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Das Leben, wie ich es sehe..

Das Leben, wie ich es sehe. Was macht mich aus, was bin ich, was ist der Teil an mir, der Gesellschaft ist. Es sitzt tief in uns, das kleine Kind, das uns ausmacht. Das Kind das einfach nur ist, nicht getrieben werden will, nicht bestimmt werden will, sich erfreuen will am Sein. Doch wie viel dieses Kindes lassen wir zu? Wie viel lassen wir uns von anderen unterdrücken? Wieso können wir nicht einfach sein wie wir sind? Unser Leben ist ein großes Theater, mit vielen Schauspielern und tausenden Masken. Unser Leben ist ein großes Theaterstück und die Welt ist unsere Bühne. Wir denken nicht über die Masken nach, denn sie bestimmen für uns unser Leben. Wir haben uns zum größten Teil damit abgefunden und spielen die Rolle unseres Lebens ohne hinter die Bühne zu schauen. Zu sehen, dass da mehr ist als nur das Schauspielen. Zu sehen, dass es noch ein anderes Ich gibt, eines das sich meldet wenn man nicht mehr auf der Bühne steht, sondern alleine ist – ohne Publikum. Wenn man ist wie man ist.  Das macht vielen Angst und sie ziehen wieder auf die Bühne. Angst – sie ist immer da, sie macht mürbe und sie lässt fügen. Masken tragen zu müssen, um Anerkennung zu finden bei Menschen die selber alle nur Masken tragen. Das Leben ist ein Theaterstück und du bist deine Hauptrolle. Nimm die Maske ab, halte sie in den Händen, schaue sie dir an.
Wie viel davon bist du? Gehe mit der Maske in der Hand vor einen Spiegel, schaue dir in die Augen, halte die Maske daneben, sehe, dass die Augen der Maske leer sind. Denn du kannst nur in deine eigenen Augen schauen. Das bist du, mit allen Ecken und Kanten. Du bist einzigartig, nicht wie alle. Du bist nicht die Gesellschaft. Das bist du, mit allen Ecken und Kanten, du bist ein wertvoller individueller Mensch. Wie viele deine Freunde haben Masken an wie du? Wie viel Ich lassen sie von dir zu? Was würde passieren wenn du deine Maske abnimmst und du bist du?
Würden dies deine Freunde verstehen? Würden sie dich verstehen? Würden sie dich nicht zurechtweisen und sagen, du sollst deine Maske wieder anziehen um wieder in ihr Bild zu passen? Hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht, wie viele Buchstaben man ändern muss um aus einem Freund einen Feind zu machen? Der Feind des inneren Kindes in dir? Der, der es nicht zulässt das Kind in dir zu akzeptieren, weil er es selber nicht kann, nicht will, zu schwach ist. Es ist einfacher andere sich anzupassen, sie zu manipulieren als sich selber mit sich zu beschäftigen. Denn dann spürt man wie leer das eigene Leben ist. Das ist schmerzvoller als das Theater weiter zu spielen. Selbstlüge. Gesellschaftsfähig. Ekelhaft.
Wie fühlst du dich wenn du das alles hier liest? Ist schon eigenartig, einen Text eines anderen zu lesen, der diese Maske abgenommen hat und in dessen Text du dich wieder findest? Ja, es gibt diese andere Welt, in die du gerne kommen wolltest, die du suchst. Nenne nicht leichtfertig Menschen deine Freunde die ihre Masken noch aufhaben, suche dir Menschen die keine aufhaben, die dich annehmen wie du bist, mit denen man auch einfach mal Arm in Arm umschlungen auf der Couch liegen kann, mit geschlossenen Augen und einfach nur sich, den anderen und den Moment spürt und genießt. Das sind Freunde. Menschen die ihre Einzigartigkeit teilen, dir das Gefühl geben, schön, dass es dich gibt; schön, dass du die wertvolle Zeit, die unwiederbringlich ist, mit uns teilst. Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht wie wertvoll Zeit ist? Nein?  Wenn sie so egal ist, warum lebst du dann? Sie ist dir vom Leben geschenkt worden, um die kurze Zeit auf Erden zu genießen, leben und fühlen zu dürfen. Kannst du die Zeit die du verschwendest zurückholen? Nein, diese Illusion gibt es nur beim Video. Deine Zeit verrinnt wie in einer Sanduhr die du nicht drehen kannst. Wenn das letzte Körnchen gefallen ist, ist deine geschenkte Zeit vorbei. Unwiederbringlich.
Verschwende sie nicht, nutze sie! Sie ist neben dem Lebensfunken das Wertvollste, das du hast.
Verlasse die Bühne, gehe hinaus, atme, fühle, spüre, schmecke, sei du! Finde erst dich selber, bevor Freunde dich finden.
Was willst du? Wer bist du? Was fühlst du?
Jeder hat eine Geschichte in sich die keiner kennt, die immer da ist, die keiner erfahren darf. Manchmal will man sie raus schreien, aber du weißt, dass alle dich nur verständnislos anschauen würden, dich ächten, dich aus ihrer Mitte entfernen würden. Denn du passt somit nicht in Ihre Welt, du hast deine Rolle nicht gelernt. Du sollst sie lernen, dann nehmen sie dich wieder auf in ihre wunderschöne Welt der Masken, wo alles toll ist, wo jeder  seine Rolle spielt. Wenn du nicht genug Selbstbewusstsein hast, kaufe dir Statussymbole, diese lenken wunderbar ab, denn damit kannst du Dinge als Erweiterung deines Kostüms benutzen.
Wie viele dieser Symbole trägst du selber? Wann ist die Last so groß das du unter alle dem zusammenbrichst? Wann kannst du nicht mehr?
Wie oft warst du verzweifelt, wie oft hast du heimlich geweint? Wie oft fühltest du dich trotz Freunden alleine? Einsam? Unbeschützt? Ohne Geborgenheit? Ohne jemanden, der dich und das Kind in dir umarmt ohne etwas zu wollen? Würdest du so einem Menschen nicht misstrauen? Warum nimmt der mich in den Arm? Der will doch etwas. Wie viele Menschen kennst du, die einfach geben ohne haben zu wollen? Seine Körperwärme mit jemandem zu teilen ist intimer als seinen Schwanz irgendwo rein zu stecken. Schon mal darüber nachgedacht? Ich denke mir, dass durch diesen Text viele verunsichert sind. Sich Fragen stellen. Doch die Antworten tun weh, sehr weh. Denn du fühlst dich trotz all deiner Freunde so alleine. Das schmerzt. Was hast du all dein Leben gemacht? Wieso kommt die Erkenntnis jetzt erst?Hast du die Kraft? Du? JA! Ein Mensch der so viele Lasten tragen kann, kann sie auch von sich werfen und merken wie leicht man eigentlich ist, Wie frei man ist, nicht mehr eingeengt zu sein. Seine Geschichte raus zu schreien und sich zu befreien. Sag zu dir: Ich bin ich. Ich bin nicht die. Ich bin stark, ich will leben.
Seid wie ihr seid: Einzigartig. Lasst euch nicht einreden wer ihr zu sein habt. Hinterfragt Dinge, seid skeptisch. Seid frei. Lebt!
Was denkt ihr darüber? Schenkt mir eure Gedanken in den Kommentaren.
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Im Internet: Merkels Neujahrsansprache mit arabischen Untertiteln.

Ich bin stinksauer. Als meine Eltern vor 50 Jahren in das Land gerufen wurden, haben sie am untersten Rand der Gesellschaft gelebt. Sie haben Arbeiten getätigt, die Deutsche nicht machen wollten. Sie waren die ganze Zeit Ausländerhass ausgesetzt, schikaniert auf Behörden. Sie zahlten mehr in den Sozialstaat ein als sie raus bekamen. Dann kamen wir Kinder der zweiten Generation auf die Welt und wir machten den ganzen Mist auch durch. Dann kam Mölln, Solingen etc. wo dutzende türkische Mitbürger bei lebendigen Leib verbrannt wurden. Von dem NSU Skandal möchte ich erst gar nicht reden.Wir sind Millionen Türken in Deutschland. Hunderttausende Türken haben Arbeitsplätze geschaffen und wir haben noch nie etwas geschenkt bekommen in diesem Staat. Meinen Eltern wurden noch nie Integrationskurse angeboten, keine Deutschkurse und überhaupt wurden sie vom Staat komplett ignoriert und auch oftmals diskriminiert.

Jetzt kommen hunderttausende Flüchtlinge und sorry wenn ich das sage: Sie bekommen im Gegensatz zu den Türken/Ausländern alles in den Arsch geschoben. Nein, sie können nichts dafür, nicht falsch verstehen, nur was ist das für ein Signal an die Arbeitsmigranten vom deutschen Staat aus? Warum gab es noch nie türkische Untertitel bei den Ansprachen? Kann mir das mal einer sagen? Warum bekamen meine Elterngeneration keine billigen Häuser gebaut sondern mussten in Gettos leben ohne Perspektive auf bessere Unterkunft? Die einen bekommen alles in den Arsch geblasen und die anderen sind vergessen seit Jahrzehnten. Nochmal: Ich werfe das den Flüchtlingen nicht vor, die können absolut nichts dafür, ich freue mich für sie.

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Religion? Nicht mit mir.

Ideologien, die Frauen nicht als gleichwertig sehen, Homosexuelle auslöschen wollen, unser aller Freiheiten nehmen wollen um ein Leben nach ihrer Irrlehre durchzusetzen, haben keinen Schutz verdient. Gläubige machen sich mit dem Allen gemein und genießen von mir aus keinen besonderen Schutz ihrer Religion.

Daß Menschen ihre Meinung sagen (auch Religion kritisieren) dürfen, musste von Menschen erst blutig gegen die Religionen erkämpft werden. Sogar, daß ALLE Menschen lesen und schreiben dürfen, musste vielerorts gegen die Religionen erkämpft werden. Simple Freiheit musste erkämpft werden. Religion ist immer ein schwarzes Tuch das alles unter sich erstickt, wenn man es lässt. Ich erfreue mich da lieber der Sonne! Auch braucht man mir nicht damit zu kommen, daß die Gläubigen das alles nicht unbedingt unterstützen. Sie alle glauben an die „Wahrheit“ die in ihren Büchern stehen. Diese ewige Rosinenpickerei ist noch dasBigotteste daran. Ich kann in einen Rechtsstaat auch nicht sagen, daß einige Gesetze für mich nicht gelten, weil ich sie moralisch verwerflich finde.

Keine Religion, keine Ideologie steht über dem Grundgesetz, ausnahmslos!

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Copyright by Jean Gouders

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Schein vs Sein

Ich - Ganz natürlich.

Ich – Ganz natürlich.

Wo sind deine Augen? Wie anziehend ist mein Lächeln? Freundliches freies Lachen, schön.
Was denkst du, wenn du das Bild rechts anschaust? Gefällt dir der Körper? Nein? Stimmt. Er wirkt einfach echt. Wie das echte Leben eben, mit Ecken und Kanten. Mit Unzulänglichkeiten, mit Falten und Fettpolstern. Tja, das Bild links ist einfach von rechts ausgeschnitten und gespiegelt. Komisch oder? Links attraktiv, rechts naja. Aber warum denkt man so?
Was versucht man in dem Anderen zu finden? Ein freundliches Lächeln kann Abgründe verbergen, ein Körper wie rechts ist einfach ehrlich. Denn es ist wie es ist. Ich finde mich schön, ich liebe jeden Zentimeter an mir, sogar die Fettpölsterchen. Wenn ich sie nicht mögen würde, würde ich mich selbst nicht mögen. Der Körper ist aber nun mal kein Kostüm, das man ablegen und gegen ein anderes austauschen kann.
Das bin ich!
Ich will nach meinem Inneren Ich bewertet werden und nicht nach meinem Körper. Ich kann ihn stählen, ihn formen, ihn unnatürlich muskulös machen. Mir Muskeln anzüchten, die ich eigentlich gar nicht brauche, sonst hätte ich sie ja. Stell dich vor einen Spiegel. Nackt. Schaue dich an: das bist du. Streichle dir über die Stellen, die du nicht magst. Was spürst du? Streichle über eine Stelle, die du magst. Was spürst du? Beides mal dasselbe. Denn beides ist dein Körper. So und nicht anders. Ist es nicht schön, sich selber zu spüren?
Schließe die Augen und alles an dir fühlt sich gleich schön an, der dicke Bauch genauso wie die Orangenhaut, die eine nette Erfindung der Industrie ist, aber von der Natur gewollt. Sie sollen dir Kraft geben bei etwas, das die Industrie dir niemals geben kann: Ein neues Leben zu erschaffen, zu gebären. Ist es nicht wunderbar wie sich die Natur um dich kümmert? Sich dort Gedanken macht, wo du nur Probleme siehst?
Und das kostet dich nicht mal was, sondern nur das, was die Gesellschaft und die Industrie von dir wollen.
Innere Schönheit braucht kein Make-up, braucht keine Parfums, keine Kleider, keine Marken. Sie ist immer da und ist größer als alles was du kaufen kannst. Ich finde mich schön, ich liebe meine kleinen Männertittchen, ich liebe meine Fettpolster an der Seite. Ich liebe meinen Po, meinen Rücken, meinen Schwanz, meine Eier. Mir ist es egal wenn es anderen nicht gefällt.
Ich urteile nicht wie eine Frucht nur durchs Aussehen schmeckt. Ich beiße rein und bilde mir mein Urteil.
Wenn sie schmeckt, ist es mir egal wie sie aussieht. Sie schmeckt eben!
Lass dich nicht erpressen, lass dich nicht in eine Form pressen. Sei wie du bist! Wunderbar! LEBE! JETZT!
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Pirate? No more.

Auch wenn mir viele tolle Piraten die es durchaus gibt ans Herz gewachsen sind, ist die zahl derer die ich offen als Vollpfosten bezeichne zu hoch um weiter in dieser Partei bleiben zu können.

Deswegen trat ich aus.

Parteien ändern einen, oftmals nicht zum guten. Ich habe es satt.

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Rücktrittsforderung an Queerbeauftragten.

Diese Mail habe ich heute bekommen. Nein ich werde auf keinen Fall zurücktreten. Aber zum Zwecke der Transparenz veröffentliche ich diese Mail, denn Mails von den JuPis an den Beauftragten, zumal so eine, sind nicht Privat.

Bildet euch eure eigene Meinung. Übrigens: Diese Menschen wettern Homophob gegen mich und wollen Queerpolitik für sich beanspruchen? Jemand der Twittert: „Männertränen sind mein Gummibärensaft“ will mir etwas über Diskriminierung sagen? Ich Arbeite seit meinen 19 Geburtstag für die Queer Community, ich werde bald 43, da braucht niemand von der Seite mir erzählen was Sexismus ist und was nicht, ich kann ihnen aber sehr gerne sagen was Humorbefreitheit o. weltfremdes Gehabe ist. Diese Menschen waren noch nie bei einer Queeratensitzung dabei, habe sie noch nie beim CSD gesehen oder sonst in der Queerpolitik beobachtet. Bleibt bei eurem Thema, mischt euch nicht in Themen ein, die ich euch abspreche. Ihr könnt doch keine Reaktion erzwingen wenn für mich alles in Ordnung ist. Eure Empörung ist eure Sache, nicht meine. Und nun: Weitermachen. Der politische Gegner sollte nicht in- sondern außerhalb der Partei gesucht werden.

Es gibt Männer mit Bärten und alles andere sind Frauen (für mich weil ich nicht auf Frauen stehe). Wo ist der Punkt mit Trans*frauen?

Ich vertrete Menschen, keine Ideologien. Ich bin KEIN Feminist, werde ich auch nie sein, nicht so wie man es anscheinend erwartet. 

 

Hallo Ali,

 

ich (und einige Unterstützer*innen) schreibe dir wegen deiner Themenbeauftragung Queerpolitik.

Ich habe auf deinem Twitteraccount am 26. Apr. 2014 folgenden Tweet gelesen: „Es gibt Männer mit Bart und die anderen heißen Frauen. :-P“ https://twitter.com/AliCologne/status/460004766152921088

Ich weiß nicht genau, wie du „queer“ definierst, aber nach meinem Verständnis fällt auch Politik für/rund um Trans*Personen in deinen Themenbereich.

Du solltst deswegen wissen, dass deine Aussage absolut cissexistisch ist. Nicht alle Männer tragen Bart, nicht alle Frauen tragen keinen – Definition von Geschlechtern auf diese Art und Weise ist trans*feindlich und reproduziert cissexistische Mythen von Binärgeschlechtlichkeit.

Als Sprecher für Queerpolitik populistische Aussagen darüber zu machen, wann ein Mann ein Mann ist und wie er „zur Frau wird“ (?!?), halte ich für absolut kontraproduktiv, aber vor vor allem verletzend. Ich glaube nicht, dass Trans*Personen sich auf diese Weise von dir vertreten fühlen. Nicht nur Menschen, die in ihrem Alltag zur Genüge mit falschen und ungewollten Geschlechtszuschreibungen zu kämpfen haben, sollten wenigstens von einem Menschen, der sie politisch vertreten soll, mehr Solidarität erhalten. Und mit Solidarität meine ich nicht, dass sich hin und wieder dafür ausgesprochen wird, dass eins ja voll für Rechte von Trans*Personen wäre, sondern ich wünsche mir aktives Hinterfragen der eigenen Aussagen und „Witze“. Sich über diskriminierte Gruppen lustig zu machen, zeugt weder von Humor, noch von Menschlichkeit. Wenn Witze über Diskriminierte okay sind, zeigt das, dass wir ihre Anliegen nicht ernst nehmen – gerade in der Politik ein fataler Fehler, denke ich, aber auch menschlich mehr als nicht okay.

Hinzu kommt dann noch ein Tweet vom heutigen Tag: „Grüne Jugend schafft Männer ab. pic.twitter.com/gX6fktPObF“ https://twitter.com/AliCologne/status/486458058370215936

Deine einzige Sorge ist, Männer könnten diskriminiert werden – was nicht der Fall ist. Denn dass hier eigentlich Trans*frauen diskriminiert werden, siehst du nicht oder scheint dir egal zu sein. Du bist entweder nicht willig, auch Trans*personen zu vertreten oder es fehlt dir an fundamentalen Kenntnissen, die für deine Beauftragung aber notwendig wären.

 

Du scheinst zudem nicht verstanden zu haben, was Sexismus bedeutet: „Wenn nackte Frauen sexistisch sind, dann hängt eben mehr nackte Männer auf. #AusGründen“ https://twitter.com/AliCologne/status/456734236028833793 Das Konzept Sexismus (sowie natürlich Hetero- und Cissexismus) verstanden zu haben, hätte ich als Grundlage für den Job als Themenbeauftragter für Queerpolitik gesehen.

Zudem tragen solche Aussagen zu einem frauen*feindlichen Klima bei, was sich beispielsweise darin niederschlägt, dass bei den Queeraten fast nur Männer* aktiv sind – das kann nicht der Sinn einer queeren Arbeitsgruppe sein.

Du solltest wirklich darüber nachdenken, ob es in der Piratenpartei nicht Menschen gibt, die für die Beauftragung kompetenter sind.

Herzliche Grüße,

Jasna Strick, Sprecherin im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Weitere Unterzeichner*innen:

Rob Wessel, Sprecher im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Lara Pszenny, Sprecherin im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Leo Bellersen, Generalsekretär im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Patrick Rauscher, Schatzmeister im Bundesvorstand der Jungen Piraten

Jan Steinfels, Sprecher im LaVo der Jungen Piraten Berlin

Sebastian Beckert, Sprecher im LaVo der Jungen Piraten Sachsen

Samuel Wagner, Sprecher im LaVo der Jungen Piraten Bayern

Fabio Reinhardt, MdA, Mitglied im Frauenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses

Simon Weiß, MdA

Wolfgang Dudda, MdL

Stephan Bliedung, Basis

Anselm Schmidt, Vorstand Piratenpartei Dresden-Neustadt

Alexandra Brückner, Basis

Anna Vogelgesang, Basis

Florian Macherey, Basis

Yuri, Derp

Miriam Seyffarth @_noujoum, Basis

questionatic

Lara Lämke

 

— Jasna Lisha Strick Bundessprecherin Junge Piraten e.V. Pflugstr. 9a 10115 Berlin Tel.: 030 5770207-0 Fax.: 030 5770207-11 http://junge-piraten.de Die Jungen Piraten sind ein von der Piratenpartei unabhängiger, gemeinnütziger Verein, eingetragen im Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg, VR 30966B. Der Verein wird vertreten durch Leo Bellersen (Generalsekretär) und Patrick Rauscher (Schatzmeister). Sprecher*innen: Norbert Hense, Lara Pszenny, Jasna Strick, Rob Wessel.

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Beide Seiten des Spiegels begreifen

(Dieser Text ist mein subjektives Bild  der letzten Monate aus meiner ganz eigenen Perspektive. Jeder hat seine eigene Perspektive und muss sich darin nicht unbedingt wiederfinden!)

Es war die Vision einer gerechten Welt die uns voranbrachte und Seite an Seite gemeinsam für unser Ziel zusammenarbeiten lies. Vergangenheitsform. Ganz bewußt. Wir haben uns auf halber Strecke verloren, jeder auf seiner Seite des Spiegels. Wir sahen das gleiche Bild, gleichzeitig aber jeder nur aus seiner Sicht. Wir haben vergessen uns gemeinsam davor zu stellen. Wie kam es dazu? Was trennte uns, warum vergaßen wir was uns einte? Ob es dafür eine entgültige Antwort geben wird, weiß ich nicht. Sehr wohl aber das wir das Vertrauen verloren haben, misstrauisch wurden. Wir schnitten uns selber die Möglichkeit ab, uns zu verstehen. Denn dieses Misstrauen war wie ein Gift, das uns von innen zerfraß. Wir ließen es zu, denn es war schleichend. Gates wie das Bombergate oder das Molligate waren nicht der Auslöser, sondern sie brachten offenes Feuer da rein, wo es seit langem schon schwelte. Wir löschten nicht, wir schauten zu wie es sich zu einem Flächenbrand entwickelte. Vielleicht nicht mal mit Absicht, eher aus der vermeintlichen Hilflosigkeit heraus. Egal, es brannte.

Wie komme ich auf das Beispiel mit dem Spiegel? Das hat mit den jetzigen und vergangenen Buvo zu tun. Die sogenannten sozial-liberalen fühlten sich vom alten Buvo im Stich gelassen. Ihnen wurden schleichend die Themen genommen, die für sie die Piratenpartei ausmachten. Prioritäten wurden anders gesetzt, Themen übergangen. Sie wurden mit Gates alleine gelassen. Die vermeintlich gefestigte Seite versuchte gar nicht zu verstehen warum diese Situation eskalieren musste, im Gegenteil, man beschimpfte ganze Landesverbände. Im Gedanken der Überlegenheit fand man sich zusammen, um gezielt Piraten anzugreifen, oftmals schon grenz wertig an Mobbing erinnernd. Man begriff anscheinend nicht, was man tat. Nur im Glauben, die Guten zu sein. Irrglaube. Diese monatelangen Tiraden ließen die Stimmung langsam in Hass umschwenken. Man begehrte auf gegen die vermeintlichen Unterdrücker. Alle Dämme gebrochen, alle Moral abgelegt und nur noch im Verteidigungsmodus ging man aufeinander los. Labels wurden ausgepackt, immerhin musste man sich abgrenzen. Man gehörte ja nicht zu denen, denn jetzt war man selber „die Guten“, mit der selbst vergebenen Lizenz, um mit genauso perfiden und schlechten Methoden den Kampf um die Partei zu eröffnen. Es war ein Desaster, auf beiden Seiten. Plötzlich befanden sich Parteifreunde auf unterschiedlichen Seiten, scheinbar unversöhnlich, jeweils in der eigenen Wagenburg/Bubble gefangen.

Es wurde hässlich, denn natürlich kannte man die Schwächen, die wunden Punkte, die Fehler des anderen. Ich würde gerne jetzt etwas anderes schreiben als: Und diese wurden gezielt benutzt und ausgenutzt, nur um den vermeintlichen Gegner anzugreifen, zu Diffamieren, ihn möglichst in einem schlechten Licht darzustellen, denn, man war ja selber der Gute. Man verfiel dem Fanatismus. Beide. Die einen nannten die anderen „Extremisten“, die anderen antworteten mit „Ihr Rechte!“. Eigentlich passten die Begriffe überhaupt nicht, aber sie waren für die jeweilige Seite das maximale an Verachtung das sie vergeben konnten. Die Muster waren auf beiden Seiten die gleichen. Keiner kann den anderen mehr vorwerfen, denn die Moral, die Empathie galt nicht mehr für den Gegner, alles war erlaubt, alles wurde tatsächlich benutzt. Ja, auch ich war ein Teil davon. Doch ich wurde bald von Resignation gebremst. Die ganze Situation erschien wie die Grabenkriege aus vergangenen Zeiten. Sie waren nicht zu gewinnen, auf beiden Seiten gab es Verluste, man trat aus, aus Schutz. Viele waren eigentlich nur Mitläufer, denn man hatte Position zu beziehen. Bist du nicht mit uns, bist du gegen uns!

Bei alle dem vergisst man die dritte Gruppe. Piraten die keine Stimme nach außen brachten, nicht weil sie dazu gebracht wurden, sondern weil sie als unser Rückrat die Partei am Leben hielten, als Verwaltung, IT-Techniker etc. Sie haben ihre Aufgaben trotz der Schlacht die um sie tobte weiterhin erfüllt. Doch auch sie sind Piraten, auch sie wollen unsere Themen voranbringen, in dem sie uns lauten den Rücken freihalten. Das war der Deal. Sie halten den Rücken frei, wir bringen die Themen an die Bürger. Wir haben versagt. Durch die Schlacht haben wir den Deal gebrochen. Doch wie hätten sie es uns sagen sollen? Die Schlacht war so laut, das sie kein Gehör fanden. Wir hatten uns so selbstverständlich an sie gewöhnt, das wir arrogant es als gegeben annahmen, das alles läuft. Doch jedes Partei Tool funktioniert nur deswegen, weil Menschen sie am laufen halten. #Orgastreik oder mit anderen Worten: Die einzige, wenn auch sehr umstrittene Methode sich Gehör zu verschaffen. Und sie wurden gehört, mit Paukenschlag. Man hielt kurz inne, begriff, da ist noch eine Ebene in der Partei, die man nicht beachtet hatte. Vernünftige Menschen hätten spätestens jetzt gespürt, das alles außer Kontrolle geraten ist. Die Basis, die heillos sich in Wagenburgen verschanzte, ein BuVo, der in sich uneins war und keine gemeinsame Stimme fand. Wir hatten einen kompletten GAU.

Unsere Strukturen, unser nicht vorhandenes Krisenmanagement, unsere Vorstände konnten die Situation nicht auffangen. Man war verunsichert. Aber auch da wurde nach kurzer Zeit alles instrumentalisiert. Jede Seite versuchte die Situation für seine Zwecke auszunutzen. Die einen riefen „Kein Handschlag!“ oder „#reclaimyournetzpartei“, die anderen „Machtmissbrauch!“ „Die Partei wurde als Geisel genommen, Vertrauensverlust!“. Immerhin hatte man eine gemeinsame Forderung: Jeden und alles zu PAVen, damit die eigenen Ziele nicht gestört werden könnten.

Viele Piraten waren sprachlos bei dem was sich abspielte. Es war genaugenommen Grotesk. Mehr Piraten traten aus. Aktive. Wir bluteten aus, es nahm uns die Kraft, aber nur der Kraft, die unsere Themen nach außen bringen sollte, nicht jene Kräfte, die destruktiv weiter an der Partei sich abarbeiteten. Bis hierhin würden man eigentlich sagen, was für ein schlechter Film. Aber dieser Film war real und wir alle spielten brav unsere Rollen, blind, ohne Drehbuch. Aber wir hatten uns ja schnell in unsere Rollen eingefügt. Soweit so traurig. Bis hierhin waren schon viele Gefühle und Seelen verletzt. Man kann davon halten was man will, aber für viele ist die Partei so etwas wie eine Familie, ein Lebensmittelpunkt. Die Partei ist ihr Leben. Durch die internen Schlachten sahen sie ihre Heimat, ihr Zuhause kaputt gehen. Auf beiden Seiten. Was würdet ihr machen, wenn euch jemand Familie und Heim wegnehmen wollten? Es mit Händen, Füßen und alles was man in die Hand bekommt verteidigen. Man fing an, die Gräben die bis dahin gezogen wurden noch mit Wasser zu füllen, es war zwar Wasser, stellte aber Zement dar. Es sollte zementiert werden: Ihr seid die bösen, ihr macht unsere Partei kaputt. Ja, da stand man nun wieder vor dem Spiegel, man sah das Desaster, aber immer nur von der eigenen Perspektive. Hätten man zusammen von oben geschaut, würde man sehen das eigentlich auf beiden Seiten der gleiche Schaden angerichtet wurde. Das wollte man nicht.

Der #Buvo. Für die eine Seite der Garant eine schützende Hand über sein tun zu haben, für die anderen der reinste Verrat, denn der Buvo sollte alle vertreten und nicht parteiisch sein. Selbst intern war das misstrauen so tief, das der Buvo sich selbst zerlegte und auch hier gab es die gleichen Muster wie vorher im Verhältnis Basis zum Buvo: Die eine Seite fühlte sich verraten, als Sündenbock der Basis zum Fraß vorgeworfen, die andere Seite dachte sie könnte mit ihrer Handlung eines Rücktritts wieder ein Gleichgewicht in das Machtgefüge einbringen. Es ist grandios gescheitert. Alle Dämme waren gebrochen. 

Ja, ich verstehe den progressiven Teil des Buvos warum sie so weitermachten. Sie wollten ihr Gesicht wahren, nicht als die gelten, die die Partei im Stich ließen. Denn genau das wurde dem sozial-liberalen Teil vorgeworfen. In sich, aus der ureigensten Perspektive der Buvo „Gruppen“ haben beide das richtige getan. Es bedeutet aber auch nicht, das es tatsächlich richtig war. Denn ein Buvo Vertritt die Partei, dies ist größer als das eigene Unvermögen auch mit Kollegen zu arbeiten, mit denen man privat nichts zu tun haben will. Da aber auch der Buvo unter Einfluss und Druck stand, waren wir es, die letztendlich daran schuld waren. Sie waren alle so in die Enge getrieben worden, das sie nicht mehr frei entscheiden konnten, sie mussten jeweils die Teile der Basis unterstützen, die sie in den Buvo brachten. Somit unterstütze man letztendlich auch den Flächenbrand und war unfähig einzugreifen.

Das bringt mich zum #aBPT. Endschlacht. Gewinn oder Niederlage. Einfluss oder Machtverlust. Also die schlechtesten Grundvoraussetzungen um die Partei wieder zu versöhnen. Daran war weiterhin bis auf die leisen Piraten keiner interessiert und wenn, dann nur als Lippenbekenntnisse. Im Hintergrund brachte man sich in Position, mit allem, was man aufwenden konnte. Auch dies gilt immer für beide Seiten! Die Härte die dabei eingesetzt wurde, erinnert mich an den Film 300. Beide Gruppen sahen sich als die Spartaner. Diese Schlacht sollte viele Ebenen haben. Minutiös geplant. Es gab die Abteilung Bashing: Sie war damit beschäftigt die vermeintlichen Meinungsführer mürbe zu machen. Die Abteilung Kompromat tat genau dies, alles zu durchforsten und verwertbare Dinge gegen die jeweils anderen Kandidaten zu finden. Mehr oder weniger erfolgreich. Es gab die Uboote, die auf beiden Seiten Anerkennung genossen und genau dies auch ausnutzten, umso bekannter, umso erfolgreicher. Subtile Einfluss bleibt genau dies: Einfluss nehmen. Beide Seiten schickten jeweils ihre Drohnen aus, um die Hoheit über Twitter oder Mumble zu bekommen, im Wissen, das dies mächtige Tools sind um Menschen zu beeinflussen. Das war aber auch eine Schwachstelle für beide. Denn genau da geschahen die meisten Fehler. Auf beiden Seiten wurden immer wieder Grenzen überschritten, die sehr persönlich wurden, unmenschlich und offen lesbar für alle. Man verrannte sich, gefangen im Bashing, für einige sogar so etwas wie eine Passion, die anscheinend ihnen eine perverse Befriedigung gab, Menschen zu zerstören.

Menschlich gesehen waren wir alle schuldig. Wir wussten ganz genau was wir alle taten. Wir wussten das wir unsere Moral, Ethik und Grenzen der Menschlichkeit hinter uns ließen, nur mit einem Ziel: Koste es was es wolle, aber der Buvo, gar die ganze Partei, gehören unserer Seite. Wir haben nicht nur uns verraten, wir haben unsere Wähler im Stich gelassen. Wir haben Menschen, die an uns glaubten, die Hoffnung hatten das gerade wir anders sind als die Etablierten, vor den Kopf gestoßen. Wir haben ihnen gezeigt, das wir selber, gefangen in einer Gewaltspirale gar nicht mehr an unsere wahren Ziele mehr dachten. Wir wurden zu dem, was wir hassten. Zu dem Zeitpunkt hatten wir eigentlich verloren. Uns. Das Vertrauen. Die Hoffnung in uns und daraus resultieren der eigen Glaube an diese Partei.

Ich könnte bis hierhin schon Weinen, weil wir es hätten verhindern können, wenn wir uns nur vertraut hätten, haben wir aber nicht. Versagt.

Der #aBPT liegt nun hinter uns. Was wurde gewonnen und vor allem um welchen Preis? Die einen verfallen in Freudentaumel, weil sie Denken sie haben gewonnen, die anderen sehen ihren Platz, ihre Heimat, ihre Themen verloren. 

Der Spiegel hat sich gedreht. Aber es ist nichts gelöst. Natürlich sind die progressiven plötzlich in der Situation, in der sich die sozial-liberalen davor fühlten, mit dem alten Buvo. Faktisch und emotional fühlen sich die progressiven nun als Verlierer und ausgeschlossen. Es ist ganz natürlich, das sie in einer Partei, in der sie im Moment für sich kein Platz sehen, einen Schutzraum schaffen wollen. Die Erde in der Partei ist für beide verbrannt. Auch wenn wir einen neuen BuVo haben, sind diese Fragen nicht gelöst. Wir brauchen Zeit, wir müssen runterkommen, das hier und jetzt verdauen und akzeptieren. Ich kann verstehen das jetzt im Moment Gesten wie #1000Haende teilweise ausgeschlagen werden. Die progressiven brauchen erst mal Zeit für sich, für sie stellt sich etwas in Frage, was es bei den sozial-liberalen auch schon gab: Ist diese Partei noch eine Heimat? Werden unsere Themen nun komplett von den vermeintlichen Siegern an die Wand gedrängt? Wir man noch auf uns hören, denn auch sie waren ein Teil dessen, was uns zerstörte. Ich kann für mich nur um eins Bitten: Gebt ihnen Zeit, bedrängt sie nicht, zeigt, das wir zum Wohle der Partei auf beiden Seiten vergeben müssen. Niemand darf bei diesen Prozess rausgehen, mit dem Gefühl, ihn träfe die alleinige Schuld. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt, wir müssen alle dabei helfen, Vertrauen wieder zu finden.

Ich für mich will meinen Frieden mit denen schließen, die ich als Gegner sah und sie auch mich als Gegner behandelten. Ich will verzeihen und auch um selbiges bitten. Ich möchte Frieden schließen, abschließen, neu anfangen.

Hier stehe ich nun, strecke meine Hand aus, in der Hoffnung sie wird ergriffen. So unterschiedlich wir auch sind, so unterschiedlich wir unsere politischen Prioritäten setzen, diese Partei hat Platz für uns alle. Wenn wir es schaffen uns als gleichwertig zu respektieren, uns Zeit geben die Verletzungen heilen zu lassen, sich zu entschuldigen und die eigenen Fehler zu reflektieren, können wir gemeinsam den anderen Parteien das fürchten lehren.

Kommt ihr mit in diese Zukunft? Sie klingt verlockend, meint ihr nicht? 

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Piraten rufen zur Akzeptanz der Vielfalt auf am Tag gegen Homophobie

Die Piraten fordern zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie zu 
mehr Akzeptanz von vielfältigen Lebensformen auf. Immer noch werden Menschen wegen ihrer Sexualität diskriminiert und in über 70 Ländern steht Homosexualität unter Strafe.
 
Leider steigt auch die Zahl der Länder, in denen die Todesstrafe droht, wie in Jemen, Iran, Irak, Mauretanien, Nigeria, Katar, Saudi Arabien, Somalia, Sudan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Brunei.
 
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Lüders warnt auch vor einer neuen Homophobie in Deutschland und fordert Beschwerdestellen für Schüler/innen auf Landesebene sowie die Rehabilitation und Entschädigung für Opfer des Paragraphen § 175 SGB.[1] 
 
Hierzu ermahnt Ali Utlu, Bundesbeauftragter für Queerpolitik der Piratenpartei Deutschland: „Es gibt jeden Tag tausende Übergriffe gegen Homosexuelle, verbaler und physischer Art. Soziale Netzwerke sind da insbesonders zu nennen, da es dort sehr einfach ist, Menschen wegen ihrer Sexualität zu diskriminieren. Wir dürfen als Gesellschaft nicht zulassen, das Homophobie geduldet wird, sondern müssen sie da ächten, wo sie geschieht, und eingreifen.“
 
Wir Piraten stehen für eine bunte Gesellschaft, in der sich jeder frei entfalten kann, unabhäng von seiner sexuellen Präferenz, und rufen dazu auf, ein Zeichen für die Akzeptanz der Vielfalt zu setzen und an den CSDs in ganz Deutschland teilzunehmen.
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LSVD zum #Molligate

Hier eine von vielen Stellungsnahmen bezüglich des #Molligates, diesmal von einem Bundesvorstandsmitglieds des LSVD, nachdem wir uns telefonisch darüber unterhalten haben. Erklärt aus der Sicht CSD/Stonewall. In diesem Gespräch ging es um Gewalt allgemein und vor allem auch das, was vor der russischen Botschaft geschehen ist. Wir hatten eine Woche davor friedlich an gleicher Stelle mit anderen Parteien und Verbänden demonstriert. Mir jetzt eine Lüge vorzuwerfen ist ein Starkes Stück

Lieber Ali,

vielen Dank für das freundliche Gespräch, welches wir gerne bei einer Tasse Tee bei nächster Gelegenheit in Köln weiterführen können. Es würde mich freuen dir die Position des LSVD dahingehend näher bringen zu können.

Der LSVD vertritt hier wie der großteil der Community den friedlichen Protestweg.
Für eine Politisch Nachhaltige Arbeit ist es aus unserer Sicht zwingend Notwendig einen Weg zu beschreiten, der Türen öffnet und diese nicht verschließt. Radikale Protestbewegungen und Aktionen sind mit Sicherheit Medienwirksamer, geraten jedoch sehr schnell in Vergessenheit und haben wenig Boden für fruchtbare Gespräche.

Der LSVD beschreitet diesen friedlichen Protestweg seit 25 Jahren. seit 1972 u.a. als Mitveranstalter des Berliner CSD.
Auch hier finden sich parallelen, so wurde der erste CSD bewusst Christopher Street Liberation Day genannt. Dieser fand ein Jahr nach den Stonewall Aufständen in New York statt. Das Komitee hat bewusst einen anderen Namen als Stonewall gewählt um sich von radikalen und gewalttätigen Demonstrationen zu distanzieren.

Falls du noch Rückfragen hast melde dich sehr gerne.

Mit lieben Grüßen

-Tobias-

Tobias Zimmermann
Bundesvorstand

Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e.V. (LSVD)

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Meine Seele brennt

Eigentlich wollte ich nicht Bloggen, aber mittlerweile kocht es in mir. Vor Trauer, vor Wut. Ich bin in die Piratenpartei eingetreten, weil es für mich damals die einzige Netzpartei war. Aber nicht nur das, sie zeigte mir, dass Vielfalt gelebt werden kann, denn diese Partei war vielfältig! Ich kann mich noch genau an meinen ersten BPT erinnern. Es war wie eine Offenbarung. Ich sah Menschen in allen Farben, in allen Ausrichtungen, es war egal wie du bist, wir waren Piraten. Und nun? 

Zunächst unmerklich hat sich etwas in die Partei geschlichen, sich festgesetzt, wie ein böser Schatten. Es brachte Machtspiele, Intrigen und blanken Hass mit sich. Es fing an zu spalten, zu Teilen, zu unterscheiden.

Es brach auf, was unser Kern ist. Die Vielfalt. Die Basis. Uns. Es ging um Macht. Es ging um Persönliches. Es ging um Ideologien – und es hat es geschafft, uns von uns selbst zu entfernen, uns gegenseitig zu misstrauen. Plötzlich fühlte sich jeder in seinen Grundwerten vom anderen angegriffen, obwohl diese nie zur Debatte standen. Im Gegenteil, man hat das bewusst benutzt, um aufzuwiegeln. Es wurden gezielt ‚Feindbilder‘ gesucht und diese in Personen projiziert. Die Masche war perfide, aber wirkungsvoll. Alles schleichend, alles aus dem Hintergrund. Man schaffte sich seine eigenen Legenden. Die Legende von der ‚Anti-Antifa‘ in der Piratenpartei.

 
Ja, ihr kennt die Geschichte schon zur Genüge. Hänge parteifremde Fahnen auf und warte, was passiert. Ein perfektes Mittel, um sich als Märtyrer der gerechten Sache hinzustellen. Denn wer gegen “die Antifa” ist, muss ein Rechter sein. Eine perfekte Waffe, um Menschen zu diskreditieren, fertig zu machen und letztendlich zu vernichten. Denn man selber ist ja Antifa, man ist ja „der Gute“. Bullshit. Jeder Demokrat ist Antifaschist. Alleine mir zu sagen, ich wäre rechts, zeigt doch, das dies nicht immer funktionieren kann. Ich bin Türke. Schwul. Atheist. Ich bin das, was Rechte hassen, sie würden Menschen wie mich “loswerden” wollen. Endgültig.

Trotzdem fielen viele Piraten auf dieses Spiel rein, denn wer von ihnen würde denn von sich sagen lassen wollen, er wäre gegen Antifaschisten? 

Aber zu Legenden braucht man auch immer Märtyrer, die armen Geschundenen, die Opfer wurden, an denen sich das abartige rechte Volk vergehen will. Dazu brauchte man nur einen Grund – und was nimmt man da am besten? Willkommen bei “Bomber Harris”. Eine feige Aktion meiner Ansicht nach, denn wer sich für Menschenrechte einsetzen will, macht das mit seinem Gesicht und steht notfalls auch mit seinem Leben dahinter, für die gerechte Sache. Aber darum ging es nicht. Es ging um Märtyrer. Denn danach konnte man sich immer auf diese Person berufen: “Seht alle her, wir sind die Guten, denn die bösen Nazis bedrohen nun Person X. Wenn ihr gegen uns seid, seid ihr für die Nazis!” Perfekt. Das dabei die Basis, der BuVo, die Presse, Menschen angelogen worden sind, who cares?

Kritiker wurden verfolgt, werden verfolgt. Sie werden diffamiert, sie werden gemobbt, es werden Kompromate gesammelt. Alles Methoden, die auch gerne Faschisten benutzen. Wenn es um das Ziel geht, sind die Mittel moralisch unbedenklich. Ich sage es nochmal: Manche sind so ultralinks, das sie rechts mit ihrer Schulter wieder die Faschisten in der Methodik berühren. 

Man schmückt sich zwar immer wieder mit Menschenrechten, tritt diese innerparteilich aber immer wieder mit Stiefeln nieder.

Unsere Partei ist nicht nur gespalten wegen diesen Dingen, nein, sie misstraut sich selbst, spaltet, gräbt Gräben aus und schaltet, genaugenommen, unsere Partei damit aus.

Die Welt um uns herum wird in der Zwischenzeit zur Hölle. Es geht nicht mehr um die NSA. TTIP. Es geht nur noch um Macht. Ich bin Idealist. Ich mache Dinge aus Überzeugung, notfalls würde ich für die Sache sogar riskieren, dass ich getötet werde. Aber ich mach‘ es, weil ich oftmals die Stimme bin für diejenigen, die keine haben. Deswegen trat ich bei den Piraten ein. Keine andere Partei setzt sich so für Bürger und Menschenrechte ein wie wir. Universal und nicht monothematisch. Wir wollen die Freiheit des Einzelnen. Wir wollen, dass jede Stimme gleich viel wert ist. Wir wollen Selbstbestimmung, wir wollen das alle Menschen ob on- oder offline mit Würde behandelt werden. Wir wollen, dass die Bürger wirklich der Staat sind, zum Wohle aller.

Und deswegen KOTZT MICH DAS DERMAßEN AN, DASS UNSERE PARTEI SO IN DEN DRECK GEZOGEN WIRD für die eigenen Interessen, Ideologien, Peergroups, hinweg über alle Köpfe, einfach so.

Sie wollen es weder einsehen, noch begreifen, was sie anrichten. Fundamentalisten sind von ihrer Sache so überzeugt, das sie nichts, aber auch gar nichts von ihrem Weg abringen würde. Es wird gehetzt, es wird gewartet, das ein Wort zweideutig sein könnte und sofort geht man in den Angriff über. Man kann versuchen mit ihnen zu reden, aber diese Gespräche laufen nie auf Augenhöhe, denn man ist per se der Böse.

Ich sehe Piraten, die aus der Partei austreten. Sie sehen das gleiche Desaster wie ich. Sie wehren sich aber nicht, ihnen fehlt mittlerweile der Glaube und die Kraft dazu. Es sind oftmals die Aktiven.

Unser Rückrat blutet aus, allerorten fehlen Aktive, die helfen und sich für unsere Partei einsetzen. Eine Partei ohne Aktive ist wie ein Wasserrad ohne Wasser. 

Viele nicht-Piraten fragen mich immer wieder, warum ich das mitmache, warum ich mir das antue. Das habe ich mich auch oft gefragt. Zum ersten mal in der Zeit, als ich als Beisitzer im NRW LaVo saß und in der Türkei die Gezi Proteste losgingen. In dieser Zeit hatte ich offen Probleme mit meinen LaVo-Kollegen, stand unter Druck. Aber es wäre nichts gewesen, was wir nicht hätten lösen können. Doch dadurch, was in der Türkei geschah – als ich und meine Familie plötzlich direkt betroffen waren – erst durch Verletzungen meiner Mutter und dann durch ihren späteren Tod, war ich am Ende. Ich wollte mich zurückziehen, ich konnte keine LaVo Arbeit mehr machen. Ich hatte nicht mal Zeit, die Trauer um meine Mutter zu verarbeiten. Ich konnte nicht mal bei ihrer Beerdigung dabei sein. Schon da gingen die Bashings gegen mich los, verfolgten mich auf allen Plattformen. Ich war am Ende, habe mein Amt niedergelegt, wollte raus aus der Partei. Nicht weil die Partei etwas dafür konnte, sondern weil ich persönlich nicht mehr konnte.

Ich bin nicht ausgetreten. Dieser Schritt war für mich letztendlich doch nicht zu nehmen. Ich brauchte nur Zeit für mich, um dann wieder Kraft zu tanken für meine Parteitätigkeiten – wie die der Queeraten.

Doch in den letzten Monaten, ergriff mich ein Gefühl, dass die Partei zerbricht. An all‘ ihren Gates, die im Wochentakt kamen und wie eine Wand auf uns ein fielen. Aber diese Gates kamen nicht von außen, sie kamen von innen. Das Ergebnis seht ihr. Ja, man könnte meinen, das Beste wäre hinzuschmeißen und zu gehen. Nicht für mich, ich bleibe und wenn ich der letzte bin, der die Tür zumacht. Ich will, dass wir wieder Politik machen, auf die Straßen gehen, laut sind. Wir sind so verschieden, wir kommen aus so vielen Ecken, dennoch stehen wir immer wieder zusammen für unsere Sache. Das wurde uns genommen aber da will ich wieder hin. Wir müssen lernen, wieder zu vertrauen und denjenigen, die dies nicht wollen, unmissverständlich klar machen, dass dies bei uns nicht erwünscht ist. Wir wollen kein Mobbing. Wir wollen kein Bashing, keine Hetze, Verleumdung, Feindbilder innerhalb der Partei, wir wollen keine parteifremde Ideologien. Wir wollen diese nicht übergestülpt bekommen. Parteiinterne Demokratie heißt für seine Sache Mehrheiten finden, diese abstimmen lassen und schauen, ob man es geschafft hat. Menschen durch die Kultur der Angst in seine Richtung bringen zu wollen, ist verabscheuungswürdig und nur in Diktaturen zu finden.

Das wollen wir nicht. 

Was wir wollen, steht in unserem Grundsatzprogramm. 

Ich werde keinen meiner Parteikollegen, die gegen mich opponieren die Genugtuung geben und die Partei verlassen. Nein, im Gegenteil, ich bewerbe mich für den BuVo. Ich will helfen die Heilung in der Partei voranzubringen und gegen die, die die Partei offensichtlich bekämpfen, ein Gegengewicht sein. Entschieden wird auf dem aBPT, nicht auf Twitter.

Und ich stehe hinter diesen Hashtag: #reclaimyournetzpartei