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Beide Seiten des Spiegels begreifen

(Dieser Text ist mein subjektives Bild  der letzten Monate aus meiner ganz eigenen Perspektive. Jeder hat seine eigene Perspektive und muss sich darin nicht unbedingt wiederfinden!)

Es war die Vision einer gerechten Welt die uns voranbrachte und Seite an Seite gemeinsam für unser Ziel zusammenarbeiten lies. Vergangenheitsform. Ganz bewußt. Wir haben uns auf halber Strecke verloren, jeder auf seiner Seite des Spiegels. Wir sahen das gleiche Bild, gleichzeitig aber jeder nur aus seiner Sicht. Wir haben vergessen uns gemeinsam davor zu stellen. Wie kam es dazu? Was trennte uns, warum vergaßen wir was uns einte? Ob es dafür eine entgültige Antwort geben wird, weiß ich nicht. Sehr wohl aber das wir das Vertrauen verloren haben, misstrauisch wurden. Wir schnitten uns selber die Möglichkeit ab, uns zu verstehen. Denn dieses Misstrauen war wie ein Gift, das uns von innen zerfraß. Wir ließen es zu, denn es war schleichend. Gates wie das Bombergate oder das Molligate waren nicht der Auslöser, sondern sie brachten offenes Feuer da rein, wo es seit langem schon schwelte. Wir löschten nicht, wir schauten zu wie es sich zu einem Flächenbrand entwickelte. Vielleicht nicht mal mit Absicht, eher aus der vermeintlichen Hilflosigkeit heraus. Egal, es brannte.

Wie komme ich auf das Beispiel mit dem Spiegel? Das hat mit den jetzigen und vergangenen Buvo zu tun. Die sogenannten sozial-liberalen fühlten sich vom alten Buvo im Stich gelassen. Ihnen wurden schleichend die Themen genommen, die für sie die Piratenpartei ausmachten. Prioritäten wurden anders gesetzt, Themen übergangen. Sie wurden mit Gates alleine gelassen. Die vermeintlich gefestigte Seite versuchte gar nicht zu verstehen warum diese Situation eskalieren musste, im Gegenteil, man beschimpfte ganze Landesverbände. Im Gedanken der Überlegenheit fand man sich zusammen, um gezielt Piraten anzugreifen, oftmals schon grenz wertig an Mobbing erinnernd. Man begriff anscheinend nicht, was man tat. Nur im Glauben, die Guten zu sein. Irrglaube. Diese monatelangen Tiraden ließen die Stimmung langsam in Hass umschwenken. Man begehrte auf gegen die vermeintlichen Unterdrücker. Alle Dämme gebrochen, alle Moral abgelegt und nur noch im Verteidigungsmodus ging man aufeinander los. Labels wurden ausgepackt, immerhin musste man sich abgrenzen. Man gehörte ja nicht zu denen, denn jetzt war man selber „die Guten“, mit der selbst vergebenen Lizenz, um mit genauso perfiden und schlechten Methoden den Kampf um die Partei zu eröffnen. Es war ein Desaster, auf beiden Seiten. Plötzlich befanden sich Parteifreunde auf unterschiedlichen Seiten, scheinbar unversöhnlich, jeweils in der eigenen Wagenburg/Bubble gefangen.

Es wurde hässlich, denn natürlich kannte man die Schwächen, die wunden Punkte, die Fehler des anderen. Ich würde gerne jetzt etwas anderes schreiben als: Und diese wurden gezielt benutzt und ausgenutzt, nur um den vermeintlichen Gegner anzugreifen, zu Diffamieren, ihn möglichst in einem schlechten Licht darzustellen, denn, man war ja selber der Gute. Man verfiel dem Fanatismus. Beide. Die einen nannten die anderen „Extremisten“, die anderen antworteten mit „Ihr Rechte!“. Eigentlich passten die Begriffe überhaupt nicht, aber sie waren für die jeweilige Seite das maximale an Verachtung das sie vergeben konnten. Die Muster waren auf beiden Seiten die gleichen. Keiner kann den anderen mehr vorwerfen, denn die Moral, die Empathie galt nicht mehr für den Gegner, alles war erlaubt, alles wurde tatsächlich benutzt. Ja, auch ich war ein Teil davon. Doch ich wurde bald von Resignation gebremst. Die ganze Situation erschien wie die Grabenkriege aus vergangenen Zeiten. Sie waren nicht zu gewinnen, auf beiden Seiten gab es Verluste, man trat aus, aus Schutz. Viele waren eigentlich nur Mitläufer, denn man hatte Position zu beziehen. Bist du nicht mit uns, bist du gegen uns!

Bei alle dem vergisst man die dritte Gruppe. Piraten die keine Stimme nach außen brachten, nicht weil sie dazu gebracht wurden, sondern weil sie als unser Rückrat die Partei am Leben hielten, als Verwaltung, IT-Techniker etc. Sie haben ihre Aufgaben trotz der Schlacht die um sie tobte weiterhin erfüllt. Doch auch sie sind Piraten, auch sie wollen unsere Themen voranbringen, in dem sie uns lauten den Rücken freihalten. Das war der Deal. Sie halten den Rücken frei, wir bringen die Themen an die Bürger. Wir haben versagt. Durch die Schlacht haben wir den Deal gebrochen. Doch wie hätten sie es uns sagen sollen? Die Schlacht war so laut, das sie kein Gehör fanden. Wir hatten uns so selbstverständlich an sie gewöhnt, das wir arrogant es als gegeben annahmen, das alles läuft. Doch jedes Partei Tool funktioniert nur deswegen, weil Menschen sie am laufen halten. #Orgastreik oder mit anderen Worten: Die einzige, wenn auch sehr umstrittene Methode sich Gehör zu verschaffen. Und sie wurden gehört, mit Paukenschlag. Man hielt kurz inne, begriff, da ist noch eine Ebene in der Partei, die man nicht beachtet hatte. Vernünftige Menschen hätten spätestens jetzt gespürt, das alles außer Kontrolle geraten ist. Die Basis, die heillos sich in Wagenburgen verschanzte, ein BuVo, der in sich uneins war und keine gemeinsame Stimme fand. Wir hatten einen kompletten GAU.

Unsere Strukturen, unser nicht vorhandenes Krisenmanagement, unsere Vorstände konnten die Situation nicht auffangen. Man war verunsichert. Aber auch da wurde nach kurzer Zeit alles instrumentalisiert. Jede Seite versuchte die Situation für seine Zwecke auszunutzen. Die einen riefen „Kein Handschlag!“ oder „#reclaimyournetzpartei“, die anderen „Machtmissbrauch!“ „Die Partei wurde als Geisel genommen, Vertrauensverlust!“. Immerhin hatte man eine gemeinsame Forderung: Jeden und alles zu PAVen, damit die eigenen Ziele nicht gestört werden könnten.

Viele Piraten waren sprachlos bei dem was sich abspielte. Es war genaugenommen Grotesk. Mehr Piraten traten aus. Aktive. Wir bluteten aus, es nahm uns die Kraft, aber nur der Kraft, die unsere Themen nach außen bringen sollte, nicht jene Kräfte, die destruktiv weiter an der Partei sich abarbeiteten. Bis hierhin würden man eigentlich sagen, was für ein schlechter Film. Aber dieser Film war real und wir alle spielten brav unsere Rollen, blind, ohne Drehbuch. Aber wir hatten uns ja schnell in unsere Rollen eingefügt. Soweit so traurig. Bis hierhin waren schon viele Gefühle und Seelen verletzt. Man kann davon halten was man will, aber für viele ist die Partei so etwas wie eine Familie, ein Lebensmittelpunkt. Die Partei ist ihr Leben. Durch die internen Schlachten sahen sie ihre Heimat, ihr Zuhause kaputt gehen. Auf beiden Seiten. Was würdet ihr machen, wenn euch jemand Familie und Heim wegnehmen wollten? Es mit Händen, Füßen und alles was man in die Hand bekommt verteidigen. Man fing an, die Gräben die bis dahin gezogen wurden noch mit Wasser zu füllen, es war zwar Wasser, stellte aber Zement dar. Es sollte zementiert werden: Ihr seid die bösen, ihr macht unsere Partei kaputt. Ja, da stand man nun wieder vor dem Spiegel, man sah das Desaster, aber immer nur von der eigenen Perspektive. Hätten man zusammen von oben geschaut, würde man sehen das eigentlich auf beiden Seiten der gleiche Schaden angerichtet wurde. Das wollte man nicht.

Der #Buvo. Für die eine Seite der Garant eine schützende Hand über sein tun zu haben, für die anderen der reinste Verrat, denn der Buvo sollte alle vertreten und nicht parteiisch sein. Selbst intern war das misstrauen so tief, das der Buvo sich selbst zerlegte und auch hier gab es die gleichen Muster wie vorher im Verhältnis Basis zum Buvo: Die eine Seite fühlte sich verraten, als Sündenbock der Basis zum Fraß vorgeworfen, die andere Seite dachte sie könnte mit ihrer Handlung eines Rücktritts wieder ein Gleichgewicht in das Machtgefüge einbringen. Es ist grandios gescheitert. Alle Dämme waren gebrochen. 

Ja, ich verstehe den progressiven Teil des Buvos warum sie so weitermachten. Sie wollten ihr Gesicht wahren, nicht als die gelten, die die Partei im Stich ließen. Denn genau das wurde dem sozial-liberalen Teil vorgeworfen. In sich, aus der ureigensten Perspektive der Buvo „Gruppen“ haben beide das richtige getan. Es bedeutet aber auch nicht, das es tatsächlich richtig war. Denn ein Buvo Vertritt die Partei, dies ist größer als das eigene Unvermögen auch mit Kollegen zu arbeiten, mit denen man privat nichts zu tun haben will. Da aber auch der Buvo unter Einfluss und Druck stand, waren wir es, die letztendlich daran schuld waren. Sie waren alle so in die Enge getrieben worden, das sie nicht mehr frei entscheiden konnten, sie mussten jeweils die Teile der Basis unterstützen, die sie in den Buvo brachten. Somit unterstütze man letztendlich auch den Flächenbrand und war unfähig einzugreifen.

Das bringt mich zum #aBPT. Endschlacht. Gewinn oder Niederlage. Einfluss oder Machtverlust. Also die schlechtesten Grundvoraussetzungen um die Partei wieder zu versöhnen. Daran war weiterhin bis auf die leisen Piraten keiner interessiert und wenn, dann nur als Lippenbekenntnisse. Im Hintergrund brachte man sich in Position, mit allem, was man aufwenden konnte. Auch dies gilt immer für beide Seiten! Die Härte die dabei eingesetzt wurde, erinnert mich an den Film 300. Beide Gruppen sahen sich als die Spartaner. Diese Schlacht sollte viele Ebenen haben. Minutiös geplant. Es gab die Abteilung Bashing: Sie war damit beschäftigt die vermeintlichen Meinungsführer mürbe zu machen. Die Abteilung Kompromat tat genau dies, alles zu durchforsten und verwertbare Dinge gegen die jeweils anderen Kandidaten zu finden. Mehr oder weniger erfolgreich. Es gab die Uboote, die auf beiden Seiten Anerkennung genossen und genau dies auch ausnutzten, umso bekannter, umso erfolgreicher. Subtile Einfluss bleibt genau dies: Einfluss nehmen. Beide Seiten schickten jeweils ihre Drohnen aus, um die Hoheit über Twitter oder Mumble zu bekommen, im Wissen, das dies mächtige Tools sind um Menschen zu beeinflussen. Das war aber auch eine Schwachstelle für beide. Denn genau da geschahen die meisten Fehler. Auf beiden Seiten wurden immer wieder Grenzen überschritten, die sehr persönlich wurden, unmenschlich und offen lesbar für alle. Man verrannte sich, gefangen im Bashing, für einige sogar so etwas wie eine Passion, die anscheinend ihnen eine perverse Befriedigung gab, Menschen zu zerstören.

Menschlich gesehen waren wir alle schuldig. Wir wussten ganz genau was wir alle taten. Wir wussten das wir unsere Moral, Ethik und Grenzen der Menschlichkeit hinter uns ließen, nur mit einem Ziel: Koste es was es wolle, aber der Buvo, gar die ganze Partei, gehören unserer Seite. Wir haben nicht nur uns verraten, wir haben unsere Wähler im Stich gelassen. Wir haben Menschen, die an uns glaubten, die Hoffnung hatten das gerade wir anders sind als die Etablierten, vor den Kopf gestoßen. Wir haben ihnen gezeigt, das wir selber, gefangen in einer Gewaltspirale gar nicht mehr an unsere wahren Ziele mehr dachten. Wir wurden zu dem, was wir hassten. Zu dem Zeitpunkt hatten wir eigentlich verloren. Uns. Das Vertrauen. Die Hoffnung in uns und daraus resultieren der eigen Glaube an diese Partei.

Ich könnte bis hierhin schon Weinen, weil wir es hätten verhindern können, wenn wir uns nur vertraut hätten, haben wir aber nicht. Versagt.

Der #aBPT liegt nun hinter uns. Was wurde gewonnen und vor allem um welchen Preis? Die einen verfallen in Freudentaumel, weil sie Denken sie haben gewonnen, die anderen sehen ihren Platz, ihre Heimat, ihre Themen verloren. 

Der Spiegel hat sich gedreht. Aber es ist nichts gelöst. Natürlich sind die progressiven plötzlich in der Situation, in der sich die sozial-liberalen davor fühlten, mit dem alten Buvo. Faktisch und emotional fühlen sich die progressiven nun als Verlierer und ausgeschlossen. Es ist ganz natürlich, das sie in einer Partei, in der sie im Moment für sich kein Platz sehen, einen Schutzraum schaffen wollen. Die Erde in der Partei ist für beide verbrannt. Auch wenn wir einen neuen BuVo haben, sind diese Fragen nicht gelöst. Wir brauchen Zeit, wir müssen runterkommen, das hier und jetzt verdauen und akzeptieren. Ich kann verstehen das jetzt im Moment Gesten wie #1000Haende teilweise ausgeschlagen werden. Die progressiven brauchen erst mal Zeit für sich, für sie stellt sich etwas in Frage, was es bei den sozial-liberalen auch schon gab: Ist diese Partei noch eine Heimat? Werden unsere Themen nun komplett von den vermeintlichen Siegern an die Wand gedrängt? Wir man noch auf uns hören, denn auch sie waren ein Teil dessen, was uns zerstörte. Ich kann für mich nur um eins Bitten: Gebt ihnen Zeit, bedrängt sie nicht, zeigt, das wir zum Wohle der Partei auf beiden Seiten vergeben müssen. Niemand darf bei diesen Prozess rausgehen, mit dem Gefühl, ihn träfe die alleinige Schuld. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt, wir müssen alle dabei helfen, Vertrauen wieder zu finden.

Ich für mich will meinen Frieden mit denen schließen, die ich als Gegner sah und sie auch mich als Gegner behandelten. Ich will verzeihen und auch um selbiges bitten. Ich möchte Frieden schließen, abschließen, neu anfangen.

Hier stehe ich nun, strecke meine Hand aus, in der Hoffnung sie wird ergriffen. So unterschiedlich wir auch sind, so unterschiedlich wir unsere politischen Prioritäten setzen, diese Partei hat Platz für uns alle. Wenn wir es schaffen uns als gleichwertig zu respektieren, uns Zeit geben die Verletzungen heilen zu lassen, sich zu entschuldigen und die eigenen Fehler zu reflektieren, können wir gemeinsam den anderen Parteien das fürchten lehren.

Kommt ihr mit in diese Zukunft? Sie klingt verlockend, meint ihr nicht? 

6 Comments

  1. …und eines Tages wird es eine ganz normale Partei sein, so wie die anderen auch – oder sie wird nicht mehr existieren, denn die Ursache liegt in der Macht als Basis der Durchsetzung von Interessen (und Meinungen). In unserem „Machtapparat“ moderner Staat werden immer die siegen, denen es vor allem wichtig ist Macht zu erlangen – und gerade das sind Menschen, denen man nichts anvertrauen sollte.

  2. Ich gehe nur auf einen Punkt deines Textes ein :
    #Orgastreik
    Für mich, als wenig technikaffinem IT-Nutzer, war das die Bankrotterklärung der „Internetpartei“.
    Die Tatsache, dass die Sabotage weiter Teile der IT-Infrastruktur keine Sanktionen nach sich zog, war nur noch
    die Kirsche auf der Sahne.
    Den Parteivorstand mit solch einer Aktion erpressen zu wollen (es gab wohl eine Ankündigung, 24 Std. vor Beginn), hätte im realen Leben schon eine Strafanzeige zur Folge gehabt.
    Aber die Aktion dann durchzuziehen, irrwitzigerweise mit „Streikrecht“ begründet, macht die Strafanzeige dann
    zwingend.
    Da hat der damalige Vorstand komplett versagt.
    Die Rechtfertigungen, die dann kamen, waren aus meiner Sicht nur peinlich.
    Der IT-Verantwortliche unseres Betriebs war zunächst verblüfft, als ich ihn auf Konsequenzen einer derartigen Aktion
    ansprach, dann war er ziemlich aufgebracht, weil es wohl eine Art Admin Kodex gibt, der das sabotieren von IT-Infrastrukturen als unethisch ansieht.
    Mein Fazit :
    Eine Partei, die dieses Verhalten, das ihre Grundkompetenz in Frage stellt, toleriert, verdient weder mein Vertrauen,
    noch meine Wählerstimme, geschweige denn meine Mitarbeit.

  3. „So unterschiedlich wir auch sind, so unterschiedlich wir unsere politischen Prioritäten setzen, diese Partei hat Platz für uns alle. Wenn wir es schaffen uns als gleichwertig zu respektieren, uns Zeit geben die Verletzungen heilen zu lassen, sich zu entschuldigen und die eigenen Fehler zu reflektieren, können wir gemeinsam den anderen Parteien das fürchten lehren.“

    1+

  4. Es gab und gibt da neben dem „wir“ der beiden „Seiten“ auch Piraten, die zu schlichten versuch(t)en, dem Aufbau von Feindbildern entgegenzuwirken such(t)en.
    – Und eine große schweigende Mehrheit, die sich gar nicht mit Twitter beschäftigt und es wohl aus Gründen auch nie tun wird.

    In einem Konflikt gibt es immer nur „Verlierer“. Dem vermeintlichen Sieger bleibt nur etwas Zeit (sogenannter „Siegestaumel“) bis ihm dies gewahr wird. Schön, dass Dein „Taumel“ rum ist 🙂

  5. Sorry, aber Du wirfst Dinge zusammen in einem Topf die sich weder vergleichen lassen noch qualitativ ebenbürtig sind. Die chronische Simplifizierung die in diesem Text steht ist leider unübersehbar. Und „einfache Rezepte“ wie Du sie hier anpreist sind anderorts bekannt als „Appeasement“ und wären eine Wiederholung der URSACHE der heutigen Probleme wie sie bereits in den letzten Jahren praktiziert wurde: Friede Freude Eierkuchen und wir haben uns alle lieb (und einige eben ein wenig mehr und die anderen werden ausgegrenzt, aber weil ja FFE herrscht kann und darf das ja nicht angesprochen werden). 😉

    Ergo sum: Appeasement ist keine Lösung. Probleme betrachtet man nicht nur an den Symptomen, sondern vor allem anderen an der Ursache. Bei der Ursache ging es auch immer um Labels bzw (um es mal weniger relativierend zu bezeichnen) gezielten Rufmord. Der Unterschied zwischen Rufmord und kein Rufmord ist eben die sachliche Ebene. Wenn ich Dich als faschistoiden Nazi bezeichne und das maximal öffentlich mache und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch Neuzugängen bei den Piraten (ungefragt) unterbreite und es NICHT den Tatsachen entspricht, ist das Rufmord. Aufgrund der Schwere und der stigmatisierenden und sozial isolierenden Wirkung solcher Verleumdungen.
    Du bist das natürlich NICHT. Wissen wir alle. Aber versuche Dich mal nur EINE SEKUNDE in die Lage einer solchen verleumdeten Person reinzuversetzen. Und nun stell Dir vor dass die Person das nicht nur ein paar Sekunden fiktiv ertragen muss sondern ganz reell seit Jahren. Und dass derartige schweren Verleumdungen nicht nur innerparteilich sondern auch außerhalb der Partei von sogenannten „Parteifreunden“ laufen, ins Privatleben, ins Berufleben. Dass dererlei Verleumdungen Straftaten nach sich ziehen: Bedrohung, Brandanschläge, Einbrüche.
    Und alles weil eine bestimmte Personengruppe und bestimmte Personen andere OHNE JEGLICHEN Beleg oder Indiz dererlei Verleumdungen jahrelang verbreiten.
    Füge dem dann hinzu dass Vorstände anstatt sich vor solchen Zielen derartiger Attacken zu stellen, selbst mitmachen oder es ignorieren oder es passiv unterstützen indem sie zb die dadurch resultierende soziale Ächtung mittragen (organisatorische Ausgrenzung, …).
    Und jetzt will Du allen ernstes wenn ein Opfer solcher massiven Angriffe auf Existenz, Leib und Leben dem gleichstellen, wenn es nichts macht als sachlich korrekt die Methodiken mittels klar definierter Termini zu benennen, laut und klar (siehe Piratenmanifest) auf Missstände solange hinzuweisen bis Abhilfe geschafft wird.

    Ich kann es auch kurz runterbrechen:
    Wenn etwas quakt wie eine Ente, geht wie eine Ente, läuft wie eine Ente und aussieht wie eine Ente, dann ist es wohl eine Ente.
    Bei den Meldungen der Opfer bzgl ihrer Täter konnte dies stets belegt werden. Deshalb nannten sie ihre Täter auch oft Extremisten, oder aufgrund ihrer internen sozialen (Verhaltens)Struktur Sektierer oder nachdem sie sich organisatorisch ein Gesicht verpassten „progressiv“.
    Die Täter konnte sachliche Belege für ihre zahlreichen schweren Verleumdungen nie darlegen, Allein die Wucht ihrer Gruppe wurde verwendet un sich gegenseitig zu zitieren um so einen virtuellen „Beleg“ zu bringen. Ganz so als wenn eine kriminelle Clique vor Gericht sich gegenseitig die Unschuld beteuert und das Gericht dem nun als Beweis glauben soll. really?

    Mein Gegenvorschlag habe ich bereits 2012 veröffentlicht, welcher im Gegensatz zu Deinem Vorschlag deutlich konkreter, nachhaltiger und Lösungs-bezogener ist.

    Denn Friede Freude Eierkuchen ist keine Lösung. Probleme erkennt man, analysiert man und sucht dann nach einer nachhaltigen verträglichen Lösung.

    Bitte betrachte meinen Kommentar NICHT als Angriff. Aber denk ggf mal darüber nach, dass die Welt komplexer ist als ein paar 140z Tweets.

    Dein Freund Simon
    PS: Mein Vorschlag von 2012 findet sich unter: http://simonlange.eu/2012/10/15/shitstop-gentlemens-agreement/

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