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Piratenpartei – Eine bittere Wahrheit

Viel passiert, viel Zeit vergangen, doch es bleibt wie es ist, Lagerdenken.

Dennoch, eins bleibt hängen: Es ist die Gewissheit, das wir in unseren Reihen etwas haben, das schnellstmöglich ausgeräumt werden sollte. Misstrauen. Sind wir in unserem klein klein mittlerweile so verrannt, das wir hinter jeder Tür Verrat an was auch immer befürchten? Oder gibt es tatsächlich eine „Hintertür Politik“ wie es viele vermuten? Ich sage meine offene Meinung: Beides stimmt.

Es zu verleugnen wäre mittlerweile auch Selbstbetrug. Offene Geheimnisse auszusprechen, wird aber als Nestbeschmutzung angesehen. 

Dazu erstmal mein Bild von der Piratenpartei. Für mich ist diese Partei ein Haus, mit vielen Räumen. Unsere Grundsätze bilden das Dach. Unter diesem Dach gibt es viele Räume mit den unterschiedlichsten Meinungen. Es gibt Flügel, aber auch Hausflure. Da aber liegt ein Problem: Man lebt zwar unter diesem Dach, hat aber abgeschottet in seinen Raum vergessen, das es auch die Flure gibt, bei denen man sich Treffen kann, sich austauschen kann, seinen Horizont über den eigen Raum heraus erweitern kann. Wir haben den Dialog verlernt. Wenn in einer Diskussion alle anderer Meinung sind, kann man trotzdem einen Dialog führen, solange Konsens nicht nur ein Wunsch ist. Genaugenommen sollte Konsens der einzige Weg sein, so gewinnt keiner die Meinungshoheit und alle fühlen sich gleichberechtigt und ernst genommen.

Doch die Realität sieht so aus, das wir mit uns fremdeln. Doch anstatt endlich wieder zusammenzufinden suchen wir die Schuldigen nicht in einer Selbstreflektion, sondern da, wo es ganz weit weg ist, um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen zuzugeben: Ja, wir alle sind mitschuldig. Alle. Wahrscheinlich auch ich.

Unsere Partei wird von innen zerfressen. Wie Krebs bahnt es sich den Weg durch den Parteikörper, aber wir erkennen dies nicht mehr, wir fühlen nur das wir immer schwächer werden. 

Doch die, die gewählt wurden, um an der Spitze der Partei uns allen einen Spiegel vorzuhalten, uns zu motivieren, zu einen, sind es selber, die sich an ihre Stühle festgekettet haben und so auch nicht mehr den Dialog mit der Basis führen können. Sie sind gefangen, gefangen in ihren Spielchen, die es seit dem gibt, seit es die Zivilisation gibt. Es ist diese unsichtbare Kraft, die immer dann eintritt und den Geist korrumpiert, wenn der Faktor macht ins Spiel kommt.

Es ist ihnen nicht vorzuwerfen, sie wurden gewählt ohne das man darauf achtete, ob ideale nicht nur Worthülsen sind. Reden können blenden, das was hinter der Stirn steht, sieht nur die Person selber. Nicht sie haben versagt, wir haben es. Wir haben uns wohl blenden lassen.

Doch unsere wunderbare Partei ist mehr als das. Wir haben alles, was wir brauchen, um auf unseren Weg weiterzukommen, Hoffnung zu schöpfen. Aber dafür müssen wir erstmal wieder zueinander finden, denn als Einheit sind wir stärker, als alles andere in der Parteiengesellschaft. Wir sind jung, wir sind frisch. Wir haben fragen, wir sind nicht korrumpiert, wir sind nicht versteinert, nein, wir sind agil und fit.

Aber wir brauchen verdammt nochmal einen BuVo, der den Piraten wieder Hoffnung gibt, sie motiviert, ihnen das wieder gibt, auf das wir alle warten: Endlich wieder eine Starke Gemeinschaft zu sein, die mit geballter Energie nach vorne geht, verändert und den Bürger wieder zeigt: Ihr werdet gehört, ihr seid auch ein Teil von uns, wir werden eure Freiheit verteidigen, Bürgerrechte wahren und die Menschenrechte durchsetzen.

Ich bin traurig.

Die Piraten, die sich einsetzen, unbeirrt und mit dem Glauben an die Partei, leiden darunter. Sie bauen uns auf und bekommen mit, wie andere das getane wieder zusammenstürzen lassen. Ich bewundere sie, sie haben die Kraft alles wieder zusammenzubauen und noch weiter zu gehen. Warum seht ihr sie nicht? Warum lobt ihr sie nicht? Warum erkennt ihr nicht das sie unsere Säulen sind? Sie tragen uns alle! Andere können nicht mal ihr Amt richtig tragen und sie tragen die ganze Partei.

Es tut mir im Herzen weh. Denn ich Bewundere das, habe aber selber nicht die Möglichkeit jeden einzelnen in den Arm zu nehmen und einfach danke zu sagen. Danke das es euch noch gibt, danke das ihr uns trägt.

Ich habe alle unsere „Oberen“ kennengelernt und keiner von ihnen, KEINER, hat sich jemals diese Gedanken gemacht. Ich kann euch nur eins sagen: Ich schäme mich für euch. Und das ist noch das freundlichste was ich sagen kann.

Ich werde nicht sagen das ihr eurer Verantwortung endlich gerecht werden sollt. Denn ihr habt versagt. Versagt, eurer Amt auszufüllen, so, wie es gedacht ist. Nach außen unser Dach befestigen und nach innen zu Arbeiten um uns zu lenken. Nicht in die Richtung die ihr gerne hättet, sondern in die, die die Basis euch in Mehrheitsbeschlüssen vorlegt. 

Ich habe mich schon oft gefragt: Warum mache ich das alles mit. Ich muss sagen, mir fallen langsam keine Selbstlügen mehr ein, der Selbstbetrug hat seine Grenzen.

Wir alle haben unsere Verantwortung, unser Gewissen, unsere Grundsätze. Doch wir sind oftmals Blind. Wir müssen endlich lernen Misstände nicht nur anzusprechen, sonder endlich auch mal zu lösen. Jeder einzelne kann da mithelfen. Das warten dass es jemand anderes macht, muss endlich dem Aktionismus weichen. Wir sind Macher, keine Deligierer und Verantwortungsabweiser.

Ich kann Dinge aus meiner Perspektive ansprechen, ich kann versuchen zu Motivieren, Kraft geben. Aber eins kann ich nicht: Heilen. Das können nur wir alle.

Lasst uns bitte wieder zueinander finden. Lasst uns eine Starke Gemeinschaft sein, aus der wir alle Kraft Tanken, für die Aufgaben die anstehen. Jeder Einzelne von euch ist wertvoll und möget ihr noch so denken das ihr nur ein kleines Rädchen seid, so macht euch bewusst, das das ganze auch diese kleinen Rädchen braucht um voran zu kommen.

Wir sind Piraten. Wir sind anders. Wir können das!

Ich bitte euch, teilt mir eure Gedanken mit. Was sagt ihr, wie ist eure Geschichte? Lasst uns anfangen zu reden. Für uns. Danke.

21 Comments

  1. Was lese ich da? Wir brauchen eine Führung…? War das jetzt Vatter Freud? Jedenfalls ist der Mythos von den Vorständen als reinen Vollstreckern des Basiswillens heute endgültig gestorben. Und zu recht.

      • Kann man immer. Was man nicht tun sollte: Fakten negieren. Die jetzige Situation ist auch dem Umstand geschuldet, dass den machtlosen, weil der Basis dienenden Vorständen Mandatsträger gegenüberstehen, denen niemand in die Suppe spuckt, spucken kann. Wenn mir das hier grad mal zusagt, ist das Zufall.

  2. Schmerzhafte, ehrliche, liebevolle und motivierende Worte, etwas anderes fällt mir zu diesem Statement nicht ein.

    Oder doch, das noch:
    Nach 4 Jahren sympathisierender Beobachtung bin ich vor 3 Wochen den Piraten beigetreten, trotz allem oder gerade deswegen.
    Ich bin froh, entdecken zu können, daß nicht nur ich darauf baue, daß es viel mehr Menschen hier gibt, die…-wie Du so schön geschrieben hast-… „uns alle tragen“ und weitermachen, unbeirrt und unverdrossen, weil sie -genau wie ich- etwas bewirken wollen und an die Piratenpartei glauben.

    Liebe Grüsse und Hochachtung für diese offenen Worte
    Ysann

  3. Ich kann dich gut verstehen, dein Bilder sind sehr eindrücklich! Wenn wir statt dauernd uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen, die Menschen, für die wir doch arbeiten wollen, in den Mittelpunkt stellen und dafür gemeinsam arbeiten, werden wir es schaffen! Ohne Selbstdarsteller und Neider,…

  4. Lieber AliCologne,
    zuallererst aufrichtigen Dank für Deine herzlichen Worte! – Ich sehe seit ein paar Monaten – nur anhand von Twitter – wie Du durch die gesamte Republick reist, wie Du versuchst, jeden einzelnen Piraten am liebsten persönlich zu umarmen – und dass Du Dir (neben einigen Anderen) gewaltig den Arsch aufreißt.

    Nein, ich bin kein ParteiMitglied… und werde es auch nie (so etwas geht als Philosoph einfach nicht). Dennoch liegt mir die sozialliberale, de-nationale und zukunftsorientierte Politik der Piraten sehr am Herzen. Ich kritisiere ganz offen Euren BuVO (nicht die Menschen, nicht die Personen – die kenne ich nicht) – dessen Auftreten, dessen (Nicht)-Philosophie und vor allem das… m. E. echt unpiratische Verhalten.

    Nun, als die Piraten so viele Erfolge hatten, geschahen mehrere Dinge:
    1. Die anderen Parteien… und insbesondere das System erkannten die ‚Gefahr‘, welche von den Piraten ausging. Transparenz, Liberalisierung, Schutz des Einzelnen, gerechtere Verteilung und und und – da sahen viele ihre Pfründe in Gefahr.
    2. Ganz viele Menschen wendeten sich den erfolgreichen Piraten zu… und brachten ihre Meinung ein. Leider gewannen dadurch oft unqualifizierte Meinungen die Oberhand – das, was eigentlich die anderen Parteien tun, oder deren JugendAbleger tun sollten, wurde auf einmal zu den Piraten getragen [A) Einschränkung der MeinungsFreiheit (‚Wo kommen wir denn hin, wenn jede Meinung erlaubt ist, dann könnten ja auch ‚Nazis‘ und ‚FrauenFreinde‘ zu Wort kommen); B) Versuch eines medienkonformen ErscheinungsBildes… statt der Versuch auf Wahrhaftigkeit zu setzen; C) Viele Themen wurden neu aufgemacht, obwohl die Piraten schon seit Jahren wissen, dass sie eigentlich die besseren Lösungen schon erarbeitet haben (okay – das ist jetzt zu schwer zu erklären).

    Naja, jedenfalls, Das, worauf es ankommt, nämlichzu sagen: „Wir sind die Piraten, wir wollen das System ändern – das System geht so nicht mehr weiter, wir wollen, dass Jeder wieder dabei ist (auch NichtWähler, auch Jene, welche durch die (teilweise verschissene) ‚CDU-CSU-SPD-FDP-GRÜNE__MITTE‘ an die Ränder gedrückt wurden). Wir wollen lieber die Zukunft gestalten, als auf ein plattes „weiter so“ zu setzen. Wir Piraten sind keine Gegner, wir üben Respekt, auch und gerade gegenüber der anderen Meinung – aber wir denken, die Gesellschaft ließe sich besser gestalten – ohne AbMahnungsPraxis, durch welche hunderttausende Menschen abgezockt werden; ohne Einschränkung im InformationsBereich (also Einschränkungen, welche ganz allein durch kommerzielle Interessen entstehen); Wir wollen den Zwang und die Nötigung zur Arbeit durch ein BGE mildern; wir wollen uns international mit Allen vertragen, weil wir nur diese eine Kugel haben! Und so weiter.

    Wie auch immer. Ich sehe das Potential der Piraten – sie könnten zwisch 30 und 60 Prozent bekommen – das ist der StimmenAnteil, den man braucht, um etwas entscheidend verändern zu können… und den bekommt man auch, wenn die Mehrheit in der Bevölkerung etwas ändern möchte.
    Nun ist es so, dass wir in einem ziemlich komfortablen Land leben, d. h.: Viele der Menschen, denen es relativ gut geht (zu dieser Gruppe gehören auch nicht wenige Piraten) haben gar kein Interesse daran, etwas wirklich zu ändern! Man kann es ihnen nicht vorwerfen, es ist einfach so. Das Problem ist, dass Jeder, der vorausdenken kann, weiß, dass unsere ‚paradisischen‘ LebensUmstände sich nicht werden halten lassen, wenn wir weiter diese Art von MenschenTypus – ich meine Diejenigen welche heute oft in entscheidenden Positionen sitzen (Karrieristen, Ökonomisten, Sozio- und Psychopathen und nicht selten verwöhnte, realitätsfremde, skupellose MachtLeute) – über uns bestimmen lassen. Das kann einfach nicht gut gehen – das liegt auf der Hand!
    Also wird Jeder in der PiratenPartei, der wirklich kompetent etwas am System ändern will (und zwar, um am Ende etwas zu bekommen, was für alle Beteiligten besser ist!) auf irgendeine Art und Weise gedisst, entmotiviert, im Stich gelassen, von Ärger überhäuft usw. Manchmal scheint der Ärger aus der Partei zu kommen, manchmal von außen – letztendlich ist es fast egal.
    Ja, ich gehe soweit, zu behaupten, dass das jetzige System, welches sich verständlicher – und idiotischer Weise bedroht sieht, sich offensichtlich nicht entblödet, ‚MaulWürfe‘ in der PiPa zu plazieren – je weiter oben, desto ‚effektiver‘! Ob das paranoid klingt? Ja na klar! (In der DDR wurde man auch schnell für paranoid erklärt, weil man das Gerücht weitererzählte, dass angeblich Zehntausende Leute für die Stasi Berichte schrieben (auf SchreibMaschienen!).)

    Für wieder Andere ist die PiPa einfach ein geschäftlicher GlücksFall – das schreibe ich neidlos – ich sage es nur, damit es nicht gänzlich unter den Tisch fällt.
    Einige der Ideale der Piraten werden nicht umgesetzt bzw. so umgesetzt, dass sie das Gegenteil erreichen.
    Beispiel: Piraten sind für Transparenz
    Das finde ich sehr gut, daran mangelt es im System.
    Aber wenn ich jetzt wissen will, Wer an der Herstellung der ganzen PiratenParteiWerbung (insbesondere der schönen PiratenAufkleber und Buttons) ‚verdient‘, wieviel für Das und Jenes ausgegeben wird, wenn ich wissen will, Wer etwa noch den BuVo kritisiert, Wer die ‚großen Spender‘ für die PiratenPartei sind, Wer Warum Wo das HandTuch geworfen hat, dann muß ich mich durch einen Wust von WebSeiten wühlen, wo ich – selbst als Neugieriger – sehr sehr schnell die Lust verliere.
    Was ich damit sagen will… und Du hast es ja in Deiner Rede auch anklingen lassen… ist die Motivation. Wenn man motiviert ist, wenn man das Gefühl hat, an einer wirklich großartigen Sache mitzuwirken, wenn man spürt, dass man selbst die Wirklichkeit verändern kann – dann ist man bereit, über Vieles hinwegzusehen, man lässt sich Vieles gefallen… und man glaubt fest daran, dass Mißstände noch repariert werden. Doch der BundesVorstand.. und nicht nur der (sondern auch Jeder, der Angst um potentielle MitBewerber für dieses oder jenes Pöstchen entwickelte)… taten Alles Erdenkliche, um die Motivation weiter abzusenken – das tun sie sehr erfolgreich!

    Ich mache mich dadurch nicht beliebt… und ich bin auch nicht naiv genug, als dass ich nicht wüßte, wie es Jenen ergeht, welche dem System gehörig in die Suppe spucken. ABER: Ich habe kaum Angst.. Das zu vertreten, was ich eben vertrete: Wir müssen unsere Welt… und unseren Umgang miteinander verbessern – uns bleibt dazu gar nichts anderes übrig!
    Seit die Piraten etwas zu verlieren haben, spürt man manchmal so etwas wie Angst. Das ist nicht schlimm, das ist menschlich, das darf man zeigen. [Warum sollte man als Pirat nicht sagen, dass man Angst hat, bei den Wahlen schlecht abzuschneiden, weil man sich vielleicht zu blöd angestellt hat oder weil man seinen Kurs verlassen hat? (Ich glaube, das HauptProblem ist tatsächlich der KursWechsel.).] Außerdem: Es wäre sehr sehr ärgerlich, wenn sich das System hält bzw. sich der dringend nötigen ErfrischungsKur verweigert.

    Ich bin parteilos… und ich schiele nicht auf Posten. Was ich jetzt sage ist also bitte nicht mißzuverstehen. Die Piraten sollten sich auch Leute suchen, die keiner PArtei angehören oder sogar einer anderen… und diese als Kandidaten aufstellen oder für interne Aufgaben gewinnen (allemal besser, als Leute mit einem PiratenParteiBuch, die in Wirklichkeit sabotieren). Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn die Piraten solche Leute wie Peter Gauweiler, Heiner Geißler, Kirchhof, Ypsilanti oder weiß der Geier wen aufstellen – ich meine Menschen, die in ihren eigenen Parteien auf massiven Widerstand stießen. Es müssen auch gar keine Politiker sein… Hauptsache es sind Menschen, die man schon mal irgendwie wahrgenommen hat, als couragierte Typen eben.

    Was die Piraten auszeichnet ist der respektvolle, selbstironische UmganngsTon. Pirat ist, Wer letztlich bei sich selbst den Fehler sucht (oder gar findet)^^. Ich habe verschiedene StammTische in Berlin besucht – und ich bin sehr angenehm überrascht! Natürlich ist man nicht immer einer Meinung, was aber die Piraten (jedenfalls die, welche etwas piratischer drauf sind) ausmacht, ist der Respekt vor der MinderMeinung. Okay… durch den zwischenzeitlichen Erfolg wurden Manche vielleicht auch zwischenzeitlich mal etwas zum Arschloch. Ein anderer Grund für einige uncoole oder leicht unfreundliche Antworten ist die chronische Unausgeschlafenheit der Piraten!…*lach* Ja – Ihr schlaft Alle viel zu wenig, kaum sieht man mal einen Piraten, der keine AugenRinge verschämt in die Dunkelheit trägt.

    Lasst Euch nichts von den SystemMedien erzählen: Die Piraten sind oft sehr sexy Typen – und erfolgreich – das spricht sich auch unter Frauen herum! Auf lange Sicht werden die Piraten mehr durch Frauen als Männer vertreten sein, auch wenn das jetzt gerade total anders aussieht.

    So. Zum Schluß will ich noch erklären, was ich mit ‚System‘ meine:
    Als das Modell der Bürgerlichen Republik sich endlich gegen das Modell des Christlich-FeudalenStändeStatus durchemanzipiert hatte, meinte es, dass Demokratie darin bestünde, wenn möglichst immer zwei große Parteien oder Lager sich gegenüberstehen – siehe USA (ich glaube, der erste nichtfeudale Staat). Diese Art von Politik… im Sinne von ‚Teile und herrsche“ (wobei mit ‚teilen‘ vor allem das Zerteilen des KräftePotentials gemeint ist) mag vielleicht sinnvoll gewesen sein. – aber wirklich Sinn hat sie nur, wenn sie einen Sinn hat!
    Was wäre der Sinn?
    Der Sinn wäre, einen Staat zu schaffen, der den Armen/Schwachen vor den Reichen/Starken schützt – und umgekehrt; ein Staat, der einen InteressenAusgleich schafft; ein Staat, der aus unterschiedlichen Interessen ein „Wir“ erzeugt; ein Staat, der vor allem die Zukunft aller nächsten Generationen im Blick hat (und nicht ein Staat, in welchem nur temporär für 4 Jahre irgendwelche Pöstchen ergattert werden, um in dieser Zeit einen möglichst gro0ßen Reibbach zu erzielen).
    Das System hat sich also verselbstständigt; es hat den ursprünglichen Sinn, nämlich die Freiheit des Einzelnen zu gewährleisten und dabei eine soziale Gerechtigkeit (welches nicht Gleichheit bedeutet) systematisch herzustellen – diesen Sinn hat das System aufgegeben!!!
    Heute hat es sich pervertiert: Der Staat macht den Reichen noch reicher, den Armen noch Ärmer. Die Freiheit schränkt es von Jedem ein (egal ob reich oder arm). Die Zukunft, der Frieden, der Sinn und die Freude am Leben – alles was für uns Menschen wichtig und schön sein könnte, wird durch Bürokratie, durch Vorschriften, durch Überwachung, durch Kontrolle, durch freiwillige SelbstZensur, SelbstGängelung, SelbstEntmotivierung usw. letztlich öde. Ökonomisten und Pervertierte, sowie PrivatMonster machen uns permanent Angst, wenn wir nicht ’spuren‘, wie sie es wollen, dann ‚entlassen‘ sie uns, dann werden wir für sie überflüssig… und am Ende höchstens noch als OrganSpender benötigt.
    Gut, vielleicht schreibe ich zu umständlich, zu ausführlich. Doch ich will es noch einmal sagen:
    1. Die PiPawill keine Feinde, sie will, dass Jede(r) zur Gemeinschaft gehört!
    2. Die PiPa sollte zwischen 30 und 60 Prozent der Stimmen anstreben.
    3. Die PiPa sollte nie aufhören, die ‚Kritiker‘, die ‚Mäkler‘, die Utopisten und die ‚Fremden‘ willkommen zu heißen.
    Der respektvolle Umgang trägt nicht sofort seine Früchte… hat aber LangzeitWirkung. Irgendetwas ist nicht in Ordnung, wenn so viele engagierte Piraten frustriert sind – ich danke Dir, dass Du es angesprochen hast.
    Euer ‚PlemPlem‘
    Michael Haufe

    • Philosoph? Ja ne, is klar. So ist das eben mit ungeschützten Berufsbezeichnungen, jeder kann, keiner muss.

  5. Naja, Führung brauch‘ ich nicht, aber es würd‘ schon helfen, wenn jeder von uns sich wieder auf das tatkräftig rückbesinnt, weshalb er überhaupt in die Politik gegangen ist.
    In uns steckt ein unglaubliches Potential, und das ist kein Waschmittel-Werbespruch; hierzu halte man sich nur mal vor Augen, was für Projekte wir in unserem Umkreis haben, was für Projekte in unserem Umkreis möglich sind, und stelle sich weiter vor, was wäre, wenn dort mehr Leute anpacken würden… dann würden wir wie eine Rakete über uns selbst hinauswachsen, dass uns positiverweise niemand mehr wiedererkennt… bzw. nur in groben, grundsätzlichen Zügen – unseren Piratenprinzipien…
    das wär’s…

  6. Danke Ali – es sind kluge, konstruktive Worte.
    Ich wünschte, sie würden helfen.
    Der Traum, dass der Schwarm sich als Basisdemokratie vereinen und die Welt verändern könnte, fliegt uns gerade um die Ohren, kreischend von Gier, Hass und Verblendung einiger weniger. Solange diese Störgefühle unser Miteinander dominieren, ist Interweb = Hatemashine und die Piraten können sich damit nur selber ausschalten.

    • Diese Fledermaus ist ein Vampir und am Ende des Films wird es sein, wie am Ende jedes Films mit einem Vampir und einem Vampirjäger.

  7. Och Herr Utlu, wie süß!
    Der Typ will wirklich Publicity um jeden Preis, es kotzt einen echt langsam an.
    Zieh doch noch ne Runde Deinen eigenen Kreisverband durch die Scheisse, für den Du Dich doch sooooo schämst um dann ein paar Wochen später vor den „Arschlöchern“ zu kandidieren.

    Hier, darum gehts dem Typen doch nur:

    @AliCologne
    Bitte, gebt diesen Blogeintrag Reichweite! Danke! Piratenpartei – Eine bittere Wahrheit » AliCologne http://piratencamps.de/alicologne/wordpress/piratenpartei-eine-bittere-wahrheit/ … via @AliCologne

  8. Ich denke, das Wort Elite muss nicht immer am Stand der Person innerhalb des sozialen Gefüges (Piratenpartei) festgemacht werden. Elite kommt aus dem Latein electus – ausgelesen. Das heißt in dem Fall, wie die Auswahl getroffen wurde. Und das riecht für eine basisdemokratische Partei mit allgemeinem piratenigen Mandat schon etwas streng. Womit auf keinem Fall den Teilnehmer ans Bein gepinkelt werden soll

  9. Sehr schöner Eintrag, ich hoffe, dass ihn sich der eine oder andere zu Herzen nehmen und das eigene Verhalten etwas reflektieren wird. Ich fürchte nur, dass es ein weiterer Beitrag ist, den sich die falschen Leute zu Herzen nehmen werden, während sich die eigentliche Zielgruppe mit Sprüchen wie „Haters gonna hate“ darüber amüsiert. Trotzdem danke für den Versuch. 🙂

  10. Danke Ali für die aufmunternden Worte!
    Ich war nach dem NDS-Wahlkampf ziemlich frustriert. Ich hatte ein bisschen vergessen, warum wir dashier eigentlich machen.
    Dann kam Leipzig. Und ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass sich da etwas materialisiert. Eine – über alle persönlichen Differenzen hinaus tragende – gemeinsame Vision: Wir sind angetreten, um diese Gesellschaft besser zu machen: Menschlicher, toleranter, gerechter, offener, freier und sozialer.
    Sozial heißt, dass wir uns um einander kümmern.
    Liberal heißt, dass wir Macht nicht missbrauchen, um andere unfrei zu machen.
    Offen heißt, dass wir den Mut haben, Neues auszuprobieren, Fehler zu machen und aus unseren Fehlern zu lernen.
    Wir müssen nur leben, was wir predigen. Eigentlich ganz einfach. Oder?

  11. Die Piraten sind ein neuer Anfang dieser großen Misere die ausgelöst wurde von geldhungrigen Egoisten. So sind wir nicht!Wenn wir es schaffen ein wenig mehr unsere eigenen Wertevorstellungen,bzw. die der Partei anderen näher zu bringen,dann werden wir es sehr weit bringen!Also mehr Mut.. Nichts geht von jetzt auf gleich.
    Alles hängt von denen ab, die den Karren ziehen,das sind wir gemeinsam und das werden wir gemeinsam bleiben.Also,liebe Vorstände,politische Geschäftsführer nehmt euch das zu Herzen und fasst mit an,zeigt,dass ihr es wert seit,gewählt worden zu sein!
    PS:und jeder sollte seine Meinung äussern können auch wenn es nicht der absoluten Meinung der Anderen entspricht!

  12. Moin Ali! Wer soviel schreibst – kriegt auch was zu lesen! Warum sagst Du dies‘ – warum schreibst Du das? Um eine Reaktion zu erfahren – sicher – um ‚die Dinge‘ für Dich zu sortieren und andere daran teilhaben zu lassen – für Erkenntnis und Entwicklung ..

    Du, ich und andere – Teile von ‚wir‘ – mir fehlt Aufklärung über Funktion und Wirkung von Menschen, Einzelnen, Paaren und Gruppen – um mich davon befreien zu können; damit alles inklusive ist. Cliquen, Clans und Klüngel – beim Bier und dann’auch’noch stricken! Ja .. ein Mensch betritt den Raum .. und die ganze Atmosphäre und Situation sind Andere .. was also geht ab .. unter den Menschen ..

    „Partei und Religion sein, ist überheblich von vorn’rein.“ eine Provokation. Partei zu sein, ist ja schon’mal Alleinstellungsmerkmal „ansich“ – Aber was ist Partei „in sich“? In Sichtweite schimpfen manche „Eliten!“ – ja Gleich und Gleich gesellt sich gern .. ich hatte Cliquen, Clans und Klüngel erwähnt und Strick-Kreise angedeutet. Es gibt viele Worte für Gruppen und Untergruppen .. Netzwerke gehören jetzt mal dazu 😉

    Ich wünsche mir in der – und um die Piratenpartei drum’rum Kinder .. und ein gesundes, und darüber hinaus heilendes ’natürliches‘ Verhältnis zu Gruppen und Untergruppen .. und deren Entstehung und Entwicklung. Und wenn ich „Verhältnis“ schreibe – dann meine ich auch „Verhalten“. Verhalten und Verhältnisse sind einander direkte Folgen, Verhalten Verhältnisse! Natürlich kann-darf-und-sollte auch klare Abgrenzung (von Einzelnen oder Gruppen) positive Folge sein. Natürliche Zusammenhänge und naheliegende Auseinandersetzungen finden statt.

    Ali, Du hast viele Worte benutzt und wenige scheinen unpassend. Korregier‘ Sie doch – mit angemessenem Kommentar. Bestimmt findest hier oder da passendere Worte, denn bei aufgeschriebenen Worten wird die Goldwaage ausgepackt – und Kurinthen-Kacker tretten auf – wie ich 🙂 Sau suche erstmal das „Muss“-Wort in Texten .. um zu gucken was geht, wie oft, und was nicht geht .. wie oft – Du liegst beim muss ganz gut 😉 Liebe Grüße, maxen

  13. lieber ali,
    ich hab gestern mit erschrecken deinen tweet gelesen, dass du darüber nachdenkst aus zu trteten, denn für mich bist du genau so ein „jetzt erst recht“ mensch.
    ich hab dich kennen gelernt, da wollte ich gerade (mal wieder) austreten. ich hab es nicht getan, du hast es (hoffentlich) nicht getan.
    ich möchte dich grne in den arm nehmen und danke sagen, ich möchte dir sagen, dass du wichtig für diese partei bist, genauso, wie all die anderen „guten“, die, die einen motivieren, die einem den spaß an dem haufen machen und die, die dafür sorgen, dass man es eben immer wieder versucht.
    für uns. für die piraten. für unser weltbild und unsere ideale.
    fühl dich umarmt (und lass und doch einfach mal wieder ag amok spielen 😉 )
    <3

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