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Antifa – Missbrauch einer guten Idee

Die größte Gefahr für uns Piraten sind diejenigen, die „die“ Antifa für ihre eigene Menschenhatz missbrauchen und damit die Partei spalten. Die Ziele „der“ Antifa sind ehrenhaft und unterstützenswert, einiger ihrer Mitglieder nicht. Das sage ich ganz offen, mit dem Wissen, das wohl die meisten sich denken können, um welche Ecke es sich da handelt. Alleine dies offen anzusprechen, ist für sie wohl ein Grund mich auch ins Visier zu nehmen, wie viele andere vor mir auch schon. Ich sage es ohne schön zu reden: In dieser Partei wagt es kaum einer etwas zu sagen zu diesem Thema, denn das was dann losgeht, kann man an vielen Beispielen sehen. Ich bin stark, ich lasse mich nicht einschüchtern, aber sehr sehr viele andere, die einfach Angst haben.

Angst zu haben, die Meinung frei kundzutun in der eigenen Partei, ist das Gift, das stetig wirkt und uns zerstört. Es zerstört Vertrauen. Ja, ich als schwuler Türke habe ureigenste Interessen GEGEN Faschos. Aber die Ideologie „der“ Antifa, muss ich mir nicht zu eigen machen. Nicht ihrer Ziele willen, sondern wegen einigen ihrer Anhänger. Deren Überzeugungen werde ich niemals mit meinen eigenen Werten in Einklang bringen.

Denn: (Einige) Antifaschisten, die die Methoden von Faschisten benutzen um gegen Faschisten anzugehen, werden zum selbigen. Zeit zum Hinterfragen dieser Methodik. Es muss andere Wege geben.

Man kann Faschos bekämpfen in dem man Menschen immun gegen deren Gedankengut macht. Aber nicht, in dem man selber Menschen verachtet.

Es gibt tolle Menschen die ich bei „der“ Antifa kenne, ich weiß das jeder Spinner sich Antifa nennen kann. Versteht mich nicht falsch, aber hier geht es um einen bestimmten Kreis. 

Jeder Demokrat ist gegen Faschisten. Dazu muss man nicht sagen das man in einer Antifa Gruppe ist. Menschen abzusprechen, das sie gegen Nazis und Faschos sind, weil sie sich nicht einer Antifa Gruppe angehört, zeigt das es hier um Ideologien geht, nicht nur um das Ziel. Damit wird jeder diskreditiert, der sich bei Demos gegen Nazis aufstellt. 

Die Flagge auf dem BPT war nur ein Symbol für etwas, was im Hintergrund zur Zeit abgeht und das ist wirklich nicht mehr zu tolerieren.

Ausführlicher hat es ein Pirat (Thomas) in seinem Blog verdeutlicht, was ich meine: http://thomas-weijers.de/12833.html?entryId=5ddfc48a8970ef48be6ebf6f5196e518#blogstart

 

Nachtrag: Wie vorhersagbar, werde ich nun als Rechter diffamiert. Klarmachen zum Mobben? Scheint so.

22 Comments

  1. Kann ich alles unterschreiben. Den einzigen Dissens den ich sehe ist der, dass Du die gesamte Antifa für den Missbrauch verantwortlich machst. Das halte ich für ungerechtfertigt.

    Kritisieren kann man einzelne Antifas oder ganze Gruppen. Mach ich auch regelmäßig, z. B. auf linksunten.indymedia, wo oft von Aktionen berichtet wird, bei denen man aus dem facepalmen gar nicht mehr rauskommt. Manchmal habe ich den Verdacht, dass dort agent provocateur am Werk sind, die „die“ Antifa gezielt diskreditieren wollen (Verfassungsschutz?)

    Übrigens ist das auch ein Motiv, weshalb ich „die“ Antifa unterstütze. Ich finde sie zu wichtig, als dass man sie Gewalttätern überlassen dürfte. Es sollten sich mehr friedluche und freiheitlich denkende Menschen in „der“ Antifa engagieren, damit nicht ein paar Steinewerfer das Bild prägen.

    Was die Methoden angeht halte ich Gewalt für indiskutabel, auch psychische Gewalt, bei denen jemand auf persönlicher Ebene fertig gemacht werden soll. Das geht gar nicht. Bei allem was nicht darunter fällt, also gewaltlosen Aktionen, muss jeder seine eigene Grenzen ziehen. Persönlich halte ich auch zivilen Ungehorsam (z. B. Sitzblockaden) für legitim.

    Dass kaum einer wagt, was zu sagen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die zahlreichen Twitter-Beiträge gegen die Antifa-Banner lassen jedenfalls einen anderen Schluss zu. Vielleicht lassen sich einige aber auch zu schnell von lautstarken Großmäulern beeindrucken.

    Eine differenzierende Position einzunehmen ist immer schwer, oft wird man dann von beiden Seiten angegriffen. Ich spreche da auch aus Erfahrung. Was Anne Helm schrieb, dass sie aufgrund ganz konkreter Bedrohungen von Faschos sich nicht entsolidarisieren möchte kann ich aber auch absolut nachvollziehen. Ich sehe es auch hier in NRW vor Ort, z. B. bei Rya, die direkt von Nazis bedroht wird. Die Antifas vor Ort sind in einer solchen Situation oft der einzige Schutz. Da wird dann eine Differenzierung zum Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann. Um so mehr ein Grund, dass sich mehr friedliche Menschen in „der“ Antifa engagieren.

    • Antifa und Antifaschisten sind zwei kommplett unterschiedliche Mengen von Menschen. Es mag eine Schnittmenge geben, aber nur weil sich jemand Antifa nennt macht es diese Person noch lange nicht zu einem Antifaschisten. Wer sich mal anguckt was für eine Scheiße von solchen faschistischen Arschlöchern angestellt wird die sich auch noch ganz frech Antifa nennen wird schnell bemerken dass der unterschied zu den Naziarschlöchern marginal ist.

      Ein paar Beispiele gefällig ?
      https://autonome-antifa.org/?breve4820
      http://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2013_23900.htm

      Wer Angst vor Naziübergriffen hat soll zur Polizei gehen, die kümmert sich ERNSTHAFT um solche Fälle. Erst recht bei Landtagsabgeordneten wie der Rya, denen in solchen Fällen problemlos Personenschutz seitens der Polizei gestellt wird. Wer sich also von solchen militanten faschos „nicht entsolidarisiert“ sollte mal überlegen ob er noch ganz richtig tickt.

      Und mal ehrlich, die Nummer mit: Das waren alles immer nur Agent Provocateurs nimmt euch doch keiner ab. Das ist wie mit dem rauchenden Nazi vor der brennenden Dönerbude der meint er hätte nichts gemacht und nichts gesehen. Das was hier teilweise abgezogen wird ist mindestens aktives weggucken.

      • Ich denke, du hast meine Aussage nicht verstanden und willst nicht diskutieren, sondern diffamieren. „Die“ Antifa mit ein paar Kriminellen gleichzusetzen, die sich zufällig auch so nennen, hat die selbe Qualität wie Muslime mit Terroristen gleichzusetzen. Das ist keine Diskussionsgrundlage, sondern üble Diffamierung.

        Und Rya vorzuschlagen, sich zu entsolidarisieren und stattdessen an die Polizei zu wenden ist indiskutabel. Ich war vor Ort, als die Rechte gegen Rya hetzte und habe die Situation miterlebt. Du auch?

        • Antifa != Antifaschisten Das sollte jetzt auch der letzte bemerkt haben.

          Hat die Rya Personenschutz beantragt ? Wenn ja und sie hat den nicht bekommen wäre das eine Sauerei. Aber man solidarisiert sich nicht mit Gewalttätern. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Niemals.

  2. Danke, 100% Zustimmung! Und um der Sache eine konstuktive Richtung zu gben: Lass uns eine wie auch immer gestaltete Regelung finden die auf Parteitagen ausschliesslich Piratenembleme zulässt.

  3. Hallo,
    das Problem ist für mich: im zentralen Satz „Antifaschisten, die die Methoden von Faschisten benutzen um gegen Faschisten anzugehen, werden zum selbigen.“ ist gar nichts klar und sind alle Katzen grau. Was heißt denn für Dich Faschismus, was Antifaschismus – inhaltlich? Ist das was Historisches? Eine Form der physischen Auseinandersetzung? Wo verläuft die Grenze zu Terror, Rassismus? Gibt es für Dich einen Unterschied zwischen Faschismus und dem sog. Nationalsozialismus der deutschen Faschisten? Wo siehst Du ihn? Was war Antifaschismus bis 1933, bis 1945, seither? Das sind ja alles politsich sehr unerschiedliche Dinge und ich kann und will natürlich nicht an Deinen text den Anspruuch stellen, das alles haarfein auseinandernehmen zu sollen.

    Aber:

    das was Du hier schreibst, auch wenn das vermutlich nicht deine Absicht ist, könnte genausogt aus der Feder von Jesse, Backes, Kristina Schröder oder anderen „Extremismustheoretiker*innen“ stammen, für die rot und braun gemeinsam die antidemokratischen Feinde der Mitte sind. Und das ist, theoretisch und empirisch eine letztlic rechte, eine anti-antifaschistische Position.
    Das meist Du vermutlich nicht so, aber dein text ist für diese Interpretation so weit offen wie ein Scheunentor.

    Und genau das ist mein Problem mit vielen Äußerungen der Piraten, immer wieder, zur Frage extrem rechter Positionen (ich benutze bewußt nicht den Begriff rechtsextrem, denn: s.o.).

    Wie eine Twitterin so richtig zum Priraten BPT14 so richtig schrieb:
    „Wenn eine Antifa-Fahne so einen Aufschei erzeugt und ein Auftritt von Bodo Thiesen keinen, dann ist das einen Asbach Uralt wert.“

    Hätte ich so super nicht ausdrücken können, stimmt aber.
    Prost.

    • Der unbekannten Twitterin möchte hier mit mehr als 140 Zeichen antworten: Nun, bei Bodo Thiesens Rede verlies der Grossteil der Anwesenden den Saal, der Rest hörte nicht zu. Ein Glück, dass sie/wir bei der Antifa-Fahne nicht ähnlich verfuhren, sonst hätten wir die Sache mit dem bpt141 knicken können.

    • @HCS:
      „für die rot und braun gemeinsam die antidemokratischen Feinde der Mitte sind“

      Rot und Braun sind nicht dasselbe. Rot und Braun sind auch nicht gleich schlimm. Aber es ist völlig egal ob jemand zehn Meter rechts oder fünf Meter links neben das Tor schiesst, es bringt uns beides nicht weiter. Wer mit welchem Ziel auch immer Teile des freien und demokratischen Grundkonsenses ausser Kraft setzt weil es ja für Die Gute Sache[TM] ist, stellt sich damit selbst ins Unrecht.

      • @ andi

        stimmt, der rote terror hat weitaus schlimmer gewuetet als der braune und weitaus mehr menschenleben gefordert…wird niemand hier ernsthaft leugnen..oder?

        wieso soll braun dann schlimmer als rot sein?

  4. hmm ich seh da ein prinzipielles problem in der argumentation…
    „Aber die Ideologie “der” Antifa, muss ich mir nicht zu eigen machen. Nicht ihrer Ziele willen, sondern wegen einigen ihrer Anhänger.“

    bedeutet das, dass du jeden in der piratenpartei magst? weil wenn ich das mal umbaue:
    „Aber die Ideologie “der” Piraten, muss ich mir nicht zu eigen machen. Nicht ihrer Ziele willen, sondern wegen einigen ihrer Anhänger.“

    könntest du so demnach auch unterschreiben oder?

    zweiter punkt: meinst du mit antifa -> antifaschismus oder antifaschisten oder antifaschistische aktion?

    hinweise zur richtigstellung wären klasse

  5. 1968/69 fing die Übernahme des Verbandes Deutscher Studentenshaften durch eie kleine militante extrem linke Gruppe mit Flaggenstreit an. 1 Jahr später war die Kasse geklaut und der VDS am Ende. Aus Geschichte lernen, heißt erst Geschichte kennen – informiert euch mal über den VDS, ihr bekommt Aha-Gefühl.

  6. Bei den Wahlkampfzielen zur Europawahl sind praktisch keine Piratenziele mehr übrig – nur noch die einer x-beliebigen linken Partei. Das Standardprogramm, was die Aktivisten der Antifa halt in ihre Köpfe kriegen und was sie für wichtig halten. Ich bin schon einmal als Parteimitglied aufgekauft worden – damals in der WASG. Nochmal tue ich mir das nicht an: Ich habe meinen Austritt aus der PP erklärt.

  7. Wenn jemand zu weit links ist, kommt er ganz schnell rechts wieder raus. Stalin hat aus Ideologie fast die Hälfte meiner Familie im Gulack verrecken lassen, Hitler hat die Andere Hälfte aus den Kriegsfeldern verheizt. Beide haben sich eine Weile blendend verstanden. Ist der Fascho im roten Gewand besser als der Fascho im braunen?

    Ich bin froh in einer Gesellschaft zu leben, die sich friedlich gegen Rechts wehrt. Ich bin froh über Leute, die Tag für Tag in ihrer Nachbarschaft mit Argumenten den Faschos kein Fußbreit überlassen.

    Wer Gewallt sät um Frieden und Freiheit zu bekommen, wird nur Gegengewalt ernten. Die Gewaltexzesse zwischen Links & Rechts und deren Folgen am Ende der Weimarer Republik sollten doch eigentlich eine Lehre gewesen sein…

  8. Diese ganze Seite stinkt gewaltig nach Upper-class gehate.
    Weltfremd, blind und uninformiert.
    Über „DIE ANTIFA“ wird wie über einen Kegelclub gesprochen, an allen tatsachen vorbei nur damit man es auch richtig gut auf eure kleine Sekte „DIE PIRATEN“ anwenden kann. Leuten wie euch fällt nicht im Traum ein die dinge an der Wurzel zu packen, neeeeein, ihr wollt den Kapitalismus verbesseren…
    Für mehr Gulags! Baut die Mauer wieder auf! Zerschlagt die Querfrontler „Piraten“!

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