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Piratenpartei – Eine bittere Wahrheit

Viel passiert, viel Zeit vergangen, doch es bleibt wie es ist, Lagerdenken.

Dennoch, eins bleibt hängen: Es ist die Gewissheit, das wir in unseren Reihen etwas haben, das schnellstmöglich ausgeräumt werden sollte. Misstrauen. Sind wir in unserem klein klein mittlerweile so verrannt, das wir hinter jeder Tür Verrat an was auch immer befürchten? Oder gibt es tatsächlich eine „Hintertür Politik“ wie es viele vermuten? Ich sage meine offene Meinung: Beides stimmt.

Es zu verleugnen wäre mittlerweile auch Selbstbetrug. Offene Geheimnisse auszusprechen, wird aber als Nestbeschmutzung angesehen. 

Dazu erstmal mein Bild von der Piratenpartei. Für mich ist diese Partei ein Haus, mit vielen Räumen. Unsere Grundsätze bilden das Dach. Unter diesem Dach gibt es viele Räume mit den unterschiedlichsten Meinungen. Es gibt Flügel, aber auch Hausflure. Da aber liegt ein Problem: Man lebt zwar unter diesem Dach, hat aber abgeschottet in seinen Raum vergessen, das es auch die Flure gibt, bei denen man sich Treffen kann, sich austauschen kann, seinen Horizont über den eigen Raum heraus erweitern kann. Wir haben den Dialog verlernt. Wenn in einer Diskussion alle anderer Meinung sind, kann man trotzdem einen Dialog führen, solange Konsens nicht nur ein Wunsch ist. Genaugenommen sollte Konsens der einzige Weg sein, so gewinnt keiner die Meinungshoheit und alle fühlen sich gleichberechtigt und ernst genommen.

Doch die Realität sieht so aus, das wir mit uns fremdeln. Doch anstatt endlich wieder zusammenzufinden suchen wir die Schuldigen nicht in einer Selbstreflektion, sondern da, wo es ganz weit weg ist, um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen zuzugeben: Ja, wir alle sind mitschuldig. Alle. Wahrscheinlich auch ich.

Unsere Partei wird von innen zerfressen. Wie Krebs bahnt es sich den Weg durch den Parteikörper, aber wir erkennen dies nicht mehr, wir fühlen nur das wir immer schwächer werden. 

Doch die, die gewählt wurden, um an der Spitze der Partei uns allen einen Spiegel vorzuhalten, uns zu motivieren, zu einen, sind es selber, die sich an ihre Stühle festgekettet haben und so auch nicht mehr den Dialog mit der Basis führen können. Sie sind gefangen, gefangen in ihren Spielchen, die es seit dem gibt, seit es die Zivilisation gibt. Es ist diese unsichtbare Kraft, die immer dann eintritt und den Geist korrumpiert, wenn der Faktor macht ins Spiel kommt.

Es ist ihnen nicht vorzuwerfen, sie wurden gewählt ohne das man darauf achtete, ob ideale nicht nur Worthülsen sind. Reden können blenden, das was hinter der Stirn steht, sieht nur die Person selber. Nicht sie haben versagt, wir haben es. Wir haben uns wohl blenden lassen.

Doch unsere wunderbare Partei ist mehr als das. Wir haben alles, was wir brauchen, um auf unseren Weg weiterzukommen, Hoffnung zu schöpfen. Aber dafür müssen wir erstmal wieder zueinander finden, denn als Einheit sind wir stärker, als alles andere in der Parteiengesellschaft. Wir sind jung, wir sind frisch. Wir haben fragen, wir sind nicht korrumpiert, wir sind nicht versteinert, nein, wir sind agil und fit.

Aber wir brauchen verdammt nochmal einen BuVo, der den Piraten wieder Hoffnung gibt, sie motiviert, ihnen das wieder gibt, auf das wir alle warten: Endlich wieder eine Starke Gemeinschaft zu sein, die mit geballter Energie nach vorne geht, verändert und den Bürger wieder zeigt: Ihr werdet gehört, ihr seid auch ein Teil von uns, wir werden eure Freiheit verteidigen, Bürgerrechte wahren und die Menschenrechte durchsetzen.

Ich bin traurig.

Die Piraten, die sich einsetzen, unbeirrt und mit dem Glauben an die Partei, leiden darunter. Sie bauen uns auf und bekommen mit, wie andere das getane wieder zusammenstürzen lassen. Ich bewundere sie, sie haben die Kraft alles wieder zusammenzubauen und noch weiter zu gehen. Warum seht ihr sie nicht? Warum lobt ihr sie nicht? Warum erkennt ihr nicht das sie unsere Säulen sind? Sie tragen uns alle! Andere können nicht mal ihr Amt richtig tragen und sie tragen die ganze Partei.

Es tut mir im Herzen weh. Denn ich Bewundere das, habe aber selber nicht die Möglichkeit jeden einzelnen in den Arm zu nehmen und einfach danke zu sagen. Danke das es euch noch gibt, danke das ihr uns trägt.

Ich habe alle unsere „Oberen“ kennengelernt und keiner von ihnen, KEINER, hat sich jemals diese Gedanken gemacht. Ich kann euch nur eins sagen: Ich schäme mich für euch. Und das ist noch das freundlichste was ich sagen kann.

Ich werde nicht sagen das ihr eurer Verantwortung endlich gerecht werden sollt. Denn ihr habt versagt. Versagt, eurer Amt auszufüllen, so, wie es gedacht ist. Nach außen unser Dach befestigen und nach innen zu Arbeiten um uns zu lenken. Nicht in die Richtung die ihr gerne hättet, sondern in die, die die Basis euch in Mehrheitsbeschlüssen vorlegt. 

Ich habe mich schon oft gefragt: Warum mache ich das alles mit. Ich muss sagen, mir fallen langsam keine Selbstlügen mehr ein, der Selbstbetrug hat seine Grenzen.

Wir alle haben unsere Verantwortung, unser Gewissen, unsere Grundsätze. Doch wir sind oftmals Blind. Wir müssen endlich lernen Misstände nicht nur anzusprechen, sonder endlich auch mal zu lösen. Jeder einzelne kann da mithelfen. Das warten dass es jemand anderes macht, muss endlich dem Aktionismus weichen. Wir sind Macher, keine Deligierer und Verantwortungsabweiser.

Ich kann Dinge aus meiner Perspektive ansprechen, ich kann versuchen zu Motivieren, Kraft geben. Aber eins kann ich nicht: Heilen. Das können nur wir alle.

Lasst uns bitte wieder zueinander finden. Lasst uns eine Starke Gemeinschaft sein, aus der wir alle Kraft Tanken, für die Aufgaben die anstehen. Jeder Einzelne von euch ist wertvoll und möget ihr noch so denken das ihr nur ein kleines Rädchen seid, so macht euch bewusst, das das ganze auch diese kleinen Rädchen braucht um voran zu kommen.

Wir sind Piraten. Wir sind anders. Wir können das!

Ich bitte euch, teilt mir eure Gedanken mit. Was sagt ihr, wie ist eure Geschichte? Lasst uns anfangen zu reden. Für uns. Danke.

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Homosexualität

 Wenn jemand weiß was Liebe, Glück und Geborgenheit ist, wird niemals diese in Frage stellen können, egal wer sich liebt.
Er wird Respekt davor haben, dass Menschen Ihr Leben miteinander teilen wollen und das Glück erfahren, das jeder erfahren will.

Liebe bleibt immer Liebe, ob bei Heteros, Schwulen oder Lesben! Unnatürlich ist der, der das nicht respektiert.

Jeder der so eine Liebe als abartig bezeichnet, hat wohl selber nie wahre Liebe erfahren, wird sie niemals erfahren können.

Aus Hass kann sich keine Liebe entwickeln, es tötet jeden Geist ab.

Das tut mir Leid für sie. 

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Piratenpartei – Meine Geschichte

Früher, da waren die Piraten etwas wie die Exoten für mich am Partei Himmel. Doch diese Exoten Partei hatte Themen, die mich in ihren Bann zogen. Sie stehen für alles was mir wichtig ist. Also interessierte ich mich näher was das für ein Haufen ist. Ich fing an Tweets dieser Piraten zu lesen, die Facebook Seiten zu besuchen und ihre Foren zu lesen. Da war etwas, was ich kannte, ich fühlte, dass die Piraten sich kaum von mir unterschieden. Im Gegenteil, sie klangen wie die Menschen mit denen ich mich umgab. Ich spürte, dass da meine politische Heimat sich aufgetan hat. Genauso, wie ich vernahm dass das System diese Menschen versucht hat ins lächerliche zu ziehen. Das tat mir im Grunde weh, denn sie stehen für die richtigen Dinge, zu mindestens aus meinem Empfinden heraus. Doch eigentlich war ich Politik geschädigt. Von Parteien, die sich nicht um uns scheren, Parteien, denen es nur um Machterhalt und Gesichter ging. Doch die Piraten waren anders, sie wollten das alles nicht. 

Nach langen überlegen suchte ich raus wo sich denn diese Piraten in Köln treffen und wollte einfach mal so einen Stammtisch besuchen. Auf dem Weg wurde mir ein wenig mulmig, ich wusste nicht was mich erwartet. Als ich vor der Location stand, war es nicht besser. Es standen einige Personen draußen und Rauchten, ich fragte sie wo sich die Piraten treffen, man sagte mir in einem Nebenraum. Dieser war auch schnell gefunden und der Stammtisch war gut besucht. Verlegen stellte ich mich in die Ecke und wollte einfach erst mal zuhören. Ich merkte wie man mich musterte, oops, sie wissen dass ich neu bin. Nach einer Weile kam eine Pause und die ersten Piraten kamen auf mich zu und ich unterhielt mich mit ihnen. Es war offen und warmherzig. Das war alles vor Neumünster. 

 Ich sprach mit einem Piraten draußen beim Rauchen, wo es um diesen BPT ging. Tom gab sich die Mühe mir alles zu erklären und ich dachte mir, wow, das wärs doch. Beitreten und gleich auf einen Bundesparteitag. Leider waren meine finanziellen Mittel eher mau und ich begrub diese Idee daran teilzunehmen. Die Tage vergingen und der nächste Stammtisch stand an, dort fasste ich dann auch den Beschluss der Partei beizutreten. Ich lernte immer mehr Piraten kennen und langsam kam ich in einen Sog rein, der sich verselbständigte. In Twitter trat ich plötzlich offen als Pirat auf und twitterte viel Politisches. Das kam wohl so gut an, das plötzlich meine Follower Zahl in die Höhe schnellte. Ich war überrascht, ich fühlte mich endlich angekommen, akzeptiert und ernst genommen. Da war eine Energie, ein Zusammenhalt, etwas was ich lange suchte und nun endlich erfahre. 

Ich war gefangen, im positiven und verbrachte immer mehr Zeit mit den Piraten, online und offline. Wie ein Rädchen in einer Maschine, klein aber dennoch wichtig um sie am Laufen zu halten. Bei den Stammtischen hatte ich mittlerweile so viel Selbstvertrauen das ich mich beteiligte, an den Themen und am Leben innerhalb dieser. Eine Woche vor Neumünster wollte ich alles daran setzen, dort teilnehmen zu können. Doch wie so oft scheiterte dies am Geld. Ich las dass bei Tom (@megarosaelefant) das ein Platz im Wagen und im Hotel frei wurde. Ich fragte ihn an ob ich denn mitkommen kann, er sagte zu falls er keinen anderen findet. So kam es auch und so kam ich zum ersten BPT. Als ich mit ihnen die Halle betrat und all die Piraten sah, die Energie fühlte, bekam ich Gänsehaut. Ich dürfte zwar noch nicht teilnehmen, weil ich keine Mitgliedsnummer hatte, aber es war ein erhebendes Gefühl. Ich traf ganz viele Piraten die ich bis dahin nur Online kannte und es war als würden wir uns alle schon immer kennen. Der Sog dieser Partei hatte mich vollends gefangen.

 Mein bisheriger Freundeskreis war von all dem Aktionismus eher befremdet, denn sie konnten mit dieser Partei rein gar nichts anfangen. Es entgegneten mir alle Vorurteile die es gab. Ich merkte plötzlich, dass ich anfing unsere Partei zu verteidigen, zu erklären, es zu mindestens zu versuchen. Ich scheiterte. Denn eine negative Presse folgte der anderen. Ein Shitstorm nach den anderen zog über das Land und ich lernte über die Zeit auch diese Dinge zu akzeptieren und zu überstehen. Was meine Erklärungsversuche nicht einfacher machte. Mein Leben fokussierte immer mehr auf die Piraten. Plötzlich erkannte ich, dass diese Partei mein Leben vereinnahmt hat und ich war mit Herzblut dabei. Jede Kritik die ich an der Partei mitbekam, nahm ich plötzlich persönlich, ganz so als würde man mich selbst angreifen. Ich merkte, wie immer mehr Freunde sich plötzlich zurückzogen und alles was ich über die Piraten z.B. auf Facebook postete negativ kommentierten. Sie griffen die Partei an und vor allem auch mich, persönlich. denn die Einträge wurden immer persönlicher, man setzte meine Person gleich mit der Partei, es gab anscheinend kein Unterschied mehr.  Das tat mir weh. Denn ich war eigentlich der alte, so wie man mich kannte, mit dem einzigen Unterschied das ich nun Pirat war.

So verzog ich mich immer mehr zu anderen Piraten. Im Mumble verbrachte ich Stunden, Nächte, ganze Tage. Ich kommentierte alles auf Twitter, machte Shitstorms mit und kam in einen Strudel, der meinen Tagesablauf plötzlich bestimmte. Resistence is futile. Da wir Piraten eine mitmach Partei sind, fing ich an aktiv mitzuarbeiten. Erst bei den Queeraten, dann auch im Mumble wo ich dank Kyra anfing Runden zu moderieren. Das war etwas was mir Spaß machte. Dann kam der Tag als die Beschneidungsdebatte in den Medien aufkam. Es war für mich ein sehr wichtiges Thema, denn ich fühlte mich von Anfang an als Opfer. Tage, Wochen vergingen und ich sah in den Medien niemanden, der eine andere Meinung als die der Medien vertrat. Ich fasste den Entschluss als Menschenrechtler und Pirat in die Offensive zu gehen und das schlug ein wie eine Bombe. Plötzlich war ich überall in den Medien vertreten, ich war öffentlich. Ich hatte ein Thema aufgegriffen was bewegte, mit dem es aber nichts zu gewinnen gab. Im Gegenteil, es gipfelte in Morddrohungen gegen mich. 

Da geschah etwas Magisches für mich, eine ganze Partei stellte sich hinter mich, solidarisierte sich und gab das auf allen Kanälen kund. Ich bekam hunderte Mails und Nachrichten auf Facebook. Es waren Betroffene und Piraten die mir Mut zu sprachen, die mir helfen wollten und einfach für mich da waren. Medien meldeten sich jeden Tag bei mir, ich gab ein Interview nach dem anderem und wurde plötzlich öffentlich von den bis dahin eher „bösen“ Medien ernst genommen. Einerseits war das fast zu viel, denn ich hatte kaum noch Zeit für mich, andererseits machte es mich stolz unsere Partei in Augenhöhe und ernst genommen zu vertreten. Damit einher kamen aber auch Piraten, die wohl neidisch oder missmutig mir gegenüberstanden und auf mich einhackten. Ich wollte nur kariere machen war noch das netteste was mir vorgeworfen wurde. In meinem eigenen KV, von dem ich mich immer mehr entfremdete, machte sich unsere Schatzmeisterin öffentlich lustig über die Morddrohungen. Ich wiederholte immer wieder, dass mir eine „Karriere“ gar nicht möglich wäre, denn ich bin nicht einmal Passdeutscher. Auch wenn ich bei diesem Thema hunderte Mails und Nachrichten bekam die mir Mut gaben, mir Kraft gaben, zerbrach etwas in mir. 

Ich merkte für mich, dass es auch Teile in dieser Partei gibt, die destruktiv sind. Ich sah immer mehr Streit innerhalb der Partei. Da wurden Piraten gemobbt, niedergemacht, es bildeten sich Flügen und ich begriff langsam, das ich eine rosa Brille auf hatte. Dann begann der zweite Sog, der negative. Ich verbrachte ganze Tage im Mumble und vernahm eigentlich nur noch Kritik an der Partei. Ich las online Medien und wir wurden auseinander gepflückt. Diesmal war ich aber in einer anderen Situation, ich merkte das vieles was ich da hörte und las, zum Teil stimmte. Als dann noch unser Bundesvorstand anfing sich über die Medien zu bashen war ein Punkt erreicht, wo mir erste Zweifel kamen ob ich noch den richtigen Heimathafen habe. Die Stimmung kippte immer mehr ins Negative, ich sah immer öfter Dinge die einfach falsch liefen.  Ich sah immer öfter Trolle, die nichts anderes machten als ihr Gift zu versprühen. Es tat eigentlich weh, dies alles zu sehen und weder es zu verstehen warum, noch an der Situation etwas verändern zu können. Auch meine eigenen Tweets veränderten sich. Sie wurden lauter und aggressiver. Die Wut und die Hilflosigkeit bahnten sich ihren Weg ins Netz.

Viele andere Piraten, die mir wirklich wichtig sind, zogen sich zurück. Das tat ich dann auch. Ich fühlte mich ausgebrannt, kraftlos. Ich wollte nur noch weg von alle dem. Die Nächte im Mumble bekräftigten dies auch noch weiter, denn ich ging immer öfter mit einem schlechten Gefühl ins Bett, mit negativen Gedanken. Dies konnte aber alles nur geschehen, weil diese Partei mich in ihren Bann gezogen hatte, ein wichtiger Teil von mir wurde. Ich hatte innerhalb der Partei so etwas wie eine Ersatz Familie gefunden, sie war Teil meines Lebens. Sobald ich online war, war sie da. Unausweichlich. 

Als ich dies öffentlich machte, das ich mich zurückziehen will, evtl. sogar die Partei verlassen, waren plötzlich die Stimmen wieder da, die in dem ganzen negativen untergegangen waren. Man sagte mir von vielen Seiten dass ich ihnen wichtig wäre, dass sie nicht wollen das ich gehe, denn dann würde ein Teil von ihnen mitgehen. Mir wurde gesagt, ich hätte eine Verantwortung, weil viele Piraten zu mir schauen würden, meine Meinung ihnen sehr wichtig ist. Ich war erst mal baff. Das war ein wenig viel für mich, denn plötzlich hatte ich so etwas gefühlt wie Verantwortung. Das ehrte mich, war aber auch gleichzeitig etwas, mit dem ich erst mal klar kommen musste.

Ich wäre Meinungsmacher, ich hätte Einfluss in die Partei mit dem was ich sage. Ich war irritiert, denn ich hatte das niemals so empfunden. Dann kam Bochum.

Bochum, ja, der Parteitag von dem ich kaum etwas mitbekam, da ich egal wo ich hin lief, immer Piraten um mich hatte die mich kennen lernen wollten aus dem ganzen Bundesgebiet. Als man auch noch anfing zu Twittern wo ich bin, was ich mache wurde mir das fast unheimlich. Doch es geschah auch etwas Wunderbares: Die Energie, die bis dahin verloren geglaubt war, erfüllte mich wieder. Wir hatten so viele konstruktive Gespräche, positives Feedback und eine Wertschätzung für das was ich machte, was andere aktiv taten, das ich eine gewisse Euphorie verspürte. ich fühlte etwas, das ich seit langem nicht mehr fühlte: Hoffnung.

Diese war mir verloren gegangen. Ich war in so einer negativen Schiene gefangen, das ich selber nicht mehr sah was wir Piraten ohne die negativen Stimmen alles so schaffen. Wie viel Herzblut weiterhin in diese Partei fließt, wie viele Schultern eigentlich mit viel Kraft diese Partei stützen. Ich merkte, dass ich von Trollen so vergiftet wurde, das ich wie umnebelt das alles nicht mehr sah. Im Gegenteil, sie schafften es fast, aus mir das zu machen was sie selber sind. Diese Hoffnung und wärme wieder zu bekommen, öffnete mir die Augen. 

Heute grenze ich mich von den negativen Kräften ab, die mir die Kraft raubten an diese Partei weiter zu Glauben. Ich wende mich an die, die uns positiv weiterbringen wollen und nicht nur reden, sondern es auch aktiv tun.

Ich bin wieder da, mit Energie, Hoffnung und Tatendrang und das alles nur, weil es so viele starke Piraten gibt,  die einen nicht fallen lassen und für einen da sind wenn man sie braucht. Sie waren immer da und werden es auch sein, wenn die Trolle endlich merken dass sie nicht zu uns gehören. Diesen Stachel werden wir uns auch noch ziehen.

Danke an all die Piraten, die mich begleitet haben und mir Kraft gaben, für mich, für uns. Ohne euch wäre diese Partei nicht die, die wir lieben und schätzen.

 

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Appell an Teile meiner türk. Landsleute

Ich mag keine Landsleute, die hier gebo­ren sind und immer noch kein gutes Deutsch kön­nen und ihre Kritiker des­we­gen immer als Rechte beschimp­fen! Macht Ihr Euch da eini­ges nicht zu ein­fach?

Sogar „unsere“ tür­ki­sche Regierung for­dert zu Recht die Eurotürken zum Erlernen der Sprache in der Migrationsheimat auf, genauso wie sie die Integration for­dert. Wollt Ihr die auch als rechts ver­un­glimp­fen? Wohl kaum.

Hört end­lich auf, immer nur Opfer zu spie­len, bringt Euch in das Leben hier ein und Ihr wer­det mer­ken, wie schön es ist, allein nach Leistungen bewer­tet zu wer­den, nicht nach der Nationalität. Seid „Mitbürger“ und nicht „die Türken“. Respektiert andere und Ihr wer­det Gleiches bekom­men!

Wenn Ihr oft nur in Gruppen auf­tre­tet, nur mit Türken rum­macht und oft sehr aggres­siv seid, wie wollt Ihr jemals errei­chen, dass die Deutschen Euch respek­tie­ren? Warum habt Ihr kaum deut­sche Freunde? Haben Eure Eltern Deutsche im Freundeskreis? Können sie genug Deutsch, um auf dem Amt alleine alles zu erle­di­gen, zu ver­ste­hen? Helft Ihr ihnen dabei, deutsch zu ler­nen? Nein, denn auch Ihr könnt meis­tens beide Sprachen nicht rich­tig spre­chen.

Denkt ein­mal daran: in der Türkei ist der Staat viel stren­ger. Ausländer die in der Türkei dau­ernd leben wol­len, müs­sen soviel Türkisch kön­nen, um alle Amtsgänge alleine erle­di­gen zu kön­nen, sonst bekom­men sie kein Aufenthaltsrecht. Macht es Klick bei euch?

Ihr könnt nur mit den Deutschen leben, nicht neben den Deutschen! Lernt die Sprache! Integriert Euch und und Ihr wer­det erfolg­reich und bleibt keine Außenseiter! Denn nur wenn Ihr die Sprache erlernt, habt Ihr die Möglichkeit, auch auf die eige­nen Probleme hin­zu­wei­sen, eine Stimme zu haben in die­sem Staat. Nur so könnt Ihr auch gehört wer­den!
Ich finde, dass der deut­sche Staat in der Hinsicht zu libe­ral ist. Türken, die sich par­tout hier nicht inte­grie­ren wol­len, soll­ten sich über­le­gen, warum ihnen soviel Unverständnis ent­ge­gen­ge­bracht wird. Denn dadurch wer­den alle in einen Topf gewor­fen und in Mithaft genom­men. Mir geht es nicht um Assimilation, son­dern um Integration, das ist ein gro­ßer Unterschied. Ich freue mich, dass es eine kul­tu­relle Vielfalt gibt in Deutschland, was aber nicht bedeu­tet, das man sich der Kultur des Landes, in dem man lebt, kom­plett ver­schließt. Auch scheint es in letz­ter Zeit in Mode, anti­se­mi­tisch zu sein. Als Minderheit auf eine klei­nere Minderheit ein­zu­dre­schen ist sogar noch ver­werf­li­cher! Leider sind eben gerade bei die­sem Thema sehr viele jun­gen Türken unter die­sen. Und dafür schäme ich mich.

Wir Türken haben über Jahrhunderte hin­weg Juden immer wie­der das Leben geret­tet, in dem wir sie bei uns auf­nah­men! Wenn ihr schon so stolz dar­auf seid, Türken zu sein, dann hal­tet euch wenigs­tens an unsere eigene Geschichte.

Ich bin kein Rechter, aber sogar ich habe Angst, abends in Köln auf die Straße zu gehen, nur wegen einiger weniger (nicht aller!) Türken, die mich als Schwulen immer wie­der anfein­den. Wenn Euch die offene, schwule Lebensweise stört, dann geht eben in den Iran oder Irak. Da gibt es keine offen leben­den Schwulen und Ihr habt eure Ruhe! Es gibt schwule Türken, ob es Euch passt oder nicht. Genauso beschämt mich die immer wei­ter ausufernde Deutschenfeindlichkeit unter jungen Türken. Ich kann nicht gegen rechte Spinner kämp­fen, wenn diese Art von Feindlichkeit selbst unter Euch herrscht! Manchmal könnte ich echt ver­zwei­feln.

Auch in dem Wissen, das Ihr nie­mals die­sen Blogeintrag lesen wer­det, bitte ich Euch erneut: Lernt die Sprache! Seid inte­griert und erfolg­reich, keine Außenseiter!

Wer dauerhaft Deutschland als seine Heimat sehen will, muss sein Heimatland loslassen. Wer dies nicht macht kommt nie an. Besonders nicht, wenn man sich mehr für Erdogan interessiert als für den Mindestlohn in Deutschland.

Präsidenten kommen und gehen, aber ihr wollt doch genau wie ich in Frieden in Deutschland Leben, unserer Heimat, meiner Heimat. Bitte, macht das 50 Jährige Zusammenleben mit unseren Deutschen Freunden und Mitmenschen nicht kaputt, denn wir haben hier mehr zu verlieren als unsere angeblichen „Führer“ in der Türkei. Hier haben wir Freiheit, Menschenwürde und echte Demokratie. Sie ist auch unsere Demokratie die wir mitgestalten können, als Teil dieser Gesellschaft. Wir sind Mitbürger!

PS: Ich lasse mir in Deutschland von nationalistischen Türken nicht den Mund verbieten. Ihr macht mir keine Angst, das haben Rechte und Salafisten schon nicht geschafft.

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2013 soll das Jahr der stillen Helden sein und nicht der lauten Trolle

Wo ist der Punkt, als wir Piraten anfingen den Feind in uns zu suchen, anstatt im politischen Gegner? Wo war der Punkt, als wir anfingen in weiten Teilen das zu werden, gegen das wir antraten? Wer mit offenen Augen durch die Partei wandelt würde sie am liebsten wieder verschließen. Politische Ideen wurden durch Eitelkeiten ersetzt und dienen bei vielen als Rechtfertigung gegen alles und jeden zu wettern. Wenn „ihre“ Partei nicht so läuft wie sie es gerne hätten, wird alles in Grund und Boden getrollt. Das geht sehr einfach, soziale Plattformen bieten da ein riesen Battleground und irgend einer springt immer darauf an.

Da gibt es Piraten die in keiner AG mitmachen, aber alles an Anträgen die AG’s einreichen zerpflücken. Es wird nichts unternommen Anträge die evtl. wirklich verbesserungswürdig sind im Vorfeld dahin zu bringen, das sie Konsens finden. Um was geht es ihnen? Aufmerksamkeit oder einfach nur: Was nicht von mir kommt kann nur schlecht sein. Destruktiv und vermeidbar. Denn wir sind etwas schönes: Eine „Mitmachpartei“! Bringt euch ein und helft uns im schwierigen Feld der Politik weiterzukommen.

Dann gibt es die Piraten, die hinter alles und jedem eine Verschwörung sehen. Dem ist nicht mal mit Logik beizukommen, geschweige denn mit Gesprächen, wie schon des öfteren erlebt. Da hilft wohl wirklich nur noch mehr Transparenz und Einbindung in Entscheidungsfindungen um ihnen die Angst zu nehmen.

Hier seien dann noch die erwähnt, die die jeweilig „andere Seite“ damit beschuldigen, die Partei in eine bestimmte Richtung lenken zu wollen. Da gibt es die guten Bayern und die ultralinken Berliner. Angebliche Deutschfeinde, genauso wie die Rechten. Wir sind mal angetreten um zu Einen, für mehr Basisdemokratie und für die Bürger. Aber nicht als Spalter inner- und außerhalb der Partei. Ihr vergiftet unseren Geist, ihr lähmt uns, ihr hinterlasst nur verbrannte Erde. Sucht den Konsens, sucht Gespräche, findet Punkte in denen es Überschneidungen gibt. Wir sind alle in der selben Partei, wir haben Ideale, erinnert euch wieder an sie!

Diese Liste könnte ich ewig weiterführen, doch das mache ich nicht. Denn unsere Partei ist mehr als das. Es ist die Partei der Menschen die etwas bewegen wollen, es auch tun und unsere Säulen sind die uns Tragen. Ich bewundere sie, denn diese Säulen tragen auch alle destruktiven Kräfte und noch viel mehr. Es ist dieser Idealismus der mich Stolz macht ein Teil dieser Partei zu sein. Piraten wie @klausch_th setzen kaum bemerkt fast 24/7 ihre Zeit und Kraft für die Piraten ein. Er hilft Flüchtlingsdemos genauso wie ALG2 Bezieher durch die #Mitläufer. Er hilft Organisieren und macht auch vieles für was sich andere zu schade sind. Er half mir in meiner schwersten Zeit genauso wie anderen Piraten auch. Das alles macht er ohne Nachzudenken, weil er auch an diese Partei glaubt. Ist das nicht wundervoll? Er ist einer von vielen die ohne groß davon zu Reden helfen. Es sind die, die machen. 

Anstatt sich über viele Dinge zu beschweren sollten wir dankbar sein, denn ohne all die wundervollen Piraten die uns zusammenhalten, würde es uns auf Dauer nicht mehr geben, oder zu mindestens nicht in dieser Form.

2013 wird für mich das Jahr, wo ich diese Piraten in den Vordergrund Rücke und sie nach Kräften unterstützen werde. 2013 Soll das Jahr der stillen Helden sein und nicht der lauten Trolle. Denn wir haben viel zu tun dieses Jahr.

 Gebt die Eitelkeiten ab, denkt nicht an Karriere, seid wieder einfach Piraten. Wir sind eine starke Partei wenn wir zusammenstehen. Darum kommt bitte wieder zusammen. Trennt nicht, eint uns.

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Ein Wunsch.

Wenn du die Welt verändern willst, schau in den Spiegel und starte bei dem, den du im Spiegel siehst. Frieden in dir – Frieden in der Welt. 

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Der Bundestag wartet auf uns, lasst uns vereint und vor allem geeint alles für unseren Einzug tun.

 

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Feminismus – Aus Sicht eines Schwulen

Es ist schon sehr merkwürdig als Schwuler die Geschlechterkriege zu beobachten. Da wird von Machos gesprochen, von Femnazis, Geschlechtergestapo, von Kreuzügen gegen die Männlichkeit etc. Keiner der beiden Seiten merkt, das sie sich und ihrer Sache auf Dauer schaden. Seit meinem 18 Lebensjahr (heute 41) kämpfe ich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen, also denjenigen, die in dieser (heteronormativen) Hierarchie sogar noch tiefer stehen als Heterosexuelle, egal welchen Geschlechts. Wir haben in unserer Sache viel erreicht, an Anerkennung. Bis dahin sind viel Blut, Schweiß und Tränen geflossen. Uns half keine Quote. Uns half es, das wir beharrlich blieben, aufklärten und mit Geduld an die Sache gingen. Aber auch das wir uns wehrten wo es angebracht war.

Trotzdem mache ich und viele andere jeden Tag den Sexismus durch, den Feministinnen anprangern. Sexismus ist etwas verletzendes, demütigendes und zutiefst ehrverletzendes. Denn es trifft einen da, wo man nichts ändern kann. Eine Frau ist eine Frau, ein Schwuler/Lesbe ist was es ist, daran läßt sich nichts ändern. Sie werden in eine Ecke gestellt von sexistischen Männern, die diese Männer selber für die anderen geschaffen haben. Ich habe vor langer Zeit für mich entschlossen das ich nicht in diese Ecke gehöre. Ich für mich suche aus wo ich stehe in der Gesellschaft, denn in der Ecke bin ich gelandet weil ich es zugelassen habe.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich angefangen habe in einer Domäne zu Arbeiten, die bis dahin fast ausschließlich von Heteronormativen besetzt war. Als Netzwerkmanager für Großkundennetzwerke. Ich war der einzig Schwule Mann in der Abteilung mit 90 Mitarbeitern und ich machte auch keinen Hehl daraus. Jeden Tag bekam ich Vorurteile mit. Ein Witz hier, ein Dummer Spruch da, immer auf meine Kosten. Es verletzte mich und diesen Ärger schluckte ich jeden Tag runter. Aber ich blieb mir selber treu. Um so mehr ich mit meiner Arbeit überzeugte und in der Firmenhierarchie aufstieg, desto öfter bekam ich diese dummen Kommentare zu hören.

Aber ich bekam auch immer mehr Anerkennung für meine Arbeit. Ich wurde oft zu rate gezogen, auch immer öfter von denjenigen, die dumme Sprüche von sich gaben. Diese Anerkennung hatte ich mir durch Fleiß und Beharrlichkeit erarbeitet. Ich war auf gleicher Augenhöhe angekommen. Plötzlich gab es Situationen, wo flapsig ein Spruch kam und mich Leute in Schutz nahmen, die vor Monaten mich noch selbst Angriffen mit ihrem Sexismus.

Denn sie merkten das es egal war ob ich schwul bin oder heterosexuell, denn meine Leistung war das, von dem alle profitierten.

Aber ich hätte es auch anders machen können. Radikaler, aggressiver, einer dieser Kampfschwuppen werden können. Ich hätte jeden sofort angreifen können bei einem Spruch, zum Vorgesetzten gehen, zum Betriebsrat etc. Ich hätte einen Kreuzzug führen können. Nur, hätte ich damit mehr Verständnis bekommen für mich ganz persönlich, oder hätten die anderen nur den Sexismus weggelassen weil sie eingeschüchtert wurden, aber im Grunde im Kopf nicht anders ticken wie vorher?

Ich habe im nachhinein viele angesprochen in einer ruhigen Minute. Angesprochen darauf was sie von sich gaben und was es in mir bewirkte. Die allermeisten wussten nicht mal was sie verursachten, denn ihr Leben war durch die hetero normative Gesellschaft geprägt worden. Sie wurden selber in Rollen gesteckt, die sie ohne nachzudenken ausfüllten. Viele begriffen allmählich wie bescheuert das eigentlich ist und versuchten an sich zu arbeiten. Sie verdienten meinen Respekt.

Aber es gab auch die Sorte, die einfach nicht lernen wollte, nicht begreifen wollte, ja, sogar einfach bösartig waren. Sie wollten verletzen, sie wollten einen kränken. Was sie am Anfang auch schafften, bis ich begriff, das sie eigentlich die schwächeren waren. Denn ich habe mein Leben lang mit all den Widrigkeiten gelebt, überlebt und mich bis an diesen Punkt gebracht. Ich bin der Stärkere, nicht diese Trolle, die andere verletzen müssen um sich besser zu fühlen. Sie sind diejenigen die arm sind, die sich in eine Ecke stellen und verloren sind, denn wer Sexismus  sät, wird keine Liebe ernten.

Um wieder zurück zum Feminismus zu kommen: Viele machen leider den Fehler sehr aggressiv vorzugehen und letztendlich auf gleicher Augenhöhe wie die Sexisten kein deut besser zu sein. Gleichberechtigung schafft man nicht in dem man nicht besser wird wie die anderen, sondern sich nur angleicht. Auch wenn ich die Wut vollends nachvollziehen kann.

Ich bin immer wieder erschrocken, wenn bestimmte Feministinnen bei grausamen Verbrechen die Todesstrafe fordern, weil der Verbrecher eine unglaublich grausame Tat an einer Frau beging. Macht es sie nicht schlimmer, oder zu mindestens genauso grausam wie die Verbrecher? Es gibt Länder wie der Iran, der Jungen von 15 Jahren öffentlich hängt, bloß weil sie Schwul sind/waren. Gibt es mir das recht diejenigen die daran beteiligt waren auch zu töten? Wenn ich das Fordere was ich anprangere, macht mich das genauso schlecht und ich kann nicht mehr sagen ich vertrete aber die gute Seite.

Wie auch in dem Fall in Indien. Wenn alle beteiligten Vergewaltiger getötet werden, werden dann weniger Frauen vergewaltigt? Werden weniger Frauen zwecks Scheidung mit Benzin übergossen und angesteckt? Nein. Man muss in die Communities, man muss zu den Menschen vordringen, sie Aufklären, Verkrustungen aufbrechen und auch die Frauen stärken und zeigen das sie sich wehren können.

Auch auf der #29c3 gibt/gab es Sexismus. Aber wie viele die sich auf Twitter darüber auskotzen sind zu demjenigen gegangen und haben in Ruhe mit ihm gesprochen, um ihn deutlich zu machen das dass was er von sich gab verletzend ist? Wer das macht, nimmt auch die Person ernst und zeigt ihm, das es OK ist sich zu entschuldigen und in sich zu gehen. Aber aggressiv vorzugehen erzeugt nur eine gegenwehr und stößt eine Spirale an aus der keiner so leicht rauskommt.

Feministinnen haben einen berechtigten Anspruch an die Gesellschaft, als gleichwertiger Teil in dieser anzukommen und anerkannt zu werden. Andere haben diesen Kampf auch geführt und sind auch weitergekommen. Warum schließt man sich nicht zusammen und lernt voneinander? Macht aber nicht die Fehler die andere schon machten, lernt lieber von deren Erfahrungschatz und macht es besser. Bitte.

 

Ich als Schwuler leide auch unter ständigen Sexismus. „Du bist kein „richtiger“ Mann, du bist ja schwul“ ist noch das harmloseste.

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Piraten – Wo schlägt ihr Herz?

Die letzten Wochen waren für mich als Pirat nicht unbedingt leicht. Flügelkämpfe, Antisemitismus Schlachten, Klüngel Vorwürfe, Sippenhaft eines ganzen KV’s etc.

Ja, es ist nicht leicht Pirat zu sein. Oftmals lese ich in Zeitungen, Twitter und Facebook entsetzt, was sich nun wieder ereignet hat. Denn ich weiß, es wird nicht lange dauern und mein Telefon wird klingeln. Das Klingeln derjenigen, die ich dazu brachte uns zu wählen und sie mich nun in Verantwortung nehmen für alles, was bei uns Piraten geschieht. Manchmal erfahre ich erst durch dieses klingeln, dass wieder etwas vorgefallen ist. Diese Augenblicke würde ich am liebsten aus meinem Leben streichen. Früher, ja da hab ich uns verteidigt, reflexartig, ohne zu Denken. Darüber bin ich mittlerweile hinweg, denn ja, wir sind ein verwegener Haufen der immer noch nicht zu seiner Mitte, seinem Konsens gefunden hat.

Ich für mich, weiß einfach nicht mehr ob wir das jemals schaffen werden. Zu unterschiedlich sind die Strömungen in unserer Partei, sie wirken gar zu oft unversöhnlich, sie zerren an unserer Partei wie an einem Wagen und wollen es in ihre Richtung bringen. Diejenigen die einfach machen, sitzen im Wagen und kommen nicht voran. Hilflos dazusitzen, zu sehen durch das Fenster wie zerstritten die Flügel eigentlich sind, ist die größte Schmach.Ich spüre selber Tag täglich, wie die eine oder andere Seite versucht mich von sich zu überzeugen. Ich schaue dem zu und bin sprachlos. Denn ich weiß schon längst wohin ich gehöre.

Ich gehöre zu dem Teil, dem es nicht um Karriere geht, dem Teil, der die ideale der Partei vertritt. Menschenrechte, freie Netze, menschenwürdige Lebensbedingungen, Inklusion und Freiheit des einzelnen.

Doch wo ist das innerhalb der Partei? Ist das links? Mitte? Oben, unten? Denn alle Seiten beanspruchen das für sich. Ich bekomme Intrigen mit, ich bekomme Klüngeln mit, ich bekomme Kriege mit. Verachtung und Hochmut. All das bekomme ich mit, ungewollt, werde aber ein Teil davon weil ich es mitbekomme und verzweifele manchmal an all dem und frage mich des öfteren: Warum bist du eigentlich noch dabei? Weil ich, wie viele auch, noch Hoffnung habe.

Sie gibt mir die Kraft, weiter Pirat zu sein. Es sind die Stillen Piraten die ich bewundere, von denen ich diese Kraft ziehe. Jene die einfach machen, uns am laufen halten und unbeirrt ihren Weg gehen. Es sind weder die im BuVo, noch die anderen „Schreihälse“ die immer und immer wieder zu hören sind, auch wenn es nichts zu sagen gibt. Diejenigen die sich im Mumble aufregen, stundenlang, diskutieren und alles kaputtreden, aber doch nichts für die Partei leisten. Weil sie keine Verantwortung übernehmen wollen. Diejenigen, die auf Twitter alles kaputtreden, alles ins negative ziehen, statt konstruktiv mitzuarbeiten um es besser zu machen.

Ja ich bin es satt diesen Menschen Platz einzuräumen, ihnen zuzuhören. Sie sind Trolle, die  uns immer mehr schwächen, uns die Kraft rauben und uns krank machen. Ich frage mich oft was diese eigentlich bei uns suchen, ich habe da keine Antwort darauf. Aber sie können nur deswegen so agieren, weil wir den Zusammenhalt verloren haben. So können sie uns beeinflussen und ihre Gedanken in uns einpflanzen, wie ein Samen, der, wenn er aufgeht, wie ein Parasit unser Lebenssaft aufsaugt.

Ich hoffe, es wird sich etwas ändern, ich hoffe wir finden alle wieder zusammen. So viele wirklich tolle Menschen in unserer Partei, die ihr Herzblut für uns einsetzen, haben das alles nicht verdient. Es sind die, die ich bewundere, die, denen ich danken will, das sie da sind. Sie sind unser Herz, sie sind unsere Mitte.

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Schein? Sein!

Ich will nach meinem Inneren Ich bewertet werden und nicht nach meinem Körper. Ich kann ihn stählen, ihn formen, ihn unnatürlich muskulös machen. Mir Muskeln anzüchten, die ich eigentlich gar nicht brauche, sonst hätte ich sie ja. Stell dich vor einen Spiegel. Nackt. Schaue dich an: Das bist du. Streichle dir über die Stellen, die du nicht magst. Was spürst du? Streichle über eine Stelle, die du magst. Was spürst du? Beides mal dasselbe. Denn beides ist dein Körper. So und nicht anders. Ist es nicht schön, sich selber zu spüren?

Schließe die Augen und alles an dir fühlt sich gleich schön an, der dicke Bauch genauso wie die Orangenhaut, die eine nette Erfindung der Industrie ist, aber von der Natur gewollt. Sie sollen dir Kraft geben bei etwas, das die Industrie dir niemals geben kann: Ein neues Leben zu erschaffen, zu gebären. Ist es nicht wunderbar wie sich die Natur um dich kümmert? Sich dort Gedanken macht, wo du nur Probleme siehst? Und das kostet dich nicht mal was, sondern nur das, was die Gesellschaft und die Industrie von dir wollen.
Innere Schönheit braucht kein Make-up, braucht keine Parfums, keine Kleider, keine Marken. Sie ist immer da und ist größer als alles was du kaufen kannst. Ich finde mich schön, ich liebe meine kleinen Männertittchen, ich liebe meine Fettpolster an der Seite. Ich liebe meinen Po, meinen Rücken, meinen Schwanz, meine Eier. Mir ist es egal wenn es anderen nicht gefällt.
Ich urteile nicht wie eine Frucht nur durchs Aussehen schmeckt. Ich beiße rein und bilde mir mein Urteil.
Wenn sie schmeckt, ist es mir egal wie sie aussieht. Sie schmeckt eben!
Lass dich nicht erpressen, lass dich nicht in eine Form pressen. Sei wie du bist! Wunderbar! LEBE! JETZT!