Ich habe auf deinem Twitteraccount am 26. Apr. 2014 folgenden Tweet gelesen: „Es gibt Männer mit Bart und die anderen heißen Frauen. :-P“ https://twitter.com/AliCologne/status/460004766152921088

Ich weiß nicht genau, wie du „queer“ definierst, aber nach meinem Verständnis fällt auch Politik für/rund um Trans*Personen in deinen Themenbereich.

Du solltst deswegen wissen, dass deine Aussage absolut cissexistisch ist. Nicht alle Männer tragen Bart, nicht alle Frauen tragen keinen – Definition von Geschlechtern auf diese Art und Weise ist trans*feindlich und reproduziert cissexistische Mythen von Binärgeschlechtlichkeit.

Als Sprecher für Queerpolitik populistische Aussagen darüber zu machen, wann ein Mann ein Mann ist und wie er „zur Frau wird“ (?!?), halte ich für absolut kontraproduktiv, aber vor vor allem verletzend. Ich glaube nicht, dass Trans*Personen sich auf diese Weise von dir vertreten fühlen. Nicht nur Menschen, die in ihrem Alltag zur Genüge mit falschen und ungewollten Geschlechtszuschreibungen zu kämpfen haben, sollten wenigstens von einem Menschen, der sie politisch vertreten soll, mehr Solidarität erhalten. Und mit Solidarität meine ich nicht, dass sich hin und wieder dafür ausgesprochen wird, dass eins ja voll für Rechte von Trans*Personen wäre, sondern ich wünsche mir aktives Hinterfragen der eigenen Aussagen und „Witze“. Sich über diskriminierte Gruppen lustig zu machen, zeugt weder von Humor, noch von Menschlichkeit. Wenn Witze über Diskriminierte okay sind, zeigt das, dass wir ihre Anliegen nicht ernst nehmen – gerade in der Politik ein fataler Fehler, denke ich, aber auch menschlich mehr als nicht okay.

Hinzu kommt dann noch ein Tweet vom heutigen Tag: „Grüne Jugend schafft Männer ab. pic.twitter.com/gX6fktPObF“ https://twitter.com/AliCologne/status/486458058370215936

Deine einzige Sorge ist, Männer könnten diskriminiert werden – was nicht der Fall ist. Denn dass hier eigentlich Trans*frauen diskriminiert werden, siehst du nicht oder scheint dir egal zu sein. Du bist entweder nicht willig, auch Trans*personen zu vertreten oder es fehlt dir an fundamentalen Kenntnissen, die für deine Beauftragung aber notwendig wären.

 

Du scheinst zudem nicht verstanden zu haben, was Sexismus bedeutet: „Wenn nackte Frauen sexistisch sind, dann hängt eben mehr nackte Männer auf. #AusGründen“ https://twitter.com/AliCologne/status/456734236028833793 Das Konzept Sexismus (sowie natürlich Hetero- und Cissexismus) verstanden zu haben, hätte ich als Grundlage für den Job als Themenbeauftragter für Queerpolitik gesehen.

Zudem tragen solche Aussagen zu einem frauen*feindlichen Klima bei, was sich beispielsweise darin niederschlägt, dass bei den Queeraten fast nur Männer* aktiv sind – das kann nicht der Sinn einer queeren Arbeitsgruppe sein.

Du solltest wirklich darüber nachdenken, ob es in der Piratenpartei nicht Menschen gibt, die für die Beauftragung kompetenter sind.

Herzliche Grüße,

Jasna Strick, Sprecherin im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Weitere Unterzeichner*innen:

Rob Wessel, Sprecher im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Lara Pszenny, Sprecherin im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Leo Bellersen, Generalsekretär im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Patrick Rauscher, Schatzmeister im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Jan Steinfels, Sprecher im LaVo der Jungen Piraten Berlin

Sebastian Beckert, Sprecher im LaVo der Jungen Piraten Sachsen

Samuel Wagner, Sprecher im LaVo der Jungen Piraten Bayern

Fabio Reinhardt, MdA, Mitglied im Frauenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses

Simon Weiß, MdA

Wolfgang Dudda, MdL

Stephan Bliedung, Basis

Anselm Schmidt, Vorstand Piratenpartei Dresden-Neustadt

Alexandra Brückner, Basis

Anna Vogelgesang, Basis

Florian Macherey, Basis

Yuri, Derp

Miriam Seyffarth @_noujoum, Basis

questionatic

Lara Lämke

 

— Jasna Lisha Strick Bundessprecherin Junge Piraten e.V. Pflugstr. 9a 10115 Berlin Tel.: 030 5770207-0 Fax.: 030 5770207-11 http://junge-piraten.de Die Jungen Piraten sind ein von der Piratenpartei unabhängiger, gemeinnütziger Verein, eingetragen im Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg, VR 30966B. Der Verein wird vertreten durch Leo Bellersen (Generalsekretär) und Patrick Rauscher (Schatzmeister). Sprecher*innen: Norbert Hense, Lara Pszenny, Jasna Strick, Rob Wessel.

70 Comments

    • Hahaha, sehr gut, die bedient ja gleich ne ganze Pallette Klischees auf einmal. Sie sieht genau so aus wie man sich ne Tusse vorstellt die so wenig Selbstbewusstsein hat das sie so eine Welle anscheiben muss. Sowas triggert bei mir den Trollmodus.

    • Jepp, die, die sich immer fragt, warum ihr niemand in die Augen schaut, wenn sie so rumläuft und hinterher #mimimi und #aufschrei macht.

      Und sich dann zum Grimmepreis so anzieht:
      http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bild-907262-512017.html

      😀
      ich frage mich immer, ob dieser Schlag „Frau“ keine echten Freundinnen hat, die ihr sagen, wenn etwas übel aussieht oder schlicht nicht zur Figur passt. Offenbar nicht, muss die große weibliche Empathie sein, die ich übrigens für einen Mythos halte 😉

      • Äh,
        ich will diese Frau ungern verteidigen, weil ich schon allein den Spruch ziemlich kacke fand, aber deswegen ihr Äusseres angreifen …?

        Honestly?!

  1. Ach ja, dafür liebe ich diese Gendertrollkinder. Immer pfeilgerade an der Realität vorbei und mit maximaler Zielsicherheit rein in den Gummibärensaft.

  2. Meine Erfahrung: In vielen Ländern der Welt kann man unter dem Label „queer“ wirklich nette, enstpannte, z.T. sehr engagierte Leute antreffen. Nur in Deutschland ist es so typisch deutsch, humorlos, oberlehrerhaft. Und das gipfelt dann in so Menschen (oft genug Heter@s) die sich einbilden, „schwul“, „lesbisch“, „bi-/trans-/inter-/*-sexuell“ komplett zu durchschauen, zu bewerten und den Betroffenen Vorschriften erlassen zu können.

  3. „Fabio Reinhardt, Mitglied im _Frauenausschuss_“ entbehrt ja insgesamt bei dem Gender-Thema nicht einer gewissen Komik.

  4. Nun Ali, laß Dich nuir nicht von den tatsächlichen SEXISTEN einschüchtern. Egal wie einer zum Autor steht, hier mal ein Link, der sehr vieles erhellt:
    http://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

    Dieser Vortrag hat so stattgefunden. Es geht hier um Manipulation der Piraten, mittendrin wieder mal der Dudda, der bereits 2010 zurücktreten wollte, wenn wir nicht undseren Antrag zurückzögen. Mit erpressen kennt sich er und Lauer sehr gut aus. Das im Lichte des Mitgefühls klingt nur noch nach Hohn.

    Menschen, die emotionalisiert sind, sind nicht in der Lage zu fühlen. Diese Menschen sind nicht ansatzweise in der Position von Verstehen zu reden, denn sie verwechseln den GLAUBEN an ihr IDEAL, mit empathischen Fähigkeiten.

    Jeder mensch ist einzigartig, es gibt keine Vorlage, kein URBILD eines Mannes oder eioner Frau. Die Reduktion auf das Geschlecht ist nichts anderes als gelebter Rassismus. Es ist kein Unterschied, ob ein Mensch auf seine HAUTFARBE ODER SEIN GESCHLECHT REDUZIERT WIRD.
    Das sind selbst Rassisten in Reinform.

    Die Einzigartigkeit ergibt sich aus der stetigen Veränderung, die auch jeden Menschen betrifft und nicht weil dieser unveränderlich wäre.
    Über etwas unveränderliches kann kein Lebewesen etwas wissen, denn Unveränderliches hat keine Folgen, keine Ereignisse, keine Informationen.. An Unveränderliches kann der Mensch nur GLAUBEN.

    Die Menschen sind hier nur Mittel zu einem ganz anderen Zweck, sie werden instrumentalisiert, ihr Hirn wird vergewaltigt.

    Gruß vom lesenden Arbeiter Idahoe

  5. Schwul zu sein und auf Männer mit Bärten zu stehen ist nicht sexistisch, sondern individuelle Präferenz.

    Einem Schwulen Sexismus vorzuwerfen, weil Männer ohne Bart und Frauen für ihn nicht als potentielle Sexualpartner in Frage kommen? Ich habe Namen unter der E-Mail gelesen, denen ich solchen Schwachsinn wahrhaftig nicht zugetraut hätte.

    Die Verfasserin dieser E-Mail jammert dauernd darüber stets und ständig von Männern sexuell belästigt zu werden. Ich glaube davon kein Wort. Herrgott, wäre ich eine Hete, dann nähme ich mir eher einen Strick, als Jasna. Oder können Heten wirklich so verzweifelt sein?

    • Moment, kannst du mir das erklären? An welcher Stelle steht in dem Tweet was über „potenzielle Sexpartner“?

      Ich finde das schon ziemlich weit hergeholt, eine Identifikation á la „Wer keinen Bart hat, ist eine Frau“ als ein „Ich stehe nur auf Männer mit Bärten“ zu verstehen. Was dort faktisch steht, ist einfach etwas anderes.

      Was dort faktisch steht, identifiziert das Gender einer bestimmten Personengruppe als „weiblich“, und zwar wann immer sie keinen Bart tragen. Kannst du wirklich nicht verstehen, wie man den Tweet wörtlich so verstehen könnte? O_o

      • „Ich finde das schon ziemlich weit hergeholt, eine Identifikation á la “Wer keinen Bart hat, ist eine Frau” als ein “Ich stehe nur auf Männer mit Bärten” zu verstehen. Was dort faktisch steht, ist einfach etwas anderes.“

        Für viele schwule Männer ist Körperbehaarung attraktiv, weil es ein Zeichen der Männlichkeit ist. Diese schwulen Männer finden daher glatt rasierte Männer genauso wenig sexuell anziehend wie Frauen.

        Daß dir dies nicht bewußt war kann ja mal passieren. Aber warum du, nachdem dir das erklärt wurde, weiter darauf bestehst den Tweet anders zu deuten, ist unverständlich.

  6. „Sich über diskriminierte Gruppen lustig zu machen, zeugt weder von Humor, noch von Menschlichkeit.“

    Also bitte auch keine Witze mehr über Kreationisten, UFO Gläubige, Aids Leugner, esoterische Wunderheiler etc. etc. Die werden nämlich auch ganz doll von der Wissenschaft und einem Großteil der Bevölkerung diskriminiert und nicht ernst genommen.
    Das verletzt deren Gefühle und das ist unmenschlich und das ist Gewalt.

  7. Traurig, früher war die Piratenpartei mal eine Freiheitspartei heute ist sie eine Partei von Oberlehrerhaften Gender Moralisten die alles und jeden wo von der Ideologischen Einheitsmeinung abweichen schlecht reden. Das sind doch im grunde alles Authoritäre Leute die anderen ihre „Moral“ aufdrücken wollen.

    Die „Jungen Piraten“ sollten sich abspalten und zu den Grünninnen gehen, da wären sie besser aufgehoben und wir hätten Ruhe vor so einem Schwachsinn !

  8. Kann ihnen mal jemand erklaeren worum es hier hauptsaechlich geht?
    Das kann man auch im Selbststudium nachholen:
    http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm

    Nein Twitter ist nicht das Zentralorgan der Piratenpartei!
    Das haetten ihnen eigentlich die Erwachsenen, die hier mit unterschrieben haben erklaeren sollen.
    Ich will Euch zur #FSA14 alle auf der Strasse sehen!
    UND NICHT WIEDER BEIM DADDELN ERWISCHEN!
    Und als Brueckentechnologie kann ich Euch das auch twittern:
    https://twitter.com/ABS0LEM/status/486434115336806400 so macht man das.
    Und ausserdem sind da draussen Unterschriften zu sammeln. Und ausserdem, das haetten wir uns auch ersparen koennen, wenn sich der Wähler nicht staendig verarscht fuehlen wuerde!
    Und das sind die Themen, die dem Buerger zu erklaeren sind:
    1 Kultur
    2 Netzpolitik
    3 Privatsphäre und Datenschutz
    4 Transparenz und Korruptionsbekämpfung
    5 Bildung
    6 Freier Zugang zu öffentlichen Inhalten
    7 Soziales
    8 Umwelt
    9 Bauen und Verkehr
    10 Grundrechte
    11 Europa- und Außenpolitik

    hth
    @Ali Du machst eine gute Arbeit. Und bitte behalte auch Deinen Humor.
    Und ich bin nicht: „Aufmüpfiger, schwuler, atheistischer, türkischer Mensch.“ und doch bist Du mein Freund und das ist gut so. Ausserdem denke ich, Du hast hier mehr polititische Arbeit gemacht als einige andere.

    Und vielleicht solltest Du weniger twittern ;-))
    Und ausserdem, ausserdem, ausserdem will ich mich ueber so einen Quatsch gar nicht aufregen.
    ahoi

  9. Mal wieder die alte Leier. Jenand sagt etwas, jemand anderes, nicht selbst betroffen, macht darüber ein Fass auf. Hinweis an die JuPis: Wenn Transgendermenschen sich durch Alis Tweet verletzt fühlen, können und werden sie ihm das selbst sagen. Die sind nämlich schon gross, die brauchen keine Kindermädchen.

    • Du implizierst damit, dass keine*r der Unterzeichner*innen sich als trans* identifiziert. Hast du Belege für diese Behauptung oder irgendwelche Ansätze, warum du das glaubst?

      • Etliche der Unterstützer und Unterstützerinnen sowie die Verfasserin kenne ich persönlich und weiß daher, daß sie nicht trans sind. Und ich kenne einige Transmenschen in der PP – und die stehen hinter Ali. Mehrere haben das selbst geäußert. Übrigens steht da nirgends was von „ich als Transmensch“ oder „wir als Transmenschen“, also versuch doch nicht, das durch die Hintertür reinzubringen. Das sind unbeteiligte, die sich empören.

        • Ich weiß zufällig, dass es unter den Unterzeichner*innen Trans*personen gibt. Darum kann man nicht von Fürsprechen reden. Und inhaltliche Kritik sollte inhaltlich beantwortet werden.

          • Dann können sie sich selbst äußern. Direkt an Ali.

  10. Ich schmöker unschuldig bei der Piratenpartei rum, um zu gucken was die so treiben, und stoße auf den Blog vom Queer- und LGBTI Beauftragten.
    Zuoberst im Blog die veröffentlichte Mail einer Rücktrittsforderung mit einer relativ sachlichen auflistung von Fehltritten die man ähnlich dramatisch sehen kann oder auch nicht.
    Was mich allerdings erschreckt ist dass der Queer- und LGBTI Beauftragte der Piratenpartei es offensichtlich überhaupt nicht für nötig hält in irgendeiner weise auf die sachliche Kritik einzugehen, nein, stattdessen überlässt er das seinen wackeren Kommentatoren.
    Und was tun die?
    Ab dem ERSTEN Kommentar beleidigen und diffamieren sie EINE Autorin der E-Mail auf das ekelhafteste persönlich.

    Es mag ja sein dass man auch als Bundesbauftragter für Queer- und LGBTI der Piratenpartei darauf steht dass die Kommentare unmoderiert sind, aber wenn der Blog eines Bundesbauftragten zu einer Plattform für Hass und persönliche Beleidigungen auf menschenverachtendem Niveau werden, dann sollte man als Blogbetreiber und Bundesbeauftragter der Piratenpartei doch vielleicht mal einschreiten und eventuell wenigstens die ekelhaftesten exemplare entfernen.

    So erweckt das ganze hier schlicht den eindruck als ob der Queer- und LGBTI Bundesbauftragte der Piratenpartei zwar ein großes problem mit Feminismus und sachlicher kritik an seinem eigenen verhalten, aber überhaupt gar kein problem damit wenn über einzelne Frauen via seines eigenen blogs ein Eimer widerwärtigster Beleidigungen ausgekippt wird.

    Ich habe die Piraten ja gewählt, explizit auch wegen ihnen Herr Utlu, weil sie den eindruck machten ein kompetenter, kritikfähiger Mensch zu sein der wichtige Positionen mit leidenschaft vertritt.
    Wenn ich nun aber diese Farce hier lese kann ich mich dafür nur schämen.

    • Hallo Meike,

      das Problem an der Rücktrittsforderung ist die Doppelmoral die von gewissen Personen in der Piratenpartei gefahren wird um ihre politische Macht zu sichern oder ihre eigene Agenda durchzudrücken. Genau das prangern Piraten bei anderen Parteien an, aber diese Personen brechen mit diesen Prinzipien innerhalb der Piraten.

      Beispiele: Von der Initiatorin dieses Rücktrittsgesuchs stammen einige Äusserungen auf Twitter, die wesentlich weiter gehen als die hier Herrn Utlu vorgeworfenen. Zwecks Übersicht verlinke ich auf diesen Blog: http://cherubimu.wordpress.com/2014/07/08/blutdurst-bei-den-piraten/

      Ein anderes Beispiel aus der gleichen Personengrupe aber zu einem anderen Sachverhalt (um die Doppelmoral mit der Intention aufzuzeigen):
      Auf dem Bundesparteitag 2014.1 in Bochum hat eine bekannte Person der Piratenpartei andere Personen eingeschüchtert und mit Gewalt gedroht: „Geh mir aus der Sonne, sonst knallts hier“ und dieses wurde geduldet und heruntergespielt.
      Auf dem (ausserordentlichen) Bundesparteitag 2014.2 in Halle wurde von diesem Personenkreis Gewalt und Macht angeprangert und von einer bedrohlichen Stimmung gesprochen, die das Wahlergebnis beeinflusst hatte. Das ganze weil es Klatschen und Buh-Rufe der Versammlung zu gewissen Positionen und Äusserungen gab.

      Man sollte hier also nicht blind auf den Zug der Empörung aufspringen. Es ist leider Usus geworden dieses für die eigene persönliche Agenda zu nutzen. Das dieses Verhalten nun immer mehr Gegenwind erfährt liegt da in der Natur der Sache. Es schlagen dabei einige über das Maß des verträglichen hinaus. Aber wenn du die Äusserungen von Fr. Strick liest und dann das was sie hier Hr. Utlu vorwirft wirst du vielleicht nachvollziehen können woher das Bedürfnis kommt klar zustellen, dass nicht das ist wonach es im ersten Blick aussieht.

      • Doppelmoral hin oder her: mit Kritik kann man sich inhaltlich auseinandersetzen. Oder es eben lassen. Oder aber so tun als würde man sich mit Kritik auseinandersetzen und einfach nur die Menschen diffamieren, die die Kritik äußern, wie Ali es hier in meinen Augen getan hat. Inhaltlich hat er sich zu keinem der Kritikpunkt wirklich geäußert.

        Und dann ist da diese Sache mit dem Amt. Von jemandem, der ein Amt inne hat, in dem es um Queerpolitik geht, sollte man Einsicht bei queerfeindlichem Verhalten erwarten können.

        Es ist ja auch schlimmer, wenn ein Datenschutzbeauftragter den Datenschutz nicht beachtet, als wenn Ottonormalbürger das tut. Die entsprechende Person wurde ja ausgewählt und hat dieses Amt inne, weil sie gerade besonders positive Verhalten in diesem Bereich haben soll, besonders sensibel ist, weil sie besonders geeignet ist und höhere Standards erfüllt.

        Das tut Ali aber an dieser Stelle, wie man sieht, einfach nicht.

        • Ihr könnt doch keine Reaktion erzwingen wenn für mich alles in Ordnung ist. Eure Empörung ist eure Sache, nicht meine.

          • Hey Ali,
            ich weiß nicht wen du mit „ihr“ meinst. Ich gehöre nicht zu den Unterzeichnern dieser Mail, ich teile lediglich die inhaltlich vorgebrachte Kritik.

            Ich will von dir sicherlich keine Reaktion „erzwingen“. Sicherlich sehe ich auch viel Kontext nicht, was vermutlich erklärt warum ich nicht verstehe von was du dich groß angegriffen fühlst. Ich lese keinen Angriff heraus.

            Ich wünsche mir aber als Piraten-Wähler, dass auf inhaltliche Kritik inhaltlich eingegangen wird. Ich kann beobachten – quasi von außen – dass das hier nicht passiert. Und das bei Themen, die ich als queer verstehe und wo du beauftragt bist, dich um queere Themen zu kümmern. Das finde ich eben nicht gut und ich verstehe nicht, warum du dich der inhatlichen Auseinandersetzung dann so verweigerst. Mit dem Amt hast du finde ich eben eine besondere Verantwortung.

            Ich hätte nie irgendwas hierzu kommentiert (oder auch nur mitbekommen), wenn du das nicht öffentlich auf deinem Blog darüber gepostet hättest und die inhaltliche, queere Kritik mit ad-hominem-Argumenten beiseite gewischt hättest. Wenn für dich alles in Ordnung ist, warum dann diese Reaktion? Ich kapier’s echt nicht.

            Ich finde aber dieses herunterspielen von freundlich und bestimmt geäußerter Kritik als „Empörung“, dieses de-legitimieren ohne inhaltlich darauf einzugehen, einfach nicht gut. Und auch deine Reaktionen, wie dein „Nein“ ob meiner Frage ob du das nicht irgendwie als deine Aufgabe siehst, verwirrend un erschreckend.

            Wenn du nicht reagieren willst, dann tu es eben nicht. Ich danke dir in jedem Fall, dass du die Kommentare hier veröffentlichst und den Kommentatoren eine Plattform gibst.

        • Nein. Doppelmoral ist nicht einfach wegzuwischen. Genau das ist es was die Partei zur Zeit in diese Krise geführt hat. Viele der lauten Piraten haben alle Prinzipien der Piratenbewegung so aufgeweicht, dass sie eben in der Realität nicht mehr ernst genommen werden können.

          Was ist die Intention des ganzen hier? Was soll dieser offizielle Rücktrittsgesuch mit einer Unterstützerliste aus einem gewissen bekannten Einzugskreis?

          Ist es nicht eher so, dass hier Politik gemacht werden soll? Mit Machtspielchen, Agenda und Doppelmoral? Genau das wogegen die Piraten einst angetreten waren?

          Die geplante Empörung zur Durchsetzung der Agenda hat bei den Piraten keinen Platz mehr.

          • Wenn ich als queerer Mensch jetzt den gesamten Brief nochmal poste, die Kritik neu formuliere – und ich komme nichts aus irgendwelchen Piratenkreisen, wohlgemerkt – wird sie dann ernst genommen? Ich fürchte genauso wenig.

            Ich verstehe, dass es schwierig ist auf Kritik einzugehen, wenn sie gefühlt mit „Machtspielchen“ vermischt ist. Ich würde mir *dennoch* wünschen, dass entsprechende Personen dieser Kritik inhaltlich begegnen.

            Mir ist das Thema wichtig und der Inhalt, nicht wer das sagt oder der Machtkampf. Damit bin ich denke ich stärker an den ursprünglichen Piraten-Idealen als so manch ein realer Pirat.

            Wenn das mit den Piraten noch was werden soll, dann braucht es eine Rückbesinnung darauf.

          • @Natanji
            Es gibt hier grundlegende Mißverständnisse:
            Freiheit ist ein Zustand zwischen Menschen und KEIN Ideal. Ein Zustand ist gerade nicht unveränderlich, sondern ergibt sich aus der Veränderung des Verhaltens jedes einzelnen Menschen.

            Wer immer ein Ideal anstrebt, sucht nach unveränderlichem, das keinerlei Wirkung hat. Das sind die Elemente die eine Glaubensgemeinschaft hat, aber nicht Piraten.
            Kritik kann berechtigt sein oder eben auch nicht.
            Du solltest aufhören in Gegenteilen zu denken, denn dies ist ein Merkmal des Gläubigen.

        • @natanji

          Ich sage Dir kurz, womit ich inhaltlich an der Kritik nicht einverstanden bin.

          Es wird erstens ohne Belege behauptet, das Alis Witze Geschlechtermythen reproduzieren. Ob es tatsächlich ein Mythos ist, das es nur 2 Geschlechter gibt, sei mal dahingestellt.
          Nehmen wir aber mal an, diese Witze hätten tatsächlich zur Folge, das Menschen mit unzutreffenden Informationen durch die Welt gehen und sich deshalb diskriminierend verhalten.

          Wichtig dabei finde ich aden Kontext, in dem diese angeblichen Geschlechtermythen reproduziert & transportiert werden – und zwar in Form eines Witzes.
          Nun kann man natürlich behaupten, das dass die Sache nicht besser macht, weil dadurch trotzdem Geschlechterklischees reproduziert werden, ob es nun witzig gemeint war oder nicht.

          Ich denke aber, es spielt keine Rolle ob hier was reproduziert wird oder nicht – der eigentliche Punkt ist, das sich diese Klischees schon in den Köpfen der meisten Menschen befinden und dort bekommt man sie auch nicht mehr heraus!

          Die Frage ist also nicht ob da etwas ’schädliches‘ reproduziert wird oder nicht, sondern wie man damit umgeht.
          Nimmt besagtes nicht allzu ernst ist das imho. eine bessere Strategie, als zu glauben, man müsste ein menschliches Gehirn wie einen Computer nur mit anderen Informationen füttern oder alte Informationen löschen, damit er wieder einwandfrei arbeitet, bzw. sich anders verhält.
          Das ist Unsinn, weil so Menschen & menschliche Gehirne nicht funktionieren.

          • Ich finde deinen Beitrag ziemlich wirr. Es geht nicht um Witze und was Leute witzig finden. Niemand hat ein Problem damit, was Ali im privaten so witzig findet, sondern was er öffentlich so äußert. Es geht darum, dass Witze auf Kosten diskriminierte Leute gemacht werden, und soziologische Untersuchungen nunmal zeigen, dass dies ein zukünftiges diskriminierendes Verhalten von Menschen bestärkt.

            Dein Argument hätte man auch wunderbar vor 50 Jahren bringen können, als Schwule und Lesben noch deutlich mehr diskriminiert wurden als heute. Fakt ist, dass Trans*menschen wie glaube ich keine andere queere Gruppierung heutzutage von Gewalt bedroht sind. Man unterstützt also diese Gewalt, wenn man Witze auf Kosten diskriminierter/marginalisierter Gruppen macht.

            Wenn man stattdessen ein Klima schafft, in dem trans*feindliche Witze schon keinen Platz haben, dann lassen umgekehrt auch die trans*feindlichen Gewalthandlungen nach. Als Queerbeauftragter ist Ali das sicherlich bekannt.

            Es ist also ziemlich scheiße, wie du das so auf die leichte Schulter nimmst. Du setzt dich inhaltlich auch nicht damit auseinander, dass das tatsächlich trans*feindlich war. Du sagst nur „selbst wenn es das war, war ja nur ein Witz, grow a thicker skin“. Das ist kein Gegenargument.

        • @natanji

          Fakt ist, das Du keinen kausalen Bezug zwischen einem diskriminierenden Witz und einem Gewaltverbrechen aufzeigen kannst.
          Genauso wie es keinen direkten Bezug zwischen Pornographie und Vergewaltigungen gibt.

          Nach Deiner Logik, müsste man dann auch z.B. die Bibel verbieten, denn jemand könnte nach der Lektüre der Kain & Abel Geschichte ja auf die Idee kommen, seinen Bruder umzubringen.

          Worte, Bücher & andere Medien zu verbieten, die ein paar Idioten ‚anregend‘ finden, würde bedeuten das wir diese Leute bestimmen lassen, was wie hören & sehen dürfen und was nicht.

          Im großen und ganzen laufen Deine Forderungen auf intelektuellen Autoritarismus hinaus.
          Natürlich alles im Namen der Diskriminierten. Einen Ort zu schaffen an den sich z.B. Transsexuelle rundum sicher fühlen, bedeutet eben, das man nicht nur Witze unterläßt, sondern jegliche verbale Kritik die irgendwie verletzend empfunden werden könnte. Es bedeutet das Leute bestraft werden sollten, die diese Dinge trotzdem äußern oder denken, denn sie wären ja dann Mitschuld an Übergriffen.
          So eine Forderung führt also zur Inquisition – und das ist der passende Ausdruck!

          Ich hoffe Ali entschuldigt sich nicht.

          • Du fantasierst dir hier ne Inquisiton herbei. *Niemand* spricht von Verboten. Menschen haben in konkreten Einzelfällen jemanden kritisiert. Ist das jetzt etwas, was man nie mehr ernst nehmen sollte?

            Relevant und erklärt alles: https://xkcd.com/1357/

        • @natanji

          Ja, dieser Comic bringt es auf den Punkt. Nicht mehr einzelne Ansichten einer Person werden kritisiert, sondern die ganze Person wird als ‚Arschloch‘ abgewertet.
          Damit wird einem die Möglichkeit genommen zu irren und persönliche Ansichten zu ändern.
          Diese Person muss dann entweder weg oder sich umgehend entschuldigen, denn es ist doch zu offensichtlich was für einen gesellschaftlichen Schaden diese Ansichten anrichten können. Nur eine menschlich verdorbene Person könnte das nicht einsehen…

          Ich kenne diese ganzen Leute auf twitter, die alles und jeden blocken und als Masku bezeichnen. Denen geht es nicht um Kritik und Wahrheitsfindung, denen geht es um Orthodoxie – denn Wahrheitsfindung passiert nicht indem man still in seinen Kämmerlein sitzt und nachdenkt wie Jasna Strick sich das vorstellt – sondern indem man sich im Dialog mit anderen auseinandersetzt und so die gewonnen Einsicht prüft und prüfen läßt.

          • Ich habe den Dialog hier gesucht. Ich habe freundlich und bestimmt argumentiert. Weder Ali noch die anderen hier zeigen irgendwie auch nur einen Ansatz von Verständnis und Einsicht. Yay?

            Es ging in dem Brief nicht um ein Verhalten von irgendwelchen Menschen gegenüber Leuten, die als Maskus betitelt werden. Du lenkst vom eigentlichen Thema ab. Es ist mir scheißegal ob Frau Strick gerne Menschen auf Twitter blockt (was ihr gutes Recht ist) oder ihre Meinung sonstwie sagt. Das war nicht das Thema des Briefes. Das wurde nur groß aufgehängt und aus dem Brief gemacht. Das ist genau genommen ALLES, was ihr aus diesem Brief rauszieht.

            Für mich als Beobachter der ganzen Geschichten kann ich da sehr klar sagen, wer sich hier einem Diskurs verweigert. Ali. Und du. Und die anderen, die Alis Blogeintrag gut fanden.

            Dass jemand einen anderen Menschen als „Arschloch“ betitelt, passiert übrigens in der Regel erst nachdem es jede Menge Übertretungen und sehr wenig Einsicht gab. Das ist keine vorschnelle Aburteilung, sondern was man nun einmal urteilt, wenn einfach nichts hilft und kein Hauch von Reflexion zu spüren ist. Ich sehe nicht, dass Frau Strick das jemals anders praktiziert hätte.

            Einfach nur noch albern finde ich aber, dass du schreibst, es würde einem die Möglichkeit genommen Ansichten zu ändern, sich zu irren. Wie bitte? Wenn dich jemand auf deine Fehler hinweist, dann ist das die *perfekte* Vorlage, deinen Irrtum einzugestehen. Niemand erwartet, dass du von Anfang an perfekt bist. Ich bewege mich seit Jahren in queerfeministischen Kreisen, ich mache auch nicht immer alles richtig, aber wenn man mit einer positiven Einstellung von anderen lernen zu wollen da heran geht, reißt einem auch niemand den Kopf ab.

            Dass Leute als lernunwillig, arrogant, ignorant und scheiße rüberkommen, passiert. Als Beobachter dieser Situation kann ich diese Beurteilung niemandem verübeln, wenn ich mir alleine diesen Blogeintrag von Ali so anschaue. Ich hoffe noch immer, dass er Einsicht zeigt, dafür ist es nie zu spät! Aber bitte tu‘ doch nicht so als würde hier die Möglichkeit zur Einsicht genommen.

            Ali hat die perfekte Vorlage und müsste nur sagen „sorry, das war uncool, ich sehe es ein und wollte niemandem weh tun. Ich gebe in Zukunft mehr acht“. Warum wäre es schlimm, das zu sagen? Doch wohl nur, weil er an irgendwelchen Vorstellungen festhält, dass das alles auf keinen Fall Menschen verletzen darf und wenn doch, dann haben DIE Unrecht und nicht er? Ich kann auch nur raten, ich verstehe es ja nicht. Das ist doch kein großes Ding?!

            Niemand muss Angst haben als Arschloch zu gelten, wenn er sich für arschiges Verhalten wie ein zivilisierter Mensch entschuldigt.

          • @Natanji
            Liebe Natanji,
            den Vortrag DEINER Sicht hälst Du für einen Dialog?
            Du gehst davon aus, daß Du bereits im Besitz der einzig wahren Wahrheit bist?

            Du bist keine Beobachter, Du siehst Dich selbst als betroffen.
            Du erkennst nicht ansatzweise Deine Widersprüche.

            Deine Welt kennt das Gute und das Böse. Die IDEALEN Gegensätze der Welt.

            Etwas das nicht existieren kann, wie eben unveränderliche Ideale, kann auch kein Argument sein, es kann nicht verstanden werden, es kann nicht nachvollzogen werden, denn Im UNVERÄNDERLICHEN kann NICHTS werden.

        • @natanji

          Für was soll sich Ali eigentlich entschuldigen?
          Ob er es letztendlich tut oder nicht, ist seine Sache. Ich persönliche sehe aber keinen Grund für eine Entschuldigung.

          Ein aus meiner Sicht, gewichtiger Grund für eine Entschuldigung läge dann vor, wenn Ali etwas erzählt hätte, das gegen anerkannte Fakten und gängiges Wissen verstoßen hätte.
          Dem ist aber nicht so!
          Erstens, weil sich viele Menschen darum streiten ob es nur 2 Geschlechter gibt und zweitens, weil es keine allgemeingültige Definition von Sexismus gibt.
          Nackte Frauen auf irgendwelchen Werbeplakaten sind imho. beim besten Willen nicht sexistisch – zwar werden sie durch diese Darstellungen ‚objektifiziert‘ aber das tun sie auf freiwilliger Basis!
          Daran ist nichts schlechtes.

          Als 2ter Grund bliebe noch übrig, das Menschen sich persönlich ‚verletzt‘ fühlen.
          Hier kann ich nur fragen ‚Was außer Euren Gefühlen wurde noch verletzt? Wurde Euch Gewalt oder Vandalismus angedroht? Nein? Tja, ihr werdet es überleben, aber eine Entschuldigung gibts nicht.‘

          Und das aus einem ganz einfachen Grund: Weil es kein Recht in unserer Gesellschaft gibt, sich nicht durch andere Meinungen emotional ‚verletzen‘ zu lassen, oder sich durch Aussagen anderer nicht empören zu lassen.
          Wie empört sind bzw. waren religiöse Menschen z.B. von der Evolutionstheorie? Sollte die Wissenschaft tatsächlich Rücksicht nehmen auf diese Dauerempörten? Das wäre ihr Ende.
          Und damit auch Ende des Fortschritts der sexuellen Minderheiten auch zugute kommt.

          Ich persönliche finde diesen Brief absurd. Aber noch absurder finde ich, das die Absender Mitglieder in einer fortschrittsfreundlichen & technikaffinen Partei sind, die sich irgendwann mal positiv zur Meinungsfreiheit bekannt hat.

    • Liebe Meike,
      ganz ehrlich, wenn Du in den obigen Kommentaren schon „Hass und persönliche Beleidigungen auf menschenverachtendem Niveau“ siehst, wünsche ich Dir von Herzen, daß Du von echtem Hass und Beleidigungen in Deinem Leben weiterhin verschont bleibst.

      Herzliche Grüße

      • Deine Relativierung ist scheiße. Dass du auf Meikes Kritik lediglich mit ad-hominems reagierst, zeigt, wie sehr sie recht hat.

      • ja siehst du. Über die Kritik kann man inhaltlich reden. Aber nicht wenn sie von vorne herein nur eine Fassade für andere Sachen ist.
        Das solltest du – btw.- eher bemängeln. Das dein Thema hier benutzt wird um eine Agenda zu fahren.

        • Dein Argument lässt sich benutzen, um *jegliche* Kritik abzuwehren. Niemand sollte je sagen „ich setze mich mit der inhaltlichen Kritik nicht auseinander, weil AGENDA!“ bzw. wir sollten denjenigen Abstrafen.

          Ich kann Ali auch jedes Mal wenn er an irgendwas Kritik äußert vorwerfen, er arbeite ja nur an seiner Agenda. Bringt das was? Wie sollte man politisch so *je* auch nur einen einzigen Schritt weiterkommen? Hier wird einfach nur Verweigerungspolitik betrieben, Exklusion, und das auf dem Rücken von Leuten die sich vertreten fühlen.

          Ich habe btw auch kein Problem damit, wenn Menschen irgendwelche anderen Pläne als ich haben, wenn sie sachlich und ruhig und absolut zutreffend Kritik vorbringen. Der Inhalt ist alles, was zählt.

          Wenn ich jetzt den gleichen Brief dem Ali nochmal schicke, persönlich von mir – darf ich dann deiner Meinung nach eine andere Reaktion erwarten? Ich habe das Gefühl, dass es nichts bringen würde.

  11. Hey Ali,
    auch ich als queerer Mensch fühle mich von deinen Kommentaren nicht vertreten und finde sie scheiße und verletzend. Dass du auf Jasnas eigene Kommentare hinweist oder was andere so tweeten oder wie viel du dich sonst so einsetzt, ist objektiv betrachtet ein Ablenkungsmanöver. Denn du gehst auf deine Kommentare und wie sie sich legitimieren lassen überhaupt nicht ein. Du versuchst dich nicht einmal mit respektvoll vorgebrachter Kritik zu beschäftigen. Du gehst nicht einmal darauf ein, dass du andere queere Menschen verletzt hast. Das ist unreflektiert und kein Standard für einen Queerbeauftragten.

    Ich empfinde wie Meike die dir gegenüber vorgebrachte Kritik als absolut sachlich, neutral und kein Stück angreifend. Der einzige der hier Menschen angreift, bist du. Da die Mail nicht öffentlich oder als offener Brief an dich geschickt wurde, sehe ich auch einen klaren Verstoß gegen den Datenschutz an dieser Stelle. Natürlich sind Mails privat und du bist null legitimiert, sie ohne Einverständnis der Autoren zu veröffentlichen! Ich dachte immer, gerade die Piraten wären besser als das…

    Gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Queerpolitik, wo Outings leider in unserer Gesellschaft leider immer noch negative Konsequenzen haben können, ist es absolut inakzeptabel auch noch die Namen der Menschen zu veröffentlichen, die dir hier freundlich und bestimmt ihre Meinung mitteilen. Wie sollen sich Menschen noch trauen, sich mit ihrer Kritik und ihren Sorgen an dich zu wenden, wenn man bei dir offenbar ein Zwangsouting befürchten muss?

    Ich wünsche mir, dass du dich für dein vergangenes cissexistisches Verhalten entschuldigst, genauso wie für dein Verhalten hier. Und damit meine ich kein Lippenbekenntnis sondern tatsächliche Einsicht. Alle machen mal Fehler. Deine Eignung als Beauftragter kannst du wunderbar demonstrieren, wenn du dich hier nicht als armes Opfer stilisierst (denn niemand hat hier jemanden angegriffen außer du!).

    Niemand erwartet von dir, dass du dich als Feminist identifizierst. Aber dass du dich für die Gleichberechtigung aller sexuellen Identitäten und Orientierungen einsetzt, und dass du darum insbesondere auf Kritik an klar cissexistischem Verhalten angemessen reagierst, das kann man von einem *Queer*beauftragten ja wohl erwarten?

    Lieber Gruß,
    Natanji

  12. Ach Ali, das ist echt daneben.
    Ich habe dich in Nürnberg bei der Gegendemo zu Pierre Vogel kennengelernt und einen durchaus positiven Eindruck von dir gehabt. Mit deiner Reaktion auf die JuPi-Kritik, machst du diesen Eindruck leider zunichte. Du musst mit den JuPis ja nicht einverstanden sein, aber einfach nur mit „Die sind doof und ich bin älter“ ist für meine Begriffe entweder ein Zeichen dafür, dass die JuPis recht haben oder du (mittlerweile?) mit sachlicher Kritik nicht umgehen kannst. Dann bist du als Themenbeauftragter vielleicht wirklich nicht tragbar.

    Die Kommentare hier in deinem Blog sind genauso zum Fürchten, mit der Ausnahme von Meike. Natürlich ist es deine Sache, ob und wie du die Kommentare moderierst. Aber der Kommentar von Smellcaster ist schlicht ekelhaft. Ich würde so eine Kacke ja nicht im meinem Wohnzimmer unkommentiert liegen lassen.

    • Ich habe bisher alle Kommentare freigegeben. Jeder hat die Möglichkeit Kommentare die ihnen nicht gefallen direkt zu beantworten.

      • Ich sagte es an anderer Stelle schon, aber auch hier: danke dafür, dass du dem Diskurs eine Plattform bietest. Das ist nicht selbstverständlich.

  13. Als männlicher Nicht-Bart-Träger muss ich über den ersten Tweet schmunzeln und habe mich auch nicht diskriminiert gefühlt. Beim zweiten Tweet musste ich ebenfalls lächeln, ebenso beim dritten. Das nur so nebenbei, denn wenn ich das richtig verstanden habe, geht es den JuPis hauptsächlich um Transgender-Menschen, die sich hier diskriminiert etc. fühlen könnten.

    1. Ich erlaube mir darüber kein Urteil, weil ich mich selbst nicht als transgender fühle/sehe. Darum kann ich mich wohl auch nicht in die Gedankenwelt reinversetzen, anscheinend aber die Unterzeichner_innen dieses offenen Briefes? Wenn jede/r Unterzeichner_in dieses bejahen kann, ist euer Anliegen vollkommen korrekt. Wenn nicht, frage ich mich, wieso diese diesen Brief mit unterzeichnet haben. Solidarität? Mit wem? Welche Transgender-Menschen haben sich denn bisher beschwert, die die JuPis hier scheinbar vertreten? Bitte um Aufklärung. Denn um diese geht es hier.

    2. Rücktritte aufgrund von Tweets zu fordern, halte ich für unangemessen. Twitter reißt Aussagen aus dem Zusammenhang und sind nicht einmal eine Momentaufnahme: sie sind mMn gerade einmal ein kleiner Bruchteil einer Momentaufnahme. Wenn man Rücktritte fordern möchte, dann bitte aufgrund von Taten oder direkten Vernachlässigungen bei der Arbeit als Beauftragter. Aber bitte schön doch nicht aufgrund von Tweets. Ich gestehe hier Ali seinen Humor zu.

    Und wer Alis Humor an der Stelle nicht teilt: euer Recht. Alles in allem ist aber eine Rücktrittsforderung aus oben genannten Gründen meienr Ansicht nach völlig überzogen.

    • Wenn du trans* bist, willst du dich nicht unbedingt outen. Ist eigentlich die gleiche Leier wie bei Schwulen und Lesben vor einigen Jahren: es sind Angriffe zu erwarten. Auch heutzutage gibt es leider ja noch genügend Gründe, die gegen Outings jeglicher Art sprechen, ob schwul oder lesbisch oder trans* oder sonstwas.

      Darum finde ich es Augenwischerei, immer so zu tun, als wenn (wie bei dir in 1. geschildert) sich ja Trans*menschen gar nicht beschweren würden. Ich lese sowas immer wieder, teils mit dem Wissen, dass tatsächlich nicht-geoutete Trans*menschen die Kritik formulieren (die ich natürlich auf keinen Fall zwangs-oute). Und das dann auf diese Weise weggeschoben wird.

      Wie wäre es, Kritik einfach mal unabhängig vom Absender zu akzeptieren? Könnt ihr euch *wirklich* nicht darin hineinversetzen, dass – auch wenn ihr selbst die Kommentare nicht verletztend findet – andere Menschen von ihnen vielleicht verletzt werden können? Darum geht es. Menschen wenden sich doch nicht zum Spaß mit einem so offenen, so neutral und nicht-angreifend formulierten Brief an Ali. Wenn selbst dieser freundliche Tonfall von ihm mit so einem Blogeintrag beantwortet wird, wie soll man dann bitte Kritik formulieren?

      Du fragst „Welche Transgender-Menschen haben sich denn bisher beschwert, die die JuPis hier scheinbar vertreten?“ Mal ehrlich: Wenn Ali so mit Kritik umgeht – also mit Öffentlichmachung und Diffamierung der Menschen, die ihm *intern* und *privat* (!) Kritik entgegenbringen – dann ist es ja wohl kein Wunder, dass das niemand alleine und mit Outing tut, oder?

      Aus „Du solltest wirklich darüber nachdenken, ob es in der Piratenpartei nicht Menschen gibt, die für die Beauftragung kompetenter sind“ eine krasse Rücktritts*forderung* zu machen, finde ich ziemlich seltsam. Es war ein „Mensch Ali, du machst hier ganz viele Dinge, an denen sich queere Menschen stören. Wenn von dir persönlich schon keine Einsicht zu erwarten ist, bist du dann wenigstens so weit zu verstehen, dass andere, inklusiver Denkende vielleicht für deinen Posten besser wären?“ Es geht um keinen Machtkampf. Es geht darum, dass Menschen wie ich sich von Ali nicht vertreten fühlen können und sich gerade nach solchen Blogposts auch nicht trauen würden, ihm gegenüber Kritik zu äußern.

      • Hey 🙂

        Du sprichts in meinen Augen viele richtige DInge an, die ich ad hoc nicht berücksichtigt habe; gleichzeitig aber auch Sachen, die ich versucht habe, auszudrücken.

        Ja, vermutlich ist diese gewisse Scham vor „Outing“ noch vorhanden. Ich bin hier wohl zu sehr von mir selbst ausgegangen, denn ich finde es nicht ungewöhlich o.ä., wenn ein Mensch einfach ausdrückt, als wer und was er sich fühlt. Da sind andere Menschen – wenn man z.B. teils Facebook und Twitter durchforstet – doch „unoffener“. Aber gleichzeitig schilderst du diese Problematik ja selbst mit: „andere Menschen von ihnen vielleicht verletzt werden können?“ Das „vielleicht“ is hier das entscheidene Wort. Wenn ich bei jeder Äußerung über ein „vielleicht“ nachdenke, könnte ich mir jegliche Kommunikation sparen, weil ich immer erst mindestens eine Minute nachdenken müsste, ob ich nicht „vielleicht“ was Verletzendes sage.

        In meinem Nick ist zu erkennen, dass ich Mitglied der Piraten bin. Meine Maxime ist, dass ich bei allen Piraten zunächst mit der Unschuldsvermutung arbeite. In dem Fall bedeutet es, dass ich Ali absolut nichts Böswilliges bei diesen Tweets unterstelle. Das ist vergleichbar mit meinem Absatz hier oben drüber.

        Und um auch etwas aus meinem Vorpost zu relativieren: Tweets können durchaus Grundlage einer Rüge/Rücktrittsforderung sein, sofern sie wirklich explizit die Böswilligkeit/Menschenverachtung ausdrücken (Beispiele spare ich mir). Das habe ich hier aber nicht erkannt. Und was du bei Nachdenken auch nicht leugnen kannst: natürlich ist dieser JuPi-Brief eine mindestens indirekte Rücktrittsaufforderung, wenn du den letzten Satz liest. Ein „Mensch Ali, schau doch mal, das geht so nicht“ lese ich da in keiner Zeile raus, sondern eine Reihe von Vorhaltungen, Unterstellungen und Belehrungen. Mit andern Worten: kontraproduktiv und konfrontierend. Das ist für mich keine Herangehensweise, wenn es hier ein Problem gibt. Ja, Ali neigt auch mal zu Emotionen und beißt manchmal zurück, auch wenn ihn jemand nur streicheln wollte. Bei Alis Background, der mit diversen Anfeindungen und sogar Morddrohungen einher ging, verzeihe ich es ihm aber. Denn auch in Ali darf sich jeder gerne einmal reinversetzen, wie das wohl so ist, wenn man so etwas erlebt hat.

        Zusammenfassend: ja, als Beauftragter muss man mehr aufpassen, denn es wird einem schnell etwas auf die Goldwaage gelegt, auch wenn man nur einen lockeren Spruch machen wollte. Ja, man brauch ein sehr, sehr dickes Fell in Alis Position und sollte – auch wenn es wie s.o. garantiert nicht leicht ist – lieber mal etwas ignorieren statt zu thematisieren. Das Gleiche gilt aber bitte schön auch für die Unterzeichner dieses Briefes, die unzweifelhaft einen guten Kern verfolgen, aber meiner Meinung nach nicht den richtigen, konstruktiven Weg gewählt haben. Ali ist ein Pirat, er kämpft auf der Piraten-Seite und würde, so wie ich ihn kennengelernt habe, jederzeit auch diejenigen Piraten wenn es hart auf hart kommt schützen, die ihn auch kritisieren. Und ich hoffe, dass ist bei den den Unterzeichnern des Briefes genauso.

        • „Wenn ich bei jeder Äußerung über ein “vielleicht” nachdenke, könnte ich mir jegliche Kommunikation sparen, weil ich immer erst mindestens eine Minute nachdenken müsste, ob ich nicht “vielleicht” was Verletzendes sage.“

          Das erwartet niemand. Was man erwarten kann, ist dass auf ein „du verletzt damit Leute“ oder „deine Aussagen sind cissexistisch“ niemand was von Spaßbefreitheit schreibt und das Verletztfühlen dem Verletzten anlastet, sondern erstmal „sorry, wollte ich nicht“ sagt. Das ist eigentlich ne Grundregel sozialen menschlichen Miteinanders. Ali tut das aber nicht. Warum nicht? Daran würde doch nix kaputt gehn.

          Ali wurde in diesem Brief an keiner einzigen Stelle eine böswillige Haltung unterstellt. Es wurde nur darauf hingewiesen, dass seine Aussagen verletzend und (cis-)sexistisch sind. Und das sind sie halt einfach mal. Nur weil man keinen bösen Willen hat, heißt das nicht, dass man keine Fehler macht.

          Von Ali zu erwarten, dass er seine Fehler einsieht und/oder sich entschuldigt, geht aber wohl selbst nicht, wenn er diese in einem für seinen Posten absolut relevanten Bereich macht. Warum reden wir hier über die Legitimation oder die Personen, die diesen Brief verfasst haben – und nicht über Alis Verhalten? Warum sprechen wir nicht darüber, ob die inhaltliche Kritik gerechtfertigt ist? Warum sprechen wir nicht darüber, dass Ali meine obige Feststellung „Aber dass du dich für die Gleichberechtigung aller sexuellen Identitäten und Orientierungen einsetzt, und dass du darum insbesondere auf Kritik an klar cissexistischem Verhalten angemessen reagierst, das kann man von einem *Queer*beauftragten ja wohl erwarten?“ einfach nur mit einem knappen „Nein“ beantwortet?

          Stattdessen wird derailed und die Diskussion nur noch darüber geführt, *wer* die Kritik formuliert hat. Und die gesamte inhaltliche Kritik auf den letzten Satz reduziert. Das ist keine inhaltlich sinnvolle Arbeit, sondern ein drumherumdrücken. Siehst du das nicht auch?

      • Also, ein Brief mit Unterstützerunterschriften ist schon deshalb nicht privat, weil ihn Menschen in Händen hatten, die ihn weder der Schreiber noch der Empfänger sind, zum Zweck, deren Unterstützung einzuholen. Gleiches gilt für email. Die ursprüngliche Mail hat also schon ordentlich die Runde gemacht, bevor sie überhaupt an Ali gesendet wurde.

        Outing: Das kann man bei Transmenschen nicht mit schwul oder lesbisch vergleichen. Transmenschen outen sich nicht, sie gleichen ihren Körper ihrem wirklichen Geschlecht, als das sie fühlen und sich identifizieren, an. Damit sind sie lange Zeit ohnehin als Transmenschen erkennbar. Ein Vergleich mit dem Outing eines homosexuellen Menschen ist gar nicht möglich. Und sich sage es nochmal in aller Deutlichkeit: Es hat niemand ein Recht, anderen zu unterstellen, sie könnten sich verletzt fühlen. Das ist Nanny-Verhalten und nicht nur unnötig, sondern unterstellt auch, diese Personen könnten nicht selbst für sich eintreten. Ich mag nicht beurteilen, wie jeder einzelne Transmensch das für sich entscheidet; wenn sich jemand Cisfrauen gegenüber so verhält, dann stört mich das. Grundsätzlich lehne ich dieses Verhalten ab, denn es bevormundet erwachsene Menschen.

        • „Transmenschen outen sich nicht, sie gleichen ihren Körper ihrem wirklichen Geschlecht, als das sie fühlen und sich identifizieren, an. Damit sind sie lange Zeit ohnehin als Transmenschen erkennbar.“

          Oh Gott, nein! Du hast Transsexualität und Transidentitäten überhaupt nicht verstanden. Nur weil ein Mensch z.B. mit Penis geboren ist und sich dennoch geschlechtlich als Frau fühlt, heißt das nicht, dass diese Person mit ihrem Körper unzufrieden ist und irgendetwas daran ändern will. Das *kann* es heißen, muss es aber nicht. Trans* sollte *nicht* auf das das gemeinhin verbreitete „man trapped in a woman’s body“ (oder umgekehrt) reduziert werden.

          Selbst bei einem Fall, in dem eine Angleichung des äußeren Erscheinungsbildes vorliegt, hast du aber keine Ahnung. Wer ein bisschen Ahnung von der Materie hat, der weiß, dass insbesondere Transmänner äußerlich nicht von Cismännern unterscheidbar sind. Also, so gar nicht. (Regelmäßig ein Problem in FLTI*-Räumen, btw)

          „Und sich sage es nochmal in aller Deutlichkeit: Es hat niemand ein Recht, anderen zu unterstellen, sie könnten sich verletzt fühlen. Das ist Nanny-Verhalten und nicht nur unnötig, sondern unterstellt auch, diese Personen könnten nicht selbst für sich eintreten.“

          Meinetwegen. Wenn du das aber als Gegenargument hier benutzen willst und anderen „Nanny-Verhalten“ unterstellst, dann implizierst du damit, dass keine*r der Unterstützer*innen eine Trans*person ist. Du müsstest erstmal zeigen, dass alle Unterstützer*innen cis sind, denn ansonsten machst du mit deiner Unterstellung des Nanny-Verhaltens die vorhandenen Trans*personen unsichtbar. Mal Hand aufs Herz: bei wem von den Unterstützer*innen kannst du überhaupt sicher sagen, ob sie trans* oder cis sind?

          • Unterstell mir mal ruhig weiter, ich hätte nichts verstanden. Der einfachste Versuch, jemanden mundtot zu machen. Natürlich gibt es Transpersonen, die ihr körperliches Geschlecht nicht angleichen, spät angleichen, aus welchen Gründen auch immer. Den wenigsten Menschen ist ihr Körper komplett egal. Das gilt sogar für Asexuelle.
            Im übrigen bringst du ein unzulässiges Argument: Ich muß nicht anzeigen, daß alle Unterstützer und Unterstützerinnen cis sind, wenn ich Nanny-Verhalten auf Cispersonen beziehe. Meine Aussage lautet ja „nur Transmenschen haben das Recht, sich dazu zu äußern, ob sie sich durch Ali’s Tweet verletzt fühlen“. Die Wahrscheinlichkeit, daß alle Unterzeichner Trans sind, ist 0. Wie gesagt, ich kenne etliche persönlich.
            Übrigens sprach ich von „Erkennbarkeit über lange Zeit“, und das gilt auch für Transmänner. Nach einer gewissen Zeit, wenn die Hormonbehandlung und OPs entsprechend weit fortgeschritten sind, ist ein Transmann nicht mehr als Trans erkennbar. Für Transfrauen ist es schwerer. Aber bis es soweit ist, sind auch Transmänner erkennbar, und das dauert im allgemeinen mindestens ein bis zwei Jahre. Voraussetzung ist natürlich, daß die beobachtende Person nicht in ihren Sinneswahrnehmungen eingeschränkt ist.

  14. Es gibt keinen Witz, der nicht lustig ist auf Kosten von irgendwem. Irgendwer wird immer vorgeführt. Das ist das Wesen des Witzes. Wer dahinter grundsätzlich Unterdrückung und Diskriminierung sieht, muss Witze generell verbieten.

    Ali, lass dich nicht einschüchtern. Irgendwann muss diesen krakelenden, humorlosen Blockwarten mal Einhalt gebboten werden. Sie haben schon viel zu viel Schaden angerichtet, zuviel Atmosphäre vergiftet.

    • Es gibt aber einen Unterschied in der Schlagrichtung. Insbesondere Satire tritt wenn dann nach oben – in Gegenrichtung der Machtstruktur.

      Man *kann* natuerlich schon nach unten treten, und man *kann* das auch lustig finden. Man muss sich dann aber nicht wundern, wenn das als Unterdrueckung angesehen wird.

  15. Könntest Du bitte auch mal auf diesen Punkt den Du eingangs erwähnst eingehen:

    „Diese Menschen wettern Homophob gegen mich und wollen Queerpolitik für sich beanspruchen?“.

    Welche Menschen meinst Du mit diese Menschen. Ich konnte in der Dir entgegengebrachten Kritik kein homophobes Wettern erkennen. Aber vielleicht fehlt es mir nur an Sensibilität. Deswegen wäre ich Dir dankbar wenn Du es aufzeigen könntest.

    Lieben Gruß
    Ali

  16. LOL. Ganz ehrlich: Ich finde die Piratenpartei politisch total uninteressant, aber was den Unterhaltungswert angeht, so seid ihr einfach unschlagbar. Es ist ein bischen wie das Schauen eines trashigen Films, oder das morbide Bedürfniss einen Unfall zu begaffen.
    Sollte euer sogenannter progressiver, feministischer Flügel mal verschwinden, dann gibt es leider nichts mehr zu lachen!

  17. Ich nehme die Jupis nicht für ernst, wer Quoten fordert, hat Gleichberechtigung noch nicht verstanden. B

  18. Super Statement!
    Gibt offenbar doch noch normale Menschen bei euch.^^
    Aber ich meine das Ernst!
    Super geschrieben!

  19. Zu dumm, dass die Fronten zu verhärtet sind; dass die Feindbilder zu stark aufgebaut sind, als das Du, Ali, die Wahrheit in diesem Brief erkennen und annehmen könntest. Ja, Teile der Unterzeichner lassen ein Verhalten zu Tage blicken, was keinen Deut besser als das Verhalten von dir, das angeprangert würde. Aber macht das diesen Brief an und für sich falsch ?
    Die angeprangerten Aussagen waren No-Gos, und zu diesem Schluss führt einen nicht Humorlosigkeit, nicht Hypersensibilität, sondern schlicht und ergreifend ein Mindestmaß an Mitgefühl, das alle Leute in sich tragen sollten.

    • Was ist Mitgefühl?
      Diejenigen, die andere Menschen BEWERTEN, zeigen gerade kein Mitgefühl. So wie Du Sprache verwendest, dient diese nur der Manipulation.

      Gerade Humor bedarf des Mitgefühls.

  20. Für Andrea „Gaejawen“, meine Gedanken sind bei Dir

    Ein kleines Resümee
    Nach all den Kommentaren bleibt die Erkenntnis, daß es sehr viele Menschen gibt, die nicht in der Lage sind zu fühlen. Die ihren GLAUBEN und damit ihre Emotionalität irrtümlich für Fühlen halten.
    Mitgefühl bedeutet, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Der gläubige Mensch hält dies für überflüssig, denn er ist ja bereits im Besitz der einzig wahren Wahrheit, denn er schließt von sich auf andere.

    GLAUBE ist nicht eine Frage einer Religion, GLAUBE kann nicht bekämpft werden. Es hilft nur Aufklärung, Klarheit schaffen. Das ist eine riesige Aufgabe, denn viele Menschen sind bereits tief verletzt, das erkärt auch ihre Reaktionen.

    Die Welt ist nicht gut und/oder böse, sie ist nur das Ergebnis unseres Verhaltens. Es gilt eine Haltung zu entwickeln, die es dem einzelnen ermöglicht sich selbst zu werden und gleichzeitig den anderen anzuerkennen.

    Das ist eine große Herausforderung. Jeder Mensch sollte sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, daß er sich selbst stetig verändert, er ist niemals zu sich selbst identisch. Genau deshalb benötigt ein Lebewesen empathische Fähigkeiten, denn es ist sich immer auch selbst der Fremde und kann sich nur selbst verstehen, wenn es sich „in sich selbst versetzen“ kann.

    Wer an ein unveränderliches ICH glaubt, wird immer an der Wirklichkeit scheitern.

    Ist Mitgefühl nicht Liebe?
    Ist Mitgefühl nicht Vertrauen?
    Ist Mitgefühl nicht Ehrlichkeit?

    Wer das andere haßt, muß als Voraussetzung sich selbst hassen. Er zerbricht an seinem Glauben an sein unveränderliches ICH.

  21. Unfassbar, was man für ein Aufhebens um so ein dümmliches Gewäsch machen kann.
    Das Zeug online zu stellen und auch noch ausgiebigst zu kommentieren, zeugt von Ali’s Größe. Ich hätte das nicht mal mit *lol* kommentiert, sondern nach dem Überfliegen der ersten drei Zeilen (spätestens dann sieht man, in welche Richtung das geht) direkt gelöscht.
    Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, da sollte man sich doch lieber mit sinnvollen Dingen beschäftigen.

    • ich hätte denen auch einfach geantwortet, die sollen erstmal richtig sprechen und schreiben lernen.

      Im Übrigen ist die queer-netz-feministische Interpretation von queerem Angaschmang auch nicht die einzig mögliche.

      Zudem ist gerade diese Form des Feminismus genau nicht geeignet, Transsexuelle zu vertreten, da Transsexuelle nun wirklich Personen sind, bei denen das Geschlecht im Kopf nicht konstruiert ist, sondern denen meist von Kindesbeinen an klar. Der Gender-Netz-Feminismus kann das überhaupt nicht erklären, wobei er auch sonst gar nichts erklären kann außer der Tatsache, dass immer mehr Menschen ihn einfach nur für dumm halten. Und ignorieren.

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