42

Meine Seele brennt

Eigentlich wollte ich nicht Bloggen, aber mittlerweile kocht es in mir. Vor Trauer, vor Wut. Ich bin in die Piratenpartei eingetreten, weil es für mich damals die einzige Netzpartei war. Aber nicht nur das, sie zeigte mir, dass Vielfalt gelebt werden kann, denn diese Partei war vielfältig! Ich kann mich noch genau an meinen ersten BPT erinnern. Es war wie eine Offenbarung. Ich sah Menschen in allen Farben, in allen Ausrichtungen, es war egal wie du bist, wir waren Piraten. Und nun? 

Zunächst unmerklich hat sich etwas in die Partei geschlichen, sich festgesetzt, wie ein böser Schatten. Es brachte Machtspiele, Intrigen und blanken Hass mit sich. Es fing an zu spalten, zu Teilen, zu unterscheiden.

Es brach auf, was unser Kern ist. Die Vielfalt. Die Basis. Uns. Es ging um Macht. Es ging um Persönliches. Es ging um Ideologien – und es hat es geschafft, uns von uns selbst zu entfernen, uns gegenseitig zu misstrauen. Plötzlich fühlte sich jeder in seinen Grundwerten vom anderen angegriffen, obwohl diese nie zur Debatte standen. Im Gegenteil, man hat das bewusst benutzt, um aufzuwiegeln. Es wurden gezielt ‚Feindbilder‘ gesucht und diese in Personen projiziert. Die Masche war perfide, aber wirkungsvoll. Alles schleichend, alles aus dem Hintergrund. Man schaffte sich seine eigenen Legenden. Die Legende von der ‚Anti-Antifa‘ in der Piratenpartei.

 
Ja, ihr kennt die Geschichte schon zur Genüge. Hänge parteifremde Fahnen auf und warte, was passiert. Ein perfektes Mittel, um sich als Märtyrer der gerechten Sache hinzustellen. Denn wer gegen “die Antifa” ist, muss ein Rechter sein. Eine perfekte Waffe, um Menschen zu diskreditieren, fertig zu machen und letztendlich zu vernichten. Denn man selber ist ja Antifa, man ist ja „der Gute“. Bullshit. Jeder Demokrat ist Antifaschist. Alleine mir zu sagen, ich wäre rechts, zeigt doch, das dies nicht immer funktionieren kann. Ich bin Türke. Schwul. Atheist. Ich bin das, was Rechte hassen, sie würden Menschen wie mich “loswerden” wollen. Endgültig.

Trotzdem fielen viele Piraten auf dieses Spiel rein, denn wer von ihnen würde denn von sich sagen lassen wollen, er wäre gegen Antifaschisten? 

Aber zu Legenden braucht man auch immer Märtyrer, die armen Geschundenen, die Opfer wurden, an denen sich das abartige rechte Volk vergehen will. Dazu brauchte man nur einen Grund – und was nimmt man da am besten? Willkommen bei “Bomber Harris”. Eine feige Aktion meiner Ansicht nach, denn wer sich für Menschenrechte einsetzen will, macht das mit seinem Gesicht und steht notfalls auch mit seinem Leben dahinter, für die gerechte Sache. Aber darum ging es nicht. Es ging um Märtyrer. Denn danach konnte man sich immer auf diese Person berufen: “Seht alle her, wir sind die Guten, denn die bösen Nazis bedrohen nun Person X. Wenn ihr gegen uns seid, seid ihr für die Nazis!” Perfekt. Das dabei die Basis, der BuVo, die Presse, Menschen angelogen worden sind, who cares?

Kritiker wurden verfolgt, werden verfolgt. Sie werden diffamiert, sie werden gemobbt, es werden Kompromate gesammelt. Alles Methoden, die auch gerne Faschisten benutzen. Wenn es um das Ziel geht, sind die Mittel moralisch unbedenklich. Ich sage es nochmal: Manche sind so ultralinks, das sie rechts mit ihrer Schulter wieder die Faschisten in der Methodik berühren. 

Man schmückt sich zwar immer wieder mit Menschenrechten, tritt diese innerparteilich aber immer wieder mit Stiefeln nieder.

Unsere Partei ist nicht nur gespalten wegen diesen Dingen, nein, sie misstraut sich selbst, spaltet, gräbt Gräben aus und schaltet, genaugenommen, unsere Partei damit aus.

Die Welt um uns herum wird in der Zwischenzeit zur Hölle. Es geht nicht mehr um die NSA. TTIP. Es geht nur noch um Macht. Ich bin Idealist. Ich mache Dinge aus Überzeugung, notfalls würde ich für die Sache sogar riskieren, dass ich getötet werde. Aber ich mach‘ es, weil ich oftmals die Stimme bin für diejenigen, die keine haben. Deswegen trat ich bei den Piraten ein. Keine andere Partei setzt sich so für Bürger und Menschenrechte ein wie wir. Universal und nicht monothematisch. Wir wollen die Freiheit des Einzelnen. Wir wollen, dass jede Stimme gleich viel wert ist. Wir wollen Selbstbestimmung, wir wollen das alle Menschen ob on- oder offline mit Würde behandelt werden. Wir wollen, dass die Bürger wirklich der Staat sind, zum Wohle aller.

Und deswegen KOTZT MICH DAS DERMAßEN AN, DASS UNSERE PARTEI SO IN DEN DRECK GEZOGEN WIRD für die eigenen Interessen, Ideologien, Peergroups, hinweg über alle Köpfe, einfach so.

Sie wollen es weder einsehen, noch begreifen, was sie anrichten. Fundamentalisten sind von ihrer Sache so überzeugt, das sie nichts, aber auch gar nichts von ihrem Weg abringen würde. Es wird gehetzt, es wird gewartet, das ein Wort zweideutig sein könnte und sofort geht man in den Angriff über. Man kann versuchen mit ihnen zu reden, aber diese Gespräche laufen nie auf Augenhöhe, denn man ist per se der Böse.

Ich sehe Piraten, die aus der Partei austreten. Sie sehen das gleiche Desaster wie ich. Sie wehren sich aber nicht, ihnen fehlt mittlerweile der Glaube und die Kraft dazu. Es sind oftmals die Aktiven.

Unser Rückrat blutet aus, allerorten fehlen Aktive, die helfen und sich für unsere Partei einsetzen. Eine Partei ohne Aktive ist wie ein Wasserrad ohne Wasser. 

Viele nicht-Piraten fragen mich immer wieder, warum ich das mitmache, warum ich mir das antue. Das habe ich mich auch oft gefragt. Zum ersten mal in der Zeit, als ich als Beisitzer im NRW LaVo saß und in der Türkei die Gezi Proteste losgingen. In dieser Zeit hatte ich offen Probleme mit meinen LaVo-Kollegen, stand unter Druck. Aber es wäre nichts gewesen, was wir nicht hätten lösen können. Doch dadurch, was in der Türkei geschah – als ich und meine Familie plötzlich direkt betroffen waren – erst durch Verletzungen meiner Mutter und dann durch ihren späteren Tod, war ich am Ende. Ich wollte mich zurückziehen, ich konnte keine LaVo Arbeit mehr machen. Ich hatte nicht mal Zeit, die Trauer um meine Mutter zu verarbeiten. Ich konnte nicht mal bei ihrer Beerdigung dabei sein. Schon da gingen die Bashings gegen mich los, verfolgten mich auf allen Plattformen. Ich war am Ende, habe mein Amt niedergelegt, wollte raus aus der Partei. Nicht weil die Partei etwas dafür konnte, sondern weil ich persönlich nicht mehr konnte.

Ich bin nicht ausgetreten. Dieser Schritt war für mich letztendlich doch nicht zu nehmen. Ich brauchte nur Zeit für mich, um dann wieder Kraft zu tanken für meine Parteitätigkeiten – wie die der Queeraten.

Doch in den letzten Monaten, ergriff mich ein Gefühl, dass die Partei zerbricht. An all‘ ihren Gates, die im Wochentakt kamen und wie eine Wand auf uns ein fielen. Aber diese Gates kamen nicht von außen, sie kamen von innen. Das Ergebnis seht ihr. Ja, man könnte meinen, das Beste wäre hinzuschmeißen und zu gehen. Nicht für mich, ich bleibe und wenn ich der letzte bin, der die Tür zumacht. Ich will, dass wir wieder Politik machen, auf die Straßen gehen, laut sind. Wir sind so verschieden, wir kommen aus so vielen Ecken, dennoch stehen wir immer wieder zusammen für unsere Sache. Das wurde uns genommen aber da will ich wieder hin. Wir müssen lernen, wieder zu vertrauen und denjenigen, die dies nicht wollen, unmissverständlich klar machen, dass dies bei uns nicht erwünscht ist. Wir wollen kein Mobbing. Wir wollen kein Bashing, keine Hetze, Verleumdung, Feindbilder innerhalb der Partei, wir wollen keine parteifremde Ideologien. Wir wollen diese nicht übergestülpt bekommen. Parteiinterne Demokratie heißt für seine Sache Mehrheiten finden, diese abstimmen lassen und schauen, ob man es geschafft hat. Menschen durch die Kultur der Angst in seine Richtung bringen zu wollen, ist verabscheuungswürdig und nur in Diktaturen zu finden.

Das wollen wir nicht. 

Was wir wollen, steht in unserem Grundsatzprogramm. 

Ich werde keinen meiner Parteikollegen, die gegen mich opponieren die Genugtuung geben und die Partei verlassen. Nein, im Gegenteil, ich bewerbe mich für den BuVo. Ich will helfen die Heilung in der Partei voranzubringen und gegen die, die die Partei offensichtlich bekämpfen, ein Gegengewicht sein. Entschieden wird auf dem aBPT, nicht auf Twitter.

Und ich stehe hinter diesen Hashtag: #reclaimyournetzpartei 

42 Comments

  1. Ich wünsch dir ganz viel Kraft und alles gute für Deine Kandidatur.
    Auf Twitter kann man jetzt ganz gut sehen wie sehr Du den Nerv derjenigen getroffen hast,
    weil es einfach wahr ist was Du schreibst.

  2. Ach, Ali. Hast Du mal Deine eigenen Sachen bei Mumble angehört, die Du da gesagt hast? Aus meiner Sicht findet seit einiger Zeit eine öffentliche Attacke gegen Links statt, an der Du leider auch beteiligt bist und der alles in den Dreck zieht. Es ist eben alles eine Frage der Sichtweise. Dinge wie #keinhandschlag oder #reclaimyournetzpartei sind Zeichen für diesen Krieg, den Ihr führt. Außerdem lasst Ihr Euch von gewissen anderen Leuten instrumentalisieren, ohne es zu merken.

      • Oh, dieser Standpunkt hat mit Anonymous nix zu tun und diese missratene Seite auf Facebook solltest du ebenso nicht als Referenz dafür nehmen.

    • Natürlich läuft eine Attacke gegen „Links“ überlegt euch mal warum das so ist. Linke die agressiv alles und jeden Hassen der nicht 100% ihre ideologische Ausrichtung unterstützt machen sich eben extrem unbeliebt. Linke die Hasspropaganda (Thanks Bomberharris) verbreiten spielen den Rechten doch in die Hände. Mit solchen fanatischen Aktionsformen werden die politisch unentschlossenen ja geradezu abgeschreckt mit dem Ergebniss das die Linke immer weiter geschwächt wird.

    • Und – ZACK! – Ist ein nachdenklicher Blogbeitrag ploetzlich „Krieg gegen Links“, die fadenscheinige Legitimation des „ab heute wird zurueckgeschossen“. Und wieder einmal feige aus der zweiten Reihe.

      Linksfaschismus braucht in diesem Land niemand.
      Danke fuer Deine klaren Worte, Ali!

    • Diese Haltung ist mir auch schon bei Anne Helm begegnet. Es gibt kein Problem. Von Märtyrer zu schreiben passt schon ganz gut wenn jetzt gejammert wird es würde ein Krieg geführt.

      Versteh doch einfach dass viele Piraten einfach keine radikale Piratenpartei unterstützen kann und will. Radikal ist eben einfach zu viel.

      Ich hoffe du kommst aus deiner Opferrolle irgendwann wieder raus und erkennst dass praktisch alle Piraten gegen rechts kämpfen. Aber nicht alle zu Mitteln greifen die übers Ziel hinausschießen oder die Piraten allein auf ein Thema festlegen wollen.

  3. Ich weiß nicht ob es dir aufgefallen ist aber dein text funktioniert ja in beide richtungen ungefähr gleich gut; […]
    Es wurden gezielt ‚Feindbilder‘ gesucht, „die Linksextremisten“, „die Antifa“, „die Ministalinisten“, „die Anarchisten“ etc. und diese in Personen projiziert.
    Die Masche war perfide, aber wirkungsvoll. Alles schleichend, alles aus dem Hintergrund. Man schaffte sich seine eigenen Legenden. Die Legende von den ‚totalitären linken‘ in der Piratenpartei, die, anders als alle anderen, „menschen bedrohen“, sogar Kinder, legenden von „Unterwanderung“ und „Klüngel“… usw. usf.

    Kritiker wurden verfolgt, belauert, bedroht, werden verfolgt, belauert und bedroht. Sie werden diffamiert, als „gewaltbereite“ oder gar „gewalttätige“ „extremisten“, sie werden Kriminalisiert, es werden ihnen Straftaten angedichtet oder ihnen wird unterstellt welche zu planen, sie werden zu antidemokraten erklärt die abseits der gesellschaft stehen, zu untermenschen die man bekämpfen muss, sie werden gemobbt, und zwar organisiert und zu hunderten, es werden Kompromate gesammelt und das mittlerweile sogar Automatisiert. Alles Methoden, die auch gerne Faschisten benutzen.
    […]

    Mir tuts aufrichtig leid dass du da zwischen die fronten geraten bist und dir einiges anhören musst was du wirklich nicht verdient hast.
    Allerdings, und das tut mir ehrlich gesagt richtig weh, ist es sehr traurig zu sehen wie du nicht merkst dass du dich instrumentalisieren und manipulieren lässt und zwar genau durch die methoden die du beschreibst, nur eben von der anderen seite.
    Fast schon wieder witzig wird es wenn du jede möglichkeit des beweisens schon mal präventiv zu einer üblen methode „kompromat sammeln“ erklärst.

    Übel stößt mir aber auf wie du implizit bedrohungen zu legenden erklärst die tatsächlich, bewiesen und behördlich bestätigt realität sind, sie relativierst und berichte darüber zu taktik erklärst und dabei sogar noch zu feige bist namen zu nennen.

    Bis heute, bis zu diesem blogpost, hätte ich dich gewählt, aber der text hier zeigt wie weit du dich schon hast manipulieren lassen in den glauben an eine „linke unterwanderung“ durch „die antifa sekte“, dabei ist das alles sowas von offensichtlich absurd dass man sich nur noch an den kopf packen möchte, aber angesichts der entwicklungen in deutschland und europa ist mir das alles ein wenig zu gefährlich.

    • Es sind aber diese Antifa Extremisten die absichtlich versuchen die Partei zu spalten. Fahnen aufhängen, Bomber Harris, Molotov Cocktails auf die russische Botschaft usw. Diese Leute wählen extreme Aktionsformen um so den Diskurs zu kapern. Man diskutiert also nicht mehr über Netzpolitik, NSA Menschenrechte sondern nur noch über die Antideutsche Antifa und ihre kranke hasserfüllte ideologie.

      Wird Zeit das wir uns unsere progessive Netzpartei zurück holen, höchste Zeit. Kein Fußbreit dem Extremismus, egal ob Nazis oder Antifa. No Paseran.

      • Richtig. Es gibt keine rechten radikalen Aktionen bei den Piraten soweit ich weiß. Auch normale Piraten versuchen nicht irgendwelche Positionen zu erzwingen sondern versuchen eine Klärung der Position der Piraten zu erzwingen. Da seh ich schon große Unterschiede.

        Was aber stimmt ist dass man sehr aufpassen muss im Kampf gegen den Extremismus einiger die den Extremismus anderer bekämpfen nicht selbst dem Extremismus anheimzufallen. Fällt zwar schwer je mehr man sich ärgert aber nur so funktioniert es.

  4. Egal, was da hinter den Kulissen stattfindet und welche Motivation im Einzelnen eine Rolle spielen, aber dein Blog beschreibt die Situation fast genauso wie ich sie auch sehe.
    Dafür meinen Dank verbunden mit der Hoffnung, dass die ANTIFA und Femen erkennen, was jetzt gerade passiert. Und dafür zahlen alle Piraten, also diese auch einen hohen Preis. Vielleicht hat für viele das Bombergate nur das Faß zum Überlaufen gebracht (Pech eben), aber die Aktion hat richtig, aber richtig viele Stimmen und Zuspruch gekostet.
    Ich verkenne nicht die Entschuldigung hierfür und achte diese und finde sie richtig. Nur im Gegensatz zu dieser unreifen Aktion (anders kann ich das nicht bezeichnen) fand die Entschuldigung nicht den entsprechenden Widerhall. Leider.
    Denn bei vielen Gesprächen kam heraus, man kennt jetzt unsere EU-Kandidatin aus Neukölln und fragt sich, ob sie und wir Piraten einen Knall haben. Es kommt mir so vor, als ob diese Aktion das Pünktchen auf dem „i“ war. Muß man fairerweise aber auch sagen.
    Und dass Neonazis unsere Kandidatin bedrohen, geht gar nicht und da braucht sie auch Schutz, dn ich gerne gebe.
    Nur was weiter wird, weiß ich nicht ….

  5. Ooooooooooooooooch… der aaaaaaaaaaarme Ali, der aber selbst gerne mal gegen andere hetzt und shitstormt, wenn er nur genug Piraten hinter sich hat und denkt, dass er selbst der gute ist. Jetzt prangert er genau das an, wenn er mal nicht auf dieser Seite der ach so guten steht.
    Lächerlich.

  6. Zu Alis Blog: volle Zustimmung

    Zu den paar Stimmen hier, die Ali jetzt vorwerfen, er würde ja selber spalten, man könne das alles auch anders herum sehnen, es gäbe eine Hetze gegen eine (angebliche) Unterwanderung durch die Antifa etc.:
    Frage: wer versucht die PP durch das Aufhängen von Fahnen parteifremder Gruppierungen zu instrumentalisieren? Wer versucht die Partei in eine bestimmte Richtung des alten Links-Rechts Schemas zu drängen, statt den Weg eines neuen, offenen Politikstils zu beschreiten, der Kernforderung von Anfang an war?
    Bitte seid wenigstens ehrlich und lasst diese alte Spielchen auch KPD/ML Tagen des „Schuldumkehrens“, das hat noch nicht mal der alte Schnitzler im schwarzen Kanal gut geschafft.
    Die Piratenpartei steht für Vielfalt und nicht für eine ideologische Richtung. Grundkonsens sollte Gewaltfreiheit und Respekt vor der Vielfalt des Menschen sein. Das schließt automatisch jegliche faschistische, rechte Ideologie aus, es schließt aber auch menschenverachtende Gewalt aus den Reihen mancher Antifa Agitatoren aus.

  7. Jaja die liebe Schuldumkehr besser kann man es gar nicht ausdrücken @Anhalter den genau das passiert alle werden zu „braunen“ stilisiert doch diejenigen wo spalten sind die um die es sich dreht sie tragen die Verantwortung für sehr viele Austritte und das derzeitige Misstrauen in die/der Partei.
    Ich hoffe das man sich gegen diese Leute behauptet und bitte Leute #Reclaimyournetzpartei

  8. Es gibt wohl auf beiden Seiten Spalter. Der BuVo schafft es nicht beide Lager miteinander zu versöhnen. Ich habe das Gefühl, dass das Auseinandertreiben sich immer mehr verstärkt. Konzentration auf Kernthemen, auf unser Programm könnte hilfreich sein. Darüber hinaus brauche wir belastbare, professionelle Strukturen. Wer glaubt, eine 30000-Mitgliederpartei ließe sich mal so neben der Arbeit erfolgreich vertreten, soll mir das doch mal genauer erklären.

    Danke Ali

  9. Nicht schrecken lassen. You never did it for THEM, anyway. Hier draußen sind die potenziellen Piratenwähler, und es wird sehr differenziert verfolgt, wie die Prozesse in der Partei funktionieren. #wirsindali

  10. Hallo Ali,
    Ich habe dich mal mit Freude gewählt. Unter anderem, weil du für Laizismus und Antidiskriminierung standest. Ja, LaVo ist nicht politisch, aber ich fand es in unserem eher bürgerlichen LV ein gutes Zeichen. Weil es um linke Themen ging, und ich bin nun mal Linker und so liberal, dass ich häufiger mal am Anarchismus kratze. Ich fühlte mich von dir vertreten.
    Beim aBPT werde ich dich nicht wählen. Weil ich, fern von Berlin und in keiner „Seilschaft“, mich als Linker von deinen Tweets und diesem Text diskriminiert fühle.
    Keiner von uns ist gekommen, weil er irgendwas unterwandern wollte. Wir sind Piraten, weil das Programm großartig ist, weil es endlich eine Partei gibt, die links und frei verbindet. Ich bin Pirat, weil es meine Leidenschaft ist.
    Du willst Leute aus der Partei haben, ich möchte, dass wir weiterhin eine bunte Partei sind, in der ich nicht weggemobbt werde. Du sagst, du willst dafür arbeiten, dass diese Partei gesundet. Ich glaube, sie ist krank vor dem Hass, den auch du schürst. Du stellst uns mit Nazis gleich, Roman nennt uns Faschos. Wir sind Linke. Jeder von uns wirft sich in die Bresche dafür, dass du weder weil du Türke bist, noch weil du homosexuell bist noch weil du Atheist bist, verfolgt wirst. Die Faschos sind die anderen.
    Ich bin es unglaublich leid. Wir haben so viel zu tun, und heute wurde wieder jemand total demotiviert, nur weil er einen Podcast mit dem Restvorstand gemacht hat, der sich gerade den Arsch aufreißt. Ich frag mich, was das alles soll …

    • Leider gibt es viele Linke die nicht die Anfia oder die Antideutschen unterstützen. Die dann aber von den anderen Linken die das tun gleich mal in die Rechte ecke diffamiert werden. Leider gibt es auch in der Linken ströumngen die extrem intollerant sind, von denen sollte man sich eben distanzieren.

      Genauso wie man sich auch von rechten oder religiösen Fanatikern distanziert.

    • „weil es endlich eine Partei gibt, die links und frei verbindet.“ — das „links verbinden“ ist das Hirngespinst, was die Piratenpartei kaputtmacht.

      Denn es ist schlicht abstossend und niemals angestrebtes Ziel der rational Liberalen („r“, nicht „n“ vor ational) sich als Haufen Linker zu positionieren.

      Der Kern der Piratenpartei war dort, wo die Vernunft ist. Wenn es zu einem Antifafaehnchen-Gewedel wird, dann ist es Zeit fuer #reclaimmynetzpartei …. und dabei ist es egal, wie diskriminiert sich Linksideologen am Anarchistenrand fuehlen. Sie koennen ihre eigene Partei aufmachen.

    • Ich bin auch eher weit links verortet. Trotzdem würde mir nie einfallen Radikale zu akzeptieren. Warum manche Linke radikale Rechte ablehnen aber radikale Linke ok finden sehe ich nicht. Das zu Bekämpfende entschuldigt eben nicht die Wahl der Mittel.

      Dieses messen mit zweierlei Maß ist einfach nicht akzeptabel.

  11. Ali, Leute wie dich braucht die Partei. Leute wie dich braucht der BuVo. Auch du schießt manchmal mit deiner Argumentation übers Ziel hinaus, aber im Wesentlichen hast du recht. Go for BuVo!

  12. Antifa, Antideutsche und antikapitalisten haben etwas gemeinsam. Nämlich das sie „Anti“ sind. Also ihre Ideologie basiert nur darauf gegen etwas anderes zu sein, gegen etwas zu kämpfen. Folglich sehen diewse Leute auch überall nur feinde und suchen den Kampf. Wer nicht für sie ist ist gegen sie und wird bekämpft.

    Diese Ideologien sind daher äußerst destruktiv, genauso destruktiv wie die Rechten Hassideologien die ebenfalls nur darauf ausgerichtet sind den „Feind“ zu vernichten und zu kämpfen.

    Daher sollte die Piratenpartei sich von solcherlei extremismus distanzieren. Dann klappt das auch wieder mit der Zusammenarbeit. Den „Antis“ muss klar gemacht werden das sie in einer progressiven Partei nichts verloren haben.

  13. danke ali. ich werde dich wählen und deinen wahlkampf hier in hessen fördern. nicht weil ich dich für besonders fähig halte oder glaube, dass du irgendwas verbesserst. vielmehr möchte ich dich einfach in der situation erleben, in der auch du den buvo gebracht hast. mit ‚investigativ‘-suggestiven fragen, äußerst vagen andeutungen, unbelegten äußerungen und auch der von dir ganz besonders geliebtem opferrolle. und während du strauchelst, werde ich meine hände so wie du jetzt öffentlich in unschuld waschen und immer wieder behaupten, du und deinesgleichen hätten mich als nazi beschimpft. garnieren werde ich dieses mit aussagen zu meiner herkunft meiner sexualität und meiner unglaublichen leistung innerhalb der partei, um gar keinen zweifel an meiner integeren politischer ausrichtung aufkommen zu lassen. nicht müde werdend, immer wieder zu betonen die partei niemals zu verlassen und das feld nicht den ideologischen idioten zu überlassen. und glaube nicht dass irgendein gate zu klein, irgendeine fehlerhafte aktion zu unbedeutend oder irgendeine deiner aussage zu nichtig ist, um sie nicht zu skandalisieren.
    ali in den buvo – das soll ab jetzt unser aller ziel sein.

  14. Ja klar. Mit diesem Pathos und dieser Angriffshaltung wirst Du im BuVo sicherlich helfen, „die Heilung der Partei voran zu bringen“. Sorry, aber der Text ist sowas von einseitig und ich kann diese Märchen der „Unterwanderung“ nicht mehr hören.
    Ich kann nur hoffen, dass Du nicht in den BuVo gewählt wirst. Wir brauchen da Leute mit Überblick und Verständnis für beide Seiten und eben keinen BuVo, der Partei ergreift und die „Anderen“ als schuldig hinstellt, wie es dieser Blogpost tut.

    • Verständnis für beide Seiten klingt zwar gut aber würdest du auch Verständnis haben wenn ein Nazi bei den Piraten eine ähnliche Aktion gemacht hätte? Ich schätze eher nicht. Vielleicht solltest du mal anfangen Verständnis dafür aufzubringen dass andere Piraten eben keine Radikalen egal welcher Ausprägung toll finden.

  15. Deinen Namen werd ich mir merken und wählen. Ich finds echt schade wenn gute Leute einfach aufgeben. Das ist wie Nichtwählen. Man überlässt das Feld denen die man eigentlich nicht haben will. Und das ist reichlich dumm.

  16. Mit deinem Blog „meine Seele brennt“ sprichst Du auch mir aus der Seele. Allerdings habe ich den Mut, gegen die Machtmenschen zu kämpfen, nicht mehr aufgebracht und mich beurlaubt. Ich sehe mich bereits nach anderen Parteien um. Die Piratenpartei war wohl doch nur ein Wunschtraum. Da lese ich deinen Text. Feuer flammt in mir auf. Ich werde nochmal „überlegen gehen“. Dir wünsche ich Kraft! Und Energie! Vielleicht sind die Werte und Wünsche der Piratenpartei, die ich in 2011 Im Programm kennengelernt habe, doch noch nicht verlohren. mfg, Thomas

  17. Traurig, dass so ein Artikel überhaupt nötig war. Aber er stellt sehr gut dar, was in unserer Partei läuft. Da werden im Namen der Partei auf der Parteiseite Statements veröffentlicht, deren Verfasser im Dunkeln bleiben , allerdings wenigstens so fair sind, zuzugeben, dass es nicht der BuVo war. Ich spreche von diesem: https://www.piratenpartei.de/2014/04/17/friedensbewegung-2-0-lasst-uns-auf-die-strasse-gehen-aber-nicht-dort/ Nur eine Aktion. Außerdem stelle ich fest, dass der Gebrauch der Worte „Rassist“ oder „Nazi“ in den unsinnigsten Zusammenhängen schon so inflationär gebraucht wird, dass diese bereits jegliche Bedeutung verloren haben. Mittlerweile darf man sich, wenn man auf Grund einer anderen Meinung zu irgendeinem Thema wieder als „Rassist“ oder „Nazi“ beschimpft wird, schon fast geehrt fühlen. Schließlich scheint dass zu bedeuten, dass man noch selber denkt anstatt uniform jeden noch so großen Blödsinn mitzumachen.

    Ich hatte jedenfalls gute Gründe, meine Teilnahme am Wahlkampf zu verweigern. Das Bombergate war nur der letzte Auslöser. Und weil ich dass offen kundgetan habe, werde ich auch gemieden. Aber sei es drum.

    Am genialsten finde ich, dass die Leute, die jetzt darüber jubeln, dass wir mit Julia Reda EINE!!! Abgeordnete nach Brüssel schicken, offensichtlich nicht verstanden haben, dass das ohne das Fallen der 3%-Hürde nicht möglich gewesen wäre. In Wirklichkeit stehen wir vor einer katastrophalen Niederlage!!! Die WählerInnen haben uns abgestraft, weil wir sichtbar nur noch für irgendwelche Randgruppen aktiv sind. Dass, was wir für die BürgerInnen machen, wird nicht mehr wahrgenommen, weil die Antifa diese Aktivitäten überschreit und nur IHRE Sache als die „einzig wahre Piratenpolitik“ nach außen trägt.

    Nun heißt es, auf dem aBPT aufzuräumen und die Partei wieder funktionsfähig zu bekommen. Denn dass ist sie derzeit nicht. Und dafür drücke ich uns die Daumen.

    Ali, ich wünsche dir für deine Kandidatur viel Glück und die Kraft, in dieser Partei was zu ändern. Machen wir aus den Piraten wieder dass, was sie mal waren. Oder lösen wir die Partei auf. Dann würden wir wenigstens den Radikalen den Schutz und die Infrastruktur einer Partei nehmen. Dass kann natürlich nur der letzte Ausweg sein, aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.